PĂŒnktlich zum Fest: FSC-zertifizierte c - Erweiterter FSC-Standard fĂŒr Waldbewirtschaftung in Deutschland
05.11.2024 - 10:02:21In Deutschland werden jedes Jahr etwa 20 Millionen WeihnachtsbĂ€ume geerntet, ein Viertel des europĂ€ischen Marktes. In Zukunft werden darunter deutschlandweit auch FSC-zertifizierte BĂ€ume sein. Denn sie zĂ€hlen zu den sogenannten Nicht-Holz-Waldprodukten (NTFP), die neben Wildbret, Zierreisig, Honig, Pilzen, FrĂŒchten und Samen seit dem 1. November das Kennzeichen fĂŒr verantwortungsvolle Waldwirtschaft tragen können. Die neuen Regelungen ergĂ€nzen den etablierten deutschen FSC-Standard fĂŒr verantwortungsvolles Waldmanagement.
"Wildfleisch und WeihnachtsbÀume sind derzeit die am hÀufigsten vermarkteten Nichtholz-Waldprodukte in Deutschland. Der neue Standard ermöglicht es FSC-Betrieben, diese Produkte mit dem FSC-Kennzeichen anzubieten und sich so von der konventionellen Forstwirtschaft zu unterscheiden.", beschreibt Elmar Seizinger, Leiter FSC-Waldbereich, die Vorteile der Standarderweiterung.
Steigende Nachfrage nach FSC-WeihnachtsbÀumen
In der Vergangenheit wurden oft PestizidrĂŒckstĂ€nde in WeihnachtsbĂ€umen nachgewiesen. Das Ergebnis des BUND Weihnachtsbaum-Tests 2023 ergab, dass 14 von insgesamt 19 getesteten BĂ€umen aus ganz Deutschland belastet sind. "Wir raten den Verbraucherinnen und Verbrauchern deshalb zu Bio-WeihnachtsbĂ€umen und BĂ€umen, die im Rahmen der Waldbewirtschaftung anfallen. Wir freuen uns, jetzt auch FSC-BĂ€ume als pestizidfreie Alternative empfehlen zu können", sagt Corinna Hölzel, Referentin Pestizidpolitik bei BUND. Kaufende können sich das festliche FSC-GrĂŒn also mit gutem Gewissen ins Haus holen - zum Beispiel in Rheinland-Pfalz. Neben Schleswig-Holstein zĂ€hlt es zu den beiden BundeslĂ€ndern, in denen bereits seit 2016 ein FSC-Interim-Standard fĂŒr WeihnachtsbĂ€ume angewendet wurde. So auch in Kusel, dort wurden im letzten Jahr rund 600 WeihnachtsbĂ€ume verkauft. Ziel sei dabei auch, das Bewusstsein fĂŒr den regionalen "Ăko-Weihnachtsbaum vor der HaustĂŒr" zu schaffen, berichtet Forstamtsleiterin Gabi Kleinhempel. Mit offensichtlichem Erfolg, denn "wĂ€hrend den Veranstaltungen wurde durch GesprĂ€che mit den Kunden erkennbar, dass sich rund die HĂ€lfte der KĂ€ufer:innen bewusst wegen des FSC-Kennzeichens fĂŒr die WeihnachtsbĂ€ume des Forstamts Kusel entschieden haben, mit steigender Tendenz."
GlaubwĂŒrdigkeit durch prĂŒfbare Indikatoren
Den Trend sieht auch Jens-Birger Bosse, Leiter der Abteilung fĂŒr Biologische Produktion der Landesforsten Schleswig-Holstein: "Der erweiterte Standard ist eine groĂe Verbesserung fĂŒr Erzeuger und Verbraucher. Die Erzeuger können zeigen, dass ihr Betrieb nachhaltiger und umweltfreundlicher ist, und das ist genau das, was die Verbraucher bei WeihnachtsbĂ€umen und all den anderen Nichtholzprodukten aus unseren WĂ€ldern suchen." Erfreut zeigt sich auch die Umweltschutzorganisation ROBIN WOOD: "Seit 25 Jahren arbeiten wir daran, den noch immer sehr geringen Anteil an ökologisch zertifizierten WeihnachtsbĂ€umen zu erhöhen. Die Einbeziehung forstlicher Weihnachtsbaumkulturen in die FSC-Zertifizierung ist ein weiterer wichtiger Schritt in diese Richtung," sagt Jana Ballenthien, Waldreferentin von ROBIN WOOD.
FĂŒr WeihnachtsbĂ€ume definiert der erweiterte FSC-Standard verschiedene Indikatoren, so z.B. die Einhaltung eines Abstands von Weihnachtsbaumkulturen zu natĂŒrlichen GewĂ€ssern und Wanderwegen, Einfassung der Kulturen mit gebietsheimischen Laubbaum- und Straucharten bei Entnahme nicht-heimischer Arten vor dem ersten BlĂŒhen, Verbot des Einsatzes von Torf und Pflanzenschutzmitteln mit Ausnahme systemisch wirkender, sogenannter Neem-PrĂ€parate und Naturpyrethrum
Hintergrund
Im Rahmen der FSC-Zertifizierung ist grundsĂ€tzlich auch die Zertifizierung von Nicht-Holz-Waldprodukten möglich. DafĂŒr war jedoch eine ErgĂ€nzung des deutschen FSC-Standards nötig, die bisher nicht existierte. 2016 wurde ein entsprechender Interim-Standard entwickelt, der nur fĂŒr WeihnachtsbĂ€ume galt und ausschlieĂlich in den BundeslĂ€ndern Schleswig-Holstein und Rheinland-Pfalz angewandt wurde. Der neue FSC-Standard-Anhang III regelt nun alle oben genannten Nicht-Holz-Waldprodukte und ist deutschlandweit gĂŒltig.
Der aktuelle Standard ist online auf der Internetseite von FSC Deutschland abrufbar: www.fsc-deutschland.de/wald/standards-und-dokumente
Weitere AuskĂŒnfte erteilt das FSC-Deutschland-Wald-Team, Kontakt: [email protected].
Pressekontakt:
Lars Hoffmann, Tel.: 0761 - 386 53 68, E-Mail:
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