Pegah, Ferydoni

Pegah Ferydoni: Viele MĂ€rchen handeln vor allem von MĂ€nnern

06.02.2025 - 06:23:35

Pegah Ferydoni vermisst in vielen KinderbĂŒchern starke Frauen. «Als Kind der 80er Jahre kann ich mich tatsĂ€chlich an keine weibliche Heldin erinnern, mit der ich mich hĂ€tte identifizieren können.»

Schauspielerin Pegah Ferydoni vermisst in vielen MĂ€rchenbĂŒchern starke MĂ€dchen und Frauen. «Das ist ein großes Thema. MĂ€rchen und klassische Abenteuerstoffe haben oft mĂ€nnliche Heldenfiguren im Mittelpunkt. Frauen werden entweder in passive Rollen gedrĂ€ngt oder auf Stereotype reduziert – die Prinzessin, die gerettet werden muss, oder die böse Hexe», sagte die 41-jĂ€hrige Berlinerin einem Interview der Deutschen Presse-Agentur. 

Ferydoni hat fĂŒr den Streaminganbieter Audible den Roman «Morgan Ist Mein Name» von Sophie Keetch als Hörbuch eingelesen, die Handlung spielt im Umfeld der Artus-Sage, erzĂ€hlt aus weiblicher Sicht. «Das Spannende an "Morgan ist mein Name" ist, dass wir hier Morgan nicht nur als Gegenspielerin sehen, sondern als eine komplexe, widersprĂŒchliche und starke Figur, die selbst aktiv handelt und nicht nur reagiert», sagt sie ĂŒber das Buch. «Solche Perspektiven sind wichtig, um MĂ€dchen und Frauen zu zeigen, dass sie keine Statistinnen in einer mĂ€nnlich dominierten Geschichte sein mĂŒssen. Sie können und sollen ihre eigene Geschichte erzĂ€hlen.»

Was war als Kind ihre wichtigste Frauenfigur in einem MÀrchen oder Jugendroman? «Als Kind der 80er Jahre kann ich mich tatsÀchlich an keine weibliche Heldin erinnern, mit der ich mich hÀtte identifizieren können», erwiderte die Schauspielerin und Sprecherin. «Es gab einfach kaum Figuren, die komplex oder inspirierend genug waren, um mich wirklich zu fesseln.» 

SpĂ€ter, als Jugendliche, habe sie «Sophies Welt» von Jostein Gaarder fasziniert, so Ferydoni. «Diese Geschichte hat mein Interesse fĂŒr Philosophie geweckt und mir gezeigt, dass es möglich ist, große Fragen zu stellen und die Welt um mich herum zu hinterfragen. Sophie war keine klassische Heldin, aber sie hat etwas in mir angesprochen – die Neugierde, das BedĂŒrfnis, die Dinge zu verstehen.» Das sei fĂŒr sie prĂ€gend gewesen.

Nach Ansicht Ferydonis sind die grĂ¶ĂŸten Hindernisse fĂŒr die Gleichberechtigung von Mann und Frau «die strukturellen Ungleichheiten, die immer noch tief in unserer Gesellschaft verwurzelt sind: LohnlĂŒcken, unsichtbare Barrieren, die Frauen daran hindern, FĂŒhrungspositionen zu erreichen, stereotype Rollenbilder». 

Die Ära Trump sei sicher ein Symptom fĂŒr grĂ¶ĂŸere globale Strömungen, die konservative, patriarchale Werte zu stĂ€rken versuchen. «Wir dĂŒrfen uns nicht tĂ€uschen – der RĂŒckschritt ist lĂ€ngst da. Aber gleichzeitig gibt es auch starke Gegenbewegungen: mutige Frauen und Initiativen, die genau dagegen kĂ€mpfen. Das macht Hoffnung.»

@ dpa.de