Geschichte, Krisenherde

Die Geschichte aktueller Krisenherde: Neue Ausgabe der MilitĂ€rgeschichte. Zeitschrift fĂŒr historische Bildung

12.01.2024 - 13:48:36

Potsdam - Die neue Ausgabe "MilitĂ€rgeschichte" beleuchtet die HintergrĂŒnde gegenwĂ€rtiger Brennpunkte. Sie zeigt auf, was militĂ€rische Allianzen im Guten wie im Schlechten bewirken können und welche militĂ€rischen Taktiken und Prinzipien zu Sieg und Niederlage beitrugen.

25 Jahre Einsatz im Kosovo

Ein derzeit eher leise schwelender Konfliktherd ist derjenige im Kosovo. Er springt einem nicht so deutlich ins Auge wie die Kriege in der Ukraine oder in Gaza. Das macht ihn indes nicht weniger gefÀhrlich. Immer wieder verdeutlicht der serbische PrÀsident Aleksandar Vucic anhand von DrohgebÀrden, dass er diese Region eigentlich als seinem Staatsgebiet zugehörig bewertet.

Die historischen HintergrĂŒnde der komplizierten Lage im Kosovo und die Bedeutung, die dem NATO-Einsatz 1998 und demjenigen der Kosovo Force (KFOR) seit 25 Jahren zukommt, beleuchtet der Beitrag von Agilolf Kesselring.

Erweitert wird diese historische Perspektive durch einen ergĂ€nzenden Beitrag in der aktuellen Ausgabe der "if - Zeitschrift fĂŒr Innere FĂŒhrung". In der aktuellen Ausgabe der ZMG finden Sie außerdem eine Posterbeilage, die diese beiden Perspektiven in einem Bild zusammenfĂŒhrt.

10 Jahre Annexion der Krim

Die Rhetorik des serbischen PrĂ€sidenten Vucic erinnert an diejenige des russischen PrĂ€sidenten Wladimir Putin, der die Idee der sogenannten russkij mir beschwört und auf dieser Grundlage seine Imperialpolitik und unrechtmĂ€ĂŸige kriegerische Akte zu rechtfertigen versucht. Ohne RĂŒcksicht auf die Grenzen anerkannter Staaten annektiert er Gebiete, die seinem Narrativ zufolge zur "russkij mir" gehören.

Seinen vorlĂ€ufigen Höhepunkt fand diese Politik mit dem Angriff auf die Ukraine. Dieser begann indes nicht 2022, sondern bereits vor zehn Jahren mit dem Angriff der "grĂŒnen MĂ€nnchen" auf die Halbinsel Krim, wie Tim Geiger darlegt.

Allianzen

Zwei weitere BeitrÀge des Heftes widmen sich aus sehr unterschiedlichen Perspektiven der Bedeutung militÀrischer Allianzen.

WĂ€hrend der Beitrag von Manuel Stanescu zu den deutsch-rumĂ€nischen Beziehungen im Zweiten Weltkrieg aufzeigt, welche verheerenden und verbrecherischen Auswirkungen eine falsch gewĂ€hlte Allianz haben kann, beschĂ€ftigt die Rubrik "Im Blickpunkt" sich mit dem ersten großen MilitĂ€rbĂŒndnis nach dem Zweiten Weltkrieg: der NATO, die in diesem Jahr ihren 75. Geburtstag feiert.

Dies erscheint umso bedeutsamer, da die zukĂŒnftige Ausrichtung der Allianz angesichts der Entwicklungen in den USA, in Anbetracht einer möglichen erneuten Wahl Donald Trumps zum republikanischen PrĂ€sidentschaftskandidaten, unsicher scheint.

Monte Cassino

Auch in Monte Cassino war es eine Allianz, die letztlich die Entscheidung brachte: nĂ€mlich diejenige von Polen, Nordafrikanern, EnglĂ€ndern, Indern, NeuseelĂ€ndern und US-Amerikanern, denen es im vorletzten Kriegsjahr des Zweiten Weltkrieges im Verlauf dreier Schlachten gelang, die deutschen Truppen zu schlagen und die alliierte Offensive damit in Italien ins Rollen zu bringen. Hitler hatte zuvor ohne RĂŒcksicht auf Verluste das Kloster auf dem Monte Cassino in die sogenannte Gustav-Linie einbezogen und es damit der Zerstörung anheim gegeben.

Warum es der Wehrmacht zunĂ€chst gelungen war, die Alliierten hier vier Monate aufzuhalten und wie diese schließlich die Oberhand gewannen, legt Magnus Pahl in seinem Beitrag dar.

Auftragstaktik

Was in der Endphase des Zweiten Weltkriegs immer weiter verloren ging, war die Anwendung des traditionellen deutschen FĂŒhrungsprinzips der Auftragstaktik. Marco Sigg blickt in seinem Beitrag auf deren lange und wechselvolle Geschichte und zeigt auf, inwiefern die zunehmend mangelnde Ausbildung mit ein Grund dafĂŒr war, dass es zu einer schleichenden "Entprofessionalisierung" und dem Verlust der Auftragstaktik wĂ€hrend des Zweiten Weltkriegs kam.

Dass die Auftragstaktik als "FĂŒhren mit Auftrag" in der Bundeswehr ab 1955 ein fulminantes Comeback erlebte, lag auch an einer Bedeutungserweiterung, die sie als wichtiges Prinzip der Inneren FĂŒhrung etablierte.

Die aktuelle Ausgabe zum kostenlosen Download finden Sie hier.

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Major Michael Gutzeit
Leiter der Informationsarbeit
Zentrum fĂŒr MilitĂ€rgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr
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