OTWorld: Starke Stimme fĂŒr die Hilfsmittelversorgung / EigenstĂ€ndigkeit, Engagement und Forschung: Lara Wilkin und ihr Weg mit moderner Armprothetik
18.03.2026 - 10:45:00 | presseportal.de
Nach Komplikationen infolge eines Knochenbruchs mit Einblutungen wurde Lara Wilkin im Oktober 2019 der linke Unterarm amputiert. Durch eine eng abgestimmte orthopĂ€dietechnische Versorgung, konsequent individualisiertes funktionelles Training und den passgenauen Aufbau moderner Prothesensysteme hat sie ihre SelbststĂ€ndigkeit wiedererlangt. Und noch viel mehr als das: Ihre persönlichen Erfahrungen und technische Neugier wurden zum Startpunkt fĂŒr aktive AufklĂ€rungsarbeit, internationale Vernetzung und Forschung.
Besondere Herausforderungen in der Armprothetik
Schon im Vorfeld der Amputation hatte Lara Wilkin sich mit dem Versorgungsprozess auseinandergesetzt, sich ĂŒber Möglichkeiten und Grenzen informiert. Das Team der OrthopĂ€die-Technik MĂŒnsterland und Armprothetik-Spezialist AndrĂ© Wohlatz haben das maĂgeblich unterstĂŒtzt. "Schon bei unserem ersten Treffen fĂŒhlte ich mich menschlich und fachlich sehr gut aufgehoben und verstanden", erzĂ€hlt Lara Wilkin. AndrĂ© Wohlatz bringt langjĂ€hrige Erfahrung in der Armprothetik mit und weiĂ um die besonderen Herausforderungen dieser Spezialisierung: "Arme und HĂ€nde gehören zum Gesichtsfeld. Diese Amputationen sind immer zu sehen und prĂ€gen das Erscheinungsbild eines Menschen. Umso wichtiger ist es, hier EinfĂŒhlungsvermögen zu haben."
Peer-Support als fehlendes Bindeglied im Versorgungssystem
Parallel zu ihrer Rehabilitation entwickelte Lara Wilkin den Wunsch, andere Betroffene strukturiert zu unterstĂŒtzen. Zu oft hatte sie selbst den Mangel an unabhĂ€ngiger Vernetzung und niedrigschwelligem Austausch im Versorgungssystem erlebt. "Ăber den medizinischen Aspekt hinaus ist oft nicht klar, was eine Amputation tatsĂ€chlich bedeutet, welche Herausforderungen und Fragen zur Versorgung sich ergeben. Dabei ist der Weg in eine neue NormalitĂ€t anstrengend, langwierig, selten geradlinig und oft mit RĂŒckschlĂ€gen verbunden. DafĂŒr braucht man viel Kraft und UnterstĂŒtzung." Daher lieĂ sich Lara Wilkin zur Amputee Peer ausbilden und grĂŒndete 2021 die Arm Prosthesis Community. Was als lokale Initiative begann, hat sich zu einem internationalen Netzwerk entwickelt. Inzwischen leistete die Community bereits in 27 LĂ€ndern Peer-Support, Austausch und Vernetzung fĂŒr Menschen mit Amputation oder Fehlbildungen der oberen ExtremitĂ€ten sowie fĂŒr Angehörige und Fachpersonal.
Expertise im fachlichen und internationalen Diskurs
Bereits vor ihrer internationalen Ausrichtung war Lara Wilkin auf Landes- und Bundesebene in fachlichen Gremien, VerbĂ€nden und Austauschformaten tĂ€tig und wirkte an der Weiterentwicklung von Versorgungs- und Peerstrukturen mit. Inzwischen bringt sie ihre Expertise auch auf internationaler Ebene ein und engagiert sich aktiv innerhalb der International Society for Prosthetics and Orthotics (ISPO). So ist sie regelmĂ€Ăig auf Weltkongressen, Fachgipfeln und internationalen Tagungen vertreten, hĂ€lt VortrĂ€ge, schult Fachpublikum und wirkt aktiv an interdisziplinĂ€ren Diskursen zur Weiterentwicklung der Prothetik mit.
Nutzerperspektive als wichtiger Impuls fĂŒr die Prothesenentwicklung
Mit Blick auf all ihre Erfahrungen ist fĂŒr Lara Wilkin klar: Sie möchte moderne OrthopĂ€dietechnik differenziert darstellen, jenseits von Ăberhöhung oder Defizitnarrativen: "Technische LeistungsfĂ€higkeit allein reicht nicht aus. Erst wenn eine Prothese als Teil des eigenen Körpers und Selbstbildes akzeptiert werden kann, entfaltet sie ihr eigentliches Potenzial. DafĂŒr sollten Nutzer:innen deutlich stĂ€rker in Entwicklungsprozesse einbezogen werden. Denn technische Innovation entsteht dort, wo reale Herausforderungen verstanden, kritisch hinterfragt und offen diskutiert werden. Konstruktive RĂŒckmeldungen sind dabei ein zentraler Motor fĂŒr Weiterentwicklung."
