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Deutsche Bahn im ADAC Test: Besser als erwartet, aber ZuverlĂ€ssigkeit und PĂŒnktlichkeit vielfach mangelhaft / ADAC testet 118 ICE-Verbindungen / Nur 41 Prozent sind pĂŒnktlich

25.06.2026 - 00:05:00 | presseportal.de

MĂŒnchen - VerspĂ€tungen, ZugausfĂ€lle, versperrte Toiletten und mangelnde Informationen - an der Deutschen Bahn gibt es viel Kritik. Wie es um PĂŒnktlichkeit, ZuverlĂ€ssigkeit und Reisekomfort tatsĂ€chlich steht, hat der ADAC in einem QualitĂ€tscheck fĂŒr 118 Zugfahrten geprĂŒft. Zwei Wochen lang sind die ADAC Testerinnen und Tester Anfang des Jahres mit dem ICE durch ganz Deutschland gefahren, und zwar sowohl auf Langstrecken wie zum Beispiel von Hamburg nach MĂŒnchen als auch auf Teilstrecken wie von NĂŒrnberg nach Augsburg. Das Ergebnis ist gemischt, teilweise sogar besser als erwartet. Insgesamt hat die Bahn jedoch noch viele Hausaufgaben zu machen.

Deutsche Bahn im ADAC Test: Besser als erwartet, aber ZuverlĂ€ssigkeit und PĂŒnktlichkeit vielfach mangelhaft / ADAC testet 118 ICE-Verbindungen / Nur 41 Prozent sind pĂŒnktlich - Bild: presseportal.de
Deutsche Bahn im ADAC Test: Besser als erwartet, aber ZuverlĂ€ssigkeit und PĂŒnktlichkeit vielfach mangelhaft / ADAC testet 118 ICE-Verbindungen / Nur 41 Prozent sind pĂŒnktlich - Bild: presseportal.de

FĂŒr die beiden Hauptkriterien PĂŒnktlichkeit und ZuverlĂ€ssigkeit fĂ€llt das Ergebnis ernĂŒchternd aus: Von 118 geplanten Fahrten fanden ĂŒberhaupt nur 104 statt, und von diesen waren insgesamt 43 pĂŒnktlich (41 Prozent) - also deutlich weniger als die HĂ€lfte. Und das auch nur, weil die Bahn VerspĂ€tungen bis sechs Minuten noch als pĂŒnktlich bilanziert. Vielfach werden auch die AnschlĂŒsse nicht mehr erreicht, in unserem Test nur zu 44 Prozent. Die GrĂŒnde fĂŒr die ZugausfĂ€lle und VerspĂ€tungen lagen oft bei der Bahn, zum Beispiel durch Signalstörungen, Baustellen oder Personalmangel. In weniger FĂ€llen war höhere Gewalt wie heftige SchneefĂ€lle oder ein Notarzteinsatz die Ursache.

Auch beim Informationsservice gibt es Anlass zur Kritik: Die Bahn-App DB Navigator informierte zwar in den meisten FĂ€llen frĂŒhzeitig ĂŒber Änderungen im Fahrplan, aber nicht immer zuverlĂ€ssig. Nur bei zwei Dritteln der Stichprobe stimmte die App-Info mit der tatsĂ€chlichen Abfahrt ĂŒberein, aber bei 30 Prozent startete der Zug im Schnitt 25 Minuten spĂ€ter als noch eine Stunde vor der Abfahrt angegeben war. Besonders Ă€rgerlich fĂŒr Bahnreisende: In vier Prozent der FĂ€lle fuhr der ICE sogar frĂŒher ab - wer also die Wartezeit wĂ€hrend der angegebenen VerspĂ€tung fĂŒr einen Kaffee oder zum Frischmachen nutzen wollte, verpasste seinen Zug.

Gute Noten gibt es beim Thema Reisekomfort, die ZĂŒge waren insgesamt sauber (95 Prozent), Klimaanlage und Heizung funktionierten, und auch das Wlan war zu den Messzeiten störungsfrei und fast immer vorhanden (94 Prozent). Auch das Bordbistro mit warmen Speisen und GetrĂ€nken im Angebot hatte fast immer geöffnet (96 Prozent), ebenso die Toiletten. Das Sofortprogramm der Bahn, das Anfang des Jahres mit 20 Mio. Euro gestartet ist, scheint bereits zu greifen - so zumindest der Eindruck wĂ€hrend des Testzeitraums.

Der ADAC empfiehlt Zugreisenden, die Bahn-App DB Navigator zu nutzen. Auch wenn sie nicht zu 100 Prozent zuverlÀssig ist - es gibt schlichtweg keine Alternative. Gleichzeitig sollten Bahnreisende die App immer auch mit den Anzeigen am Bahnsteig und den Lautsprecherdurchsagen abgleichen. Insgesamt ist es ratsam, einen Zeitpuffer einzuplanen, gerade bei Umstiegen. Man sollte auch nicht den letzten Zug des Tages nehmen, denn sonst fehlen bei einem Zugausfall die Alternativen.

Bei VerspĂ€tungen oder ZugausfĂ€llen gibt es jeweils EntschĂ€digungen, und - auch das hat der ADAC Check gezeigt - die RĂŒckerstattungen funktionieren sehr zuverlĂ€ssig und besonders bequem ĂŒber das persönliche Kundenkonto in der Navigator-App.

Gleichzeitig muss sich vieles verbessern bei der Deutschen Bahn. Der ADAC fordert mehr Transparenz in der PĂŒnktlichkeitsstatistik, die sowohl ZugausfĂ€lle und vorzeitig beendete Bahnfahrten als auch alle VerspĂ€tungen ab der ersten Minute auflisten sollte. Auch muss die Bahn sicherstellen, dass reservierte SitzplĂ€tze bei ZugausfĂ€llen oder -Ă€nderungen automatisch auf alternative Verbindungen ĂŒbertragen werden. Wo das nicht möglich ist, sollten die Zugbindung aufgehoben oder die FahrgĂ€ste angemessen fĂŒr den erheblichen Komfortverlust entschĂ€digt werden.

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