Reinhard Mey, Schatzhauser

Reinhard Mey veröffentlicht „Schatzhauser“ mit neuem „In meinem Garten“

Veröffentlicht am: 25.09.2026 um 12:27 Uhr | dpa, AD HOC NEWS

Reinhard Mey veröffentlicht mit „Schatzhauser“ sein 30. Studioalbum und nimmt darauf den 1970 erschienenen Titel „In meinem Garten“ neu auf. Das Lied war Ende 2025 nach einer Haftbefehl-Dokumentation überraschend auf Platz 15 der deutschen Charts gestiegen.

Der Sänger Reinhard Mey hat nun sein 30. Studioalbum veröffentlicht. (Archivbild) - Bild: Swen Pförtner/dpa
Der Sänger Reinhard Mey hat nun sein 30. Studioalbum veröffentlicht. (Archivbild) - Bild: Swen Pförtner/dpa

Reinhard Mey veröffentlicht mit „Schatzhauser“ sein 30. Studioalbum und kehrt darauf mit einer Neuaufnahme von „In meinem Garten“ zu einem Lied aus dem Jahr 1970 zurück.

Chart-Comeback nach Haftbefehl-Dokumentation

Ende 2025 war die melancholische Ballade durch die Netflix-Dokumentation „Babo – Die Haftbefehl-Story“ unerwartet neu bekannt geworden. Rapper Haftbefehl, bürgerlich Aykut Anhan, singt darin eine Passage des Liedes mit heiserer Stimme nach.

Anschließend erreichte „In meinem Garten“ Platz 15 der deutschen Charts. Mey sagte, ihn habe überrascht, dass ein mehr als 50 Jahre altes, nur zur Gitarre gesungenes Lied eine solche Renaissance erlebe.

Zurück zu den musikalischen Anfängen

Der 83-Jährige benannte das Album nach dem Schatzhauser aus einem Märchen von Wilhelm Hauff. Mit der Platte wolle er zu seinen Wurzeln zurückkehren und seine neuen Lieder „ganz schlicht, ganz einfach, ganz allein“ aufnehmen – nur mit einer Gitarre und einer Stimme.

Die 13 Stücke sind entsprechend reduziert produziert. Mey verzichtet auf Orchester, zusätzliche Arrangements und moderne Sounds. Inhaltlich handeln die Lieder von Reisen, Begegnungen, Erinnerungen und der Vergänglichkeit des Lebens.

Zwischen Nachdenklichkeit und direkter Kritik

Im Lied „Tristan“ erzählt Mey von einem Museumsbesuch mit seinem Enkel und richtet den Blick auf die Zukunft der Menschheit. Darin kritisiert er unter anderem den Umgang mit Regenwald und Artenvielfalt.

Kein endgĂĽltiger Abschied

Obwohl viele Passagen des Albums nach Abschied klingen, will Mey die Platte nicht als letztes Wort verstanden wissen. Er erklärte, er habe Dinge für den Fall sagen wollen, dass der Abschied komme und nichts ungesagt bleibe.

Zugleich betonte der Liedermacher, er werde weiterschreiben, solange er lebe. Er mache weiter, habe einen Blutdruck von 135 zu 80 und laufe acht Kilometer.

Dank an Haftbefehl

Mey bedankte sich bei Haftbefehl für die neue Aufmerksamkeit, getroffen habe er den Rapper bislang jedoch nicht. Die Neuaufnahme von „In meinem Garten“ kann damit auch als musikalisches Dankeschön für die unerwartete Wiederentdeckung des Liedes verstanden werden.

Ein Album zwischen RĂĽckblick und Gegenwart

„Schatzhauser“ verbindet persönliche Erinnerung mit einer bewusst zurückgenommenen musikalischen Form. Die 13 Lieder sind nur mit Gitarre und Stimme aufgenommen und knüpfen damit an Reinhard Meys Anfänge Mitte der 1960er-Jahre an. Der Verzicht auf große Arrangements rückt die Texte und die Stimme ins Zentrum.

Das Thema Vergänglichkeit erhält vor dem Hintergrund von Meys Biografie zusätzliches Gewicht. Sein Sohn Maximilian starb 2014 im Alter von 32 Jahren nach einer verschleppten Lungenentzündung. In einem aktuellen Gespräch beschrieb Mey den Verlust als „abgrundtiefen Schmerz“ und machte zugleich deutlich, dass er trotz seiner Beschäftigung mit Tod und Abschied weiterleben und weiterschreiben wolle.

Ein ungewöhnlicher Weg zurück in die Charts

Die erneute Aufmerksamkeit für „In meinem Garten“ zeigt, wie ältere Musik durch neue kulturelle Zusammenhänge ein jüngeres Publikum erreichen kann. Das Lied entstand 1970 und wurde Ende 2025 durch die Dokumentation „Babo – Die Haftbefehl-Story“ neu wahrgenommen. Haftbefehl singt darin einen Ausschnitt der Ballade nach; anschließend gelang Mey der Sprung auf Platz 15 der deutschen Charts.

Für Leserinnen und Leser ist „Schatzhauser“ deshalb mehr als eine reguläre Neuveröffentlichung: Das Album führt einen etablierten Liedermacher zurück zu einer einfachen Produktionsweise und verbindet dessen Lebensrückblick mit einer unerwarteten popkulturellen Renaissance. Die Neuaufnahme von „In meinem Garten“ macht diese Verbindung unmittelbar hörbar.

FOCUS online: „Reinhard Mey spricht über seinen verstorbenen Sohn: „Abgrundtiefer Schmerz““ (24.09.2026)

Der Bericht hebe Meys Umgang mit dem Tod seines Sohnes und seine Gedanken über die eigene Vergänglichkeit hervor. Zugleich betone der Artikel, Mey stehe weiterhin mitten im Leben und sehe sein neues Album eher als Momentaufnahme denn als endgültigen Abschied; den Schwerpunkt setze er damit stärker auf die biografische Dimension als die dpa-Meldung.

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