Forschung an der Schnittstelle von Technik und Versorgungspraxis
Lara Wilkins Einsatz fĂŒr AufklĂ€rung und Vernetzung ging stets einher mit der Neugier auf die technischen Aspekte der Prothetik. Um noch besser aufklĂ€ren zu können, setzt sie dabei auf die eigene Weiterbildung, testet beispielsweise immer neue Prothesensysteme, und studierte schlieĂlich Prothetik. Inzwischen promoviert sie mit Fokus auf die Prothetik der oberen ExtremitĂ€ten an der Medizinischen UniversitĂ€t Wien. Ihre Arbeit bewegt sich an der Schnittstelle von Technik, Funktion, Versorgungspraxis und Nutzerperspektive.
Vertrauen und gemeinsames Lernen in der langfristigen Versorgung
OrthopĂ€diemechaniker AndrĂ© Wohlatz ist bis heute ein wichtiger Wegbegleiter. Alle vier bis sechs Wochen ist Lara Wilkin zur Versorgung ihrer Unterarmprothese vor Ort. Das macht deutlich: Neben der fachlichen Expertise ist die persönliche Ebene fĂŒr eine erfolgreiche Versorgung essenziell: "In der Zusammenarbeit geht es um Vertrauen, um VerstĂ€ndnis und darum, die Sorgen des Kunden und die eigene Aufgabe ernst zu nehmen", sagt AndrĂ© Wohlatz. Ziel sei immerhin, dass Betroffene ihre Hilfsmittel tatsĂ€chlich nutzen und bei Problemen nicht kapitulieren. Lara Wilkin ist sicher, dass sie zusammen mit AndrĂ© Wohlatz die beste Lösung fĂŒr ihre Versorgung gefunden hat. "Er hat nichts abgelehnt, sondern war immer bereit, alle Optionen auszuprobieren. Wir konnten gemeinsam lernen - diese Erfahrung wĂŒnsche ich auch anderen", sagt Lara Wilkin.
Am Kongressprogramm der OTWorld 2026 in Leipzig beteiligt sich Lara Wilkin mit fĂŒnf VortrĂ€gen:
19. Mai | 10.30 - 11.45 | Individuelles Prothesengebrauchstraining als SchlĂŒssel zur funktionellen und psychosozialen Rehabilitation bei Armamputationen in Freie Einreichungen "Innovationen in Design, Material und Training - Wege zur individualisierten Prothesenversorgung"
19. Mai | 12.15 - 13.30 | Individualisierte myoelektrische Ortho-Prothese bei geburtstraumatischer Plexusparese: Planungs-Testphase einer innovativen Versorgung in Freie Einreichungen "Impulse fĂŒr morgen - vielfĂ€ltige Ideen aus der OrthopĂ€dietechnik"
20. Mai | 10.30 - 11.45 | Akzeptanz, Embodiment und Individualisierung im interkulturellen Vergleich - Ergebnisse einer multizentrischen Befragung in Freie Einreichungen "Die Zukunft der Armprothetik - Versorgung im Wandel"
20. Mai | 14 - 15 | Embodiment myoelektrischer Ortho-Prothesen zur funktionellen Rehabilitation bei ExtremitÀtenerhalt der oberen ExtremitÀt in PosterprÀsentation "PosterprÀsentationen mit KurzvortrÀgen - Prothetik, Amputationschirurgie, Ausbildung / Berufsbild, Biomechanik und Fuà und Schuh / OrthopÀdieschuhtechnik"
20. Mai| 14 - 15 | InterdisziplinÀre Ortho-Prothesen-Versorgung bei CRPS-bedingten Kontrakturen: innovatives Fallbeispiel zum ExtremitÀtenerhalt in Freie Einreichungen "PosterprÀsentationen mit KurzvortrÀgen - Prothetik, Amputationschirurgie, Ausbildung / Berufsbild, Biomechanik und Fuà und Schuh / OrthopÀdieschuhtechnik"
Zugang zur OTWorld 2026
Das OTWorld-MESSE Ticket ermöglicht fĂŒr 44 Euro den Zugang zur internationalen Fachmesse, zu allen 130 praxisnahen Workshops sowie zum OTWorld.eSummit. FĂŒr Betriebe besonders attraktiv ist das Gruppenticket: Ab vier Personen betrĂ€gt der Preis 29 Euro pro Person und eröffnet damit auch ganzen Teams eine kostengĂŒnstige Teilnahme.
Das OTWorld-KOMPLETT Ticket umfasst zusĂ€tzlich den wissenschaftlichen Weltkongress und verbindet Kongress, Workshops und Fachmesse in einem Gesamtpaket. Bei Buchung bis zum 31. MĂ€rz gilt der Early-Bird-Tarif mit einer Ersparnis von bis zu 80 Euro gegenĂŒber dem regulĂ€ren Ticketpreis.
Ăber die OTWorld
Fachlicher TrĂ€ger der OTWorld ist der Bundesinnungsverband fĂŒr OrthopĂ€die-Technik (BIV-OT). Veranstalter des Kongresses und Inhaber der Marke OTWorld ist die Confairmed GmbH. Die Fachmesse verantwortet die Leipziger Messe GmbH.
Pressekontakt:
Kirsten Abel
Pressesprecherin des Bundesinnungsverband fĂŒr OrthopĂ€die-Technik
Reinoldistr. 7 -9, 44135 Dortmund
Telefon: 01715608125
E-Mail: kommunikation@biv-ot.org
Original-Content von: Bundesinnungsverband fĂŒr OrthopĂ€die-Technik ĂŒbermittelt durch news aktuell
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