Ralph Siegel reicht „Dschingis Khan“-Neuauflage für ESC 2027 ein
Veröffentlicht am: 28.09.2026 um 15:24 Uhr | dpa, AD HOC NEWS
Schlagerkomponist Ralph Siegel will mit einer Neuauflage der Gruppe „Dschingis Khan“ den deutschen Beitrag für den Eurovision Song Contest 2027 stellen.
Bewerbung kurz vor Fristende eingereicht
„Das haben wir gerade noch eingereicht. Jetzt sind wir sehr gespannt“, sagte Siegel dem Portal „Schlagerpuls“ nach seiner Rückkehr nach Hause. Die Frist für die Bewerbung endete nach seinen Angaben am 21. September.
Siegel sagte, er wünsche sich zunächst die Teilnahme an der deutschen Vorentscheidung. Er habe etwas „verhältnismäßig Anspruchsvolles“ entwickelt und hoffe, dass die Jury das Konzept für eine Gruppe mit dem bekannten Namen überzeugend finde.
Neue Generation soll auf Tour gehen
Siegel hatte zuvor angekündigt, dass die nächste Generation von „Dschingis Khan“ 2027 in Deutschland auf Tour gehen werde. Der Name der Gruppe verweist auf das Ensemble, das Ende der 1970er Jahre bekannt wurde.
SWR bestätigt Eingang nicht
Der Südwestrundfunk wollte den Eingang einer Bewerbung mit Siegels Beitrag auf Anfrage nicht bestätigen. Zum laufenden Auswahlverfahren und zu einzelnen Bewerbungen werde keine Auskunft gegeben.
Wann und wo die deutsche Vorentscheidung stattfindet, steht noch nicht fest. Das Finale des Eurovision Song Contest 2027 soll am 15. Mai im bulgarischen Burgas ausgetragen werden.
Songidee während des Komas
Der 80-jährige Siegel war im Juli schwer erkrankt und lag in einem künstlichen Koma. Dem „Münchner Merkur“ hatte er danach gesagt, er habe aus dem Koma ein Lied mitgebracht, das in seinem Kopf sei und das er beim nächsten ESC einreichen wolle.
Siegel zählt zu den bekanntesten deutschen Schlagerkomponisten und Produzenten. Er veröffentlichte nach eigenen Angaben rund 3.000 Lieder; sein bekanntester Erfolg ist „Ein bisschen Frieden“, das 1982 den Eurovision Song Contest gewann.
Rückkehr eines ESC-erfahrenen Komponisten
Ralph Siegel gehört zu den prägendsten deutschen Figuren des Eurovision Song Contest. Sein größter Erfolg war der Sieg 1982 mit „Ein bisschen Frieden“, daneben war er über Jahrzehnte an zahlreichen deutschen Beiträgen beteiligt. Die geplante Bewerbung knüpft damit an eine lange ESC-Geschichte an, verbindet sie aber mit einer neu formierten Version von „Dschingis Khan“.
Die Bewerbung ist zunächst ein Vorschlag im deutschen Auswahlverfahren und keine Zusage für den Wettbewerb. Über die Teilnahme entscheidet das zuständige Auswahlverfahren; Angaben zum Vorentscheid liegen noch nicht fest. Für Siegel bedeutet die Einreichung zugleich einen Neustart nach einer schweren Erkrankung und einem künstlichen Koma im Juli.
Traditionsname trifft auf neue ESC-Anforderungen
„Dschingis Khan“ war Ende der 1970er Jahre mit eingängigen, international verständlichen Bühnenshows erfolgreich. Eine Neuauflage müsste diesen Wiedererkennungswert mit einem zeitgemäßen Lied, einer überzeugenden Live-Darbietung und einem klaren künstlerischen Konzept verbinden. Gerade beim ESC entscheidet nicht allein der bekannte Name, sondern das Zusammenspiel aus Song, Inszenierung und Publikumseffekt.
Für das deutsche Publikum dürfte die Bewerbung deshalb vor allem zwei Ebenen verbinden: die Erinnerung an einen prägenden Schlageract und die Frage, ob ein historischer Gruppenname auch eine neue Generation erreichen kann. Sollte der Beitrag für den Vorentscheid ausgewählt werden, würde die öffentliche Debatte voraussichtlich stärker auf Besetzung, Lied und Bühnenshow gelenkt als auf Siegels frühere Erfolge.
