Precht, ZDF

Precht im ZDF: Europa neu erfinden

25.11.2024 - 10:29:29

Mainz - Mit Donald Trump als US-PrĂ€sident wird die EuropĂ€ische Union eigenstĂ€ndiger werden mĂŒssen – doch Europa wirkt mĂŒde. DarĂŒber diskutiert Richard David Precht mit dem Schriftsteller Robert Menasse. "Europa neu erfinden" lautet der Titel der neuen "Precht"-Sendung, die am Sonntag, 1. Dezember 2024, 23.45 Uhr im ZDF zu sehen ist und am Sendetag ab 8.00 Uhr in der ZDFmediathek zur VerfĂŒgung steht.

UnĂŒberhörbar sind die Stimmen, die die EU zurĂŒckbauen, wenn nicht sogar auflösen wollen. MĂ€chtige Gegner bringen sich in allen Winkeln Europas in Stellung und blockieren so den Fortschritt. Der österreichische Schriftsteller und EU-Vordenker Robert Menasse trĂ€umt schon lange von der allmĂ€hlichen Überwindung des nationalen Denkens und von einem deutlich konsequenter gedachten Europa. Doch Precht gibt zu bedenken, dass man gegenwĂ€rtig ein weltweites Erstarken des Nationalismus diagnostizieren mĂŒsse. Hat sich die Euphorie der Globalisierung abgekĂŒhlt? Staaten wie etwa die USA drohen mit deftigen Strafzöllen, und der europĂ€ische Gedanke versinnbildlicht sich im Moment hauptsĂ€chlich durch die Abschottung gegen Einwanderung. Wie ist eine Wende zu mehr Europa da noch möglich?

Robert Menasse erinnert daran, dass die Entwicklung der europÀischen Idee schon mehrfach in der Geschichte ins Stocken geriet. Langfristig könne niemand in Europa tatsÀchlich ein Interesse daran haben, dass dieses Projekt untergeht.

Viele Science-Fiction-Romane der 1950er und 1960er Jahren basieren auf der Vorstellung, dass es auf unserem Planeten keine Nationen mehr gibt – eine Nachwirkung des Zweiten Weltkrieges, denn damals mussten die EuropĂ€er unmittelbar erleben, zu welchen Verbrechen Nationalismus fĂŒhren kann. Es entstand die Utopie einer nachnationalen Welt, die im Laufe der Zeit allerdings in Vergessenheit geriet. Diese Vision hat durch die gegenwĂ€rtigen militĂ€rischen Konflikte wieder AktualitĂ€t und Dringlichkeit bekommen. Dennoch will in Europa jeder lieber sein eigenes SĂŒppchen kochen.

Mit anti-europĂ€ischen Statements gewinne man heute nationale Wahlen, beschreibt Precht die Lage. Das lĂ€ge am System, erklĂ€rt Menasse, denn Abgeordnete fĂŒr BrĂŒssel werden national gewĂ€hlt und geben daher auch nationale Wahlversprechen ab. Ein Teufelskreis, denn das habe dann eine unbefriedigende Europapolitik zur Folge, was besonders den Rechtsnationalisten in die HĂ€nde spiele. Dabei sei doch deutlich abzusehen, dass die Herausforderungen des 21. Jahrhunderts lĂ€ngst von transnationaler Tragweite seien. Ob Klimakrise, Finanzströme, Handelskriege, Verteilung der Rohstoffe oder der Umgang mit Angriffskriegen – eine Nation allein ist da ĂŒberfordert.

Was aber ist nötig, um diese europĂ€ische Zukunft voranzutreiben? Muss sich das System in BrĂŒssel effektiver gegen den Lobbyismus einzelner Staaten durchsetzen? Und kann sich von der hartnĂ€ckigen Vorstellung gelöst werden, einer Nation angehören zu mĂŒssen, anstatt den konsequenten Schritt zum vollstĂ€ndigen EU-BĂŒrger zu wagen?

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