Nemo will in der Schweiz auf Rechte fĂŒr Non-binĂ€re pochen
13.05.2024 - 10:19:12GroĂer Jubel und viele Flaggen der non-binĂ€ren Community: Als ESC-Star Nemo in der Nacht zum Montag auf dem Flughafen ZĂŒrich ankam, wurde er von mehr als 100 Fans begeistert empfangen. Nemo hatte am Samstagabend den Sieg beim Eurovision Song Contest in Malmö eingefahren und die SiegestrophĂ€e damit erstmals seit 1988 in die Schweiz geholt. Nemo (24) identifiziert sich als non-binĂ€r, also weder nur dem weiblichen noch dem mĂ€nnlichen Geschlecht zugehörig und möchte am liebsten nicht «er» oder «sie» genannt werden.
Der neue Ruhm soll nun helfen, die Anliegen non-binĂ€rer Personen in der Schweiz voranzubringen. Anders als in der Schweiz ist es in Deutschland seit 2018 möglich, beim Eintrag ins Personenstandsregister neben wie frĂŒher nur «mĂ€nnlich» und «weiblich» auch «divers» oder «ohne» zu wĂ€hlen. «Ich setze mich ganz klar fĂŒr einen dritten Geschlechtseintrag ein», sagte Nemo dem Sender SRF in der Nacht. Das mĂŒsse so schnell wie möglich geschehen. Justizminister Beat Jans lud ihn bereits zum GesprĂ€ch ein. «Lass uns bald zusammenkommen und ĂŒber queere Rechte sprechen», schrieb Jans an Nemo.
Die Parlamentsabgeordnete Barbara Steinemann von der rechten Partei SVP ist gegen einen weiteren Geschlechtseintrag. Es stĂŒnden schon jetzt jeder Person alle Grundrechte zu. Mann mĂŒsse die Rechtsordnung «fĂŒr einzelne Personen» nicht Ă€ndern. «Man kann es mit dem Minderheitenschutz auch ĂŒbertreiben», meinte sie im GesprĂ€ch mit dem SRF. Nemo hatte beim Flaggeneinlauf des ESC in Malmö neben der Schweizer auch die Flagge der non-binĂ€ren Community in den Farben gelb, weiĂ, violett und schwarz auf die BĂŒhne gebracht.
Auf Nemos Kalender stand zunĂ€chst Ausruhen. «Ich werde in den Garten meines Elternhauses gehen, mich hinlegen und versuchen, etwas herunterzukommen», sagte Nemo. Es gebe viel zu verarbeiten. «Plötzlich zu einem Ding zu werden, das ĂŒber mich hinausgeht, ist absurd.»


