TV-Ausblick, Konflikte

Precht im ZDF: Ist das Völkerrecht am Ende?

14.01.2026 - 16:54:09

Mainz - Mit der EntfĂŒhrung des venezolanischen StaatsprĂ€sidenten NicolĂĄs Maduro wurde erneut Völkerrecht gebrochen. Was sind internationale Vereinbarungen noch wert? DarĂŒber diskutiert Richard David Precht mit dem Rechtsexperten Kai Ambos. Die Sendung "Precht: Ist das Völkerrecht am Ende?" ist am Sonntag, 18. Januar 2026, ab 8.00 Uhr im ZDF-Streaming-Portal und um 23.50 Uhr im linearen ZDF-Programm zu sehen.

Nach der militĂ€rischen Intervention der USA in Venezuela diagnostizieren viele das endgĂŒltige Ende einer regelbasierten Weltordnung. Die StĂ€rke des Rechts zĂ€hlt nicht mehr, sondern nur noch das Recht des StĂ€rkeren. Wie soll Europa damit kĂŒnftig umgehen? Soll Europa ebenfalls rĂŒcksichtsloser und imperialer auftreten, um nicht allein als Schaf unter Wölfen zu leben? Oder kommt nach einer Phase des Umbruchs das Völkerrecht wieder zurĂŒck?

Putins Armee ĂŒberfiel die Ukraine, China bekrĂ€ftigt seine AnsprĂŒche auf Taiwan immer lauter. Nun auch noch Donald Trump: Er lĂ€sst den venezolanischen PrĂ€sidenten entfĂŒhren. Und auch von der Besetzung Grönlands und Kubas war bereits die Rede. Trumps Vorgehen wird als völkerrechtswidrig eingestuft, doch die USA werden wohl kaum angeklagt oder bestraft werden. War das Völkerrecht immer schon mehr moralisches Feigenblatt der GroßmĂ€chte als rechtliches Instrument, verbindlich fĂŒr die gesamte Staatengemeinschaft?

Keine Rechtfertigung mit humanitÀren Argumenten

Neu an dem aktuellen Vorgehen ist, dass die amerikanische Regierung gar nicht erst versucht, das Vorgehen mit humanitĂ€ren Argumenten zu rechtfertigen, so der Völkerrechtler Kai Ambos. Gewaltsame Interventionen hĂ€tten immer schon auch handfeste ökonomische GrĂŒnde gehabt, doch habe man – wie etwa im Falle des Irakkrieges – auch versucht, demokratische Strukturen zu implementieren.

Die USA und das Völkerrecht

Die USA hat das Völkerrecht mit aus der Taufe gehoben. Ohne die USA hĂ€tte es etwa die NĂŒrnberger Prozesse nie gegeben. Wenn man sich daher aktuell nicht mehr auf humanitĂ€re Motive beruft, sondern reine Machtinteressen verfolgt, mache das, so Ambos, etwas mit unserer internationalen Ordnung.

Schon seit Beginn der zweiten Amtszeit von Donald Trump ist das Atlantische BĂŒndnis mehr als beschĂ€digt. Nun wird Europa erneut auf die Probe gestellt. Kann der ohnehin taumelnde Kontinent einen neuen, eigenstĂ€ndigeren Weg einschlagen, oder wird er am Ende mit den Wölfen heulen, um zu bestehen?

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