Neue Ausgabe: MilitĂ€rgeschichte. Zeitschrift fĂŒr historische Bildung 1 / 2026
12.01.2026 - 15:49:1870 Jahre TeilstreitkrÀfte
Am 20. Januar 1956 fĂŒhrte Bundeskanzler Konrad Adenauer den ersten Truppenbesuch in der Geschichte der Bundesrepublik durch. Sein Besuch in Andernach markiert einen historischen Moment. Er stand am Anfang eines langen und herausforderungsreichen Aufstellungsprozesses, den Mischa Bose in seinem Beitrag nĂ€her beleuchtet. Die Bundeswehr musste aufgrund der kompletten Demilitarisierung Deutschlands nach dem Zweiten Weltkrieg in vielen Bereichen praktisch aus dem Nichts aufgebaut werden. Und dies unter höchstem Zeitdruck, denn im Kalten Krieg war die Bedrohungslage akut und der Feind stand nur wenige hundert Kilometer entfernt.
Insbesondere was Material und Personal anbelangte, gab es in den ersten Jahren einige Ăberschneidungen zwischen den neuen bewaffneten Organen der Bundesrepublik, der Bundeswehr und dem Bundesgrenzschutz. Die ersten Einheiten des Bundesgrenzschutzes wurden als "Polizei des Bundes" bereits 1951 aufgestellt. Mit GrĂŒndung der Bundeswehr 1955 wechselte ĂŒber die HĂ€lfte des dortigen Personals zu den neuen StreitkrĂ€ften. Dass die Unterscheidung beider Organisationen nicht immer ganz einfach fĂ€llt, erlĂ€utert Klaus Storkmann in seinem Beitrag fĂŒr "MilitĂ€rgeschichte im Bild".
OrtskrÀfte im Einsatz
Von diesen AnfĂ€ngen bis zu den umfĂ€nglichen AuslandseinsĂ€tzen der Bundeswehr vergingen mehrere Dekaden. Dabei spielten von Beginn an OrtskrĂ€fte fĂŒr die deutschen StreitkrĂ€fte eine zentrale Rolle, um in unbekannten Regionen und Kulturen ihre Missionen durchfĂŒhren zu können. Doch die besonderen Herausforderungen, die mit dieser Zusammenarbeit einhergingen, offenbarten sich nicht erst in Afghanistan. Sie zeigten sich schon bei den ersten EinsĂ€tzen der Bundeswehr in Kambodscha und Somalia, wie Torsten Konopka und Emma Bessi in ihrem Beitrag ausfĂŒhren.
Diego Garcia
Dass eigene strategische Interessen sich manches Mal an weit entfernten Orten manifestieren, zeigt sich beispielhaft an der kleinen Insel Diego Garcia. Bereits 1810 gelangte sie unter britische Herrschaft, 1965 ĂŒberlieĂ die britische Regierung Diego Garcia den USA als StĂŒtzpunkt. Noch wĂ€hrend des Kalten Krieges stationierten diese dort B-52-Langstreckenbomber. Sowohl die rĂ€umliche NĂ€he zu Afrika und der Golfregion als auch zu China verleihen der Insel bis heute einen hohen strategischen Wert, den aufzugeben ein herber Verlust wĂ€re. Gerhard Altmann gibt vor diesem Hintergrund einen kurzen Ăberblick ĂŒber die bewegte Geschichte der Kolonialisierung und Dekolonialisierung des kleinen Korallenatolls im Indischen Ozean.
Frauen an der Waffe
Diskussionen ĂŒber die WiedereinfĂŒhrung der Wehrpflicht drehen sich aktuell auch immer wieder um die Frage, ob Frauen nicht ebenfalls fĂŒr den "Dienst an der Waffe" gemustert werden sollten. Doch dem steht bislang das Grundgesetz im Weg, das ausschlieĂlich MĂ€nner der Wehrpflicht unterwirft. Das "Frauen an der Waffe" ein kontrovers diskutiertes und zugleich jahrtausendealtes Thema sind, zeigt Nils Birk in seinem Beitrag fĂŒr die Rubrik "Im Blickpunkt" auf.
Verdun
Manche Schlachten haben sich in das kollektive GedĂ€chtnis eingebrannt. Hierzu gehört die Schlacht von Verdun, die vor 110 Jahren, im Februar 1916, begann und spĂ€ter als "Blutpumpe" oder "KnochenmĂŒhle" von Verdun in die GeschichtsbĂŒcher einging. Die KĂ€mpfe markierten den Beginn der groĂen Materialschlachten, das Deutsche Heer zog aus ihnen taktische Lehren zum Gefecht der verbundenen Waffen. Doch der Blutzoll fĂŒr diesen Lernprozess war hoch: Auf beiden Seiten fielen hunderttausende Soldaten in den Gefechten, deren Andenken noch heute im Beinhaus von Douaumont bewahrt wird. Ein analytischer Ăberblick von Christian Stachelbeck.
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