Russell Brand, Strafprozess in London

Russell Brand wegen Vergewaltigung und Nötigung schuldig

Veröffentlicht am: 05.11.2026 um 15:47 Uhr | dpa, AD HOC NEWS
Die Jury verurteilte den 51-Jährigen wegen einer Vergewaltigung und dreier Fälle sexueller Nötigung. Nach der Entscheidung kam Brand in Untersuchungshaft; das Strafmaß soll am Montag folgen.

Jury bewertet Anklagepunkte getrennt

  • Die Geschworenen sprachen Russell Brand wegen einer Vergewaltigung und drei Fällen sexueller Nötigung schuldig.
  • Das Urteil fiel am Londoner Southwark Crown Court nach einem mehrwöchigen Prozess.
  • Brand wurde von zwei weiteren Vergewaltigungsvorwürfen und zwei Vorwürfen sexueller Übergriffe freigesprochen.
  • Der britische Schauspieler und frühere Comedian Russell Brand ist in einem Prozess um sexuelle Gewalt in mehreren Anklagepunkten schuldig gesprochen worden. - Bild: James Manning/PA Wire/dpa
  • Die Taten hätten sich zu einer Zeit ereignet, in der Brands Popularität stark zugenommen habe, hieß es zuletzt von der Staatsanwaltschaft. - Bild: James Manning/PA Wire/dpa
Der britische Schauspieler und frühere Comedian Russell Brand ist in einem Prozess um sexuelle Gewalt in mehreren Anklagepunkten schuldig gesprochen worden. - Bild: James Manning/PA Wire/dpa Die Taten hätten sich zu einer Zeit ereignet, in der Brands Popularität stark zugenommen habe, hieß es zuletzt von der Staatsanwaltschaft