Rauchen in Immobilien: Was KĂ€ufer und Vermieter beachten sollten
17.03.2026 - 09:00:10 | presseportal.deDie Auswirkungen von GerĂŒchen, RĂŒckstĂ€nden und Renovierungskosten auf Immobilien sind gröĂer, als viele Menschen annehmen. Markus Lindblad von Haypp hat aufgearbeitet, wie sich Rauchen negativ auf den wirtschaftlichen Wert von Immobilien auswirken kann, und erklĂ€rt, warum es wichtig ist, dieses Problem anzugehen.
Wer kennt sie noch, die Eckkneipen, wie sie zum Beispiel der Ruhrgebietsautor Frank Goosens in einem Interview mit der SĂŒddeutschen Zeitung beschreibt:
âDie Kneipe, wie sie frĂŒher war, hat Buntglasscheiben, durch die man nicht reingucken kann. Manchmal sind Motive aus der Arbeitswelt eingearbeitet. Gleich hinter der TĂŒr hing ein schwerer Filz, der als Windfang fungierte, mit einer Lederborte unten dran. Du machtest die TĂŒr auf, standst vor diesem dunkelroten Filz und musstest den wie einen Theatervorhang teilen, um in die eigentliche Kneipe zu kommen. Dann ein Tresen mit schwarzem Bakelit-Handlauf und unten einer FuĂleiste, davor Holzhocker. Am Ende des Tresens ist eine Vitrine, da stehen die Frikadellen drin, und an den Balken unter der Decke hĂ€ngen Schals vom FuĂballverein.â
Was Goosens in seiner Beschreibung zu erwĂ€hnen vergessen hat: Sobald man eine Kneipe betrat, umhĂŒllte einen eine schwere Rauchwolke â meist aus Zigarettenqualm, manchmal auch von billigen Zigarren, sehr selten aus Pfeifentabak, das war eher den StudienrĂ€ten und BuchhĂ€ndlern zugehörig, die frĂŒher selten in solchen Eckkneipen zu sehen waren.
VerfĂ€rbungen und unangenehme GerĂŒche: TabakrĂŒckstĂ€nde fressen sich tief in WĂ€nde und Mobiliar
Seit etwa 2008 gibt es in Deutschland ein Rauchverbot in Kneipen. Einige BundeslĂ€nder sind frĂŒher damit gestartet, aber seit diesem Jahr ist das Verbot flĂ€chendeckend â mit Ausnahmen fĂŒr Raucherclubs, Einraumkneipen oder abgetrennte Raucherbereiche. Wie sehr sich Tabakqualm ĂŒber Jahre und Jahrzehnte in HolzgebĂ€lk und Mobiliar gefressen hat, das merkte man spĂ€testens ab diesem Datum, als viele Kneipenbetreiber:innen begannen, ihre Kneipen rauch- und geruchsfrei zu bekommen.
Aber RĂ€umlichkeiten von Rauchern sind nicht nur subjektiv gesehen kontaminiert. Es gibt auch wissenschaftliche Belege dafĂŒr: Eine Studie aus 2021 widmet sich giftigen TabakrauchrĂŒckstĂ€nden in InnenrĂ€umen, die im englischen Sprachraum âThirdhand-Smokeâ (THS) genannt werden. RĂŒckstĂ€nde wie Nikotin oder Teer können demnach noch lange nach dem Ende des Rauchens in InnenrĂ€umen verbleiben.
Studie zeigt: Starke Raucherwohnungen mĂŒssen aufwendig gereinigt oder mit Spezialfarben renoviert werden
Eins der Ergebnisse: Ăber einen Zeitraum von vier Monaten vor der Reinigung blieben die Nikotinwerte auf OberflĂ€chen praktisch unverĂ€ndert. Von selbst also verflĂŒchtigen sich die RĂŒckstĂ€nde nicht. Signifikante VerĂ€nderung gab es auf OberflĂ€chen durch kombinierte Reinigungen (von trocken ĂŒber feucht bis nass). Unmittelbar nach der Reinigung reduzierten sich die RĂŒckstĂ€nde um 43 Prozent, drei Monate spĂ€ter lagen sie um 53 Prozent niedriger.
Interessant ist: Die Nikotinbelastung im Staub sank direkt nach einer Reinigung um 60 Prozent, stieg drei Monate spĂ€ter aber wieder auf das Niveau vor der Reinigung an. So kann man festhalten: ReinigungsmaĂnahmen reduzierten die Nikotin- und Teerbelastung in Staub und auf OberflĂ€chen, entfernten sie aber nicht dauerhaft. Da hilft nur wiederholtes Reinigen â oder Renovieren.
Ăbrigens: Wenn es in RĂ€umen, in denen frĂŒher geraucht wurde, nicht mehr nach Rauch riecht, heiĂt das nicht, dass alle RĂŒckstĂ€nde bereits verflogen sind. Mitunter kann der Geruch nach kaltem Rauch sogar zurĂŒckkehren, etwa, wenn Feuchtigkeit oder WĂ€rme in RĂ€ume eindringt. Besonders hartnĂ€ckig halten sich Geruchspartikel ĂŒbrigens in Polstern, VorhĂ€ngen, Teppichen oder Holzpaneelen.
Wertminderung und gesundheitliche Risiken durch Tabakqualm
Als Faustregel gilt in jedem Fall: Sollen Immobilien unrenoviert verĂ€uĂert oder vermietet werden, senkt das ihren Wert. AuĂerhalb der boomenden StĂ€dte und Toplagen kann sich der potenzielle Markt deutlich verkleinern.
âWer in Ballungszentren wie Berlin, MĂŒnchen, Hamburg oder Köln eine Wohnung sucht, wird einen Geruchstest oder das Messen von Schadstoffbelastungen eher weniger in Betracht ziehen, sondern freut sich ĂŒber eine Gelegenheit", so Markus Lindblad vom Online-HĂ€ndler Haypp. âTrotzdem bleibt festzuhalten: GrundsĂ€tzlich mindern TabakrĂŒckstĂ€nde den Marktwert eines Wohnraums um bis zu 30 Prozent, weil sie den Zustand einer Immobilie verschlechtern, was wiederum einen höheren Sanierungsbedarf nach sich zieht. Das dauert â und kostet."
Dazu kommen die gesundheitlichen Risiken fĂŒr die Neumieter. Markus Lindblad: âAls Mieter wĂŒrde ich es mir manchmal doppelt ĂŒberlegen, eine Raucherwohnung zu ĂŒbernehmen. Viele Schadstoffe aus dem Tabak können ĂŒber Jahre aktiv bleiben. Diese enthalten schĂ€dliche, teilweise krebserregende Substanzen. Menschen mit Vorerkrankungen oder Kinder sind dabei besonders gefĂ€hrdet, wenn sie diesen Emissionen ausgesetzt sind."
Aktuelle Berichte zeigen: Deutschland hinkt im Kampf gegen das Rauchen hinterher, um das EU-Ziel einer tabakfreien Generation bis 2040 zu erreichen.
Pressekontakt fĂŒr RĂŒckfragen:
Lisa Hottes
Head of PR & External Affairs DACH
E-Mail: lisa.hottes@hayppgroup.com
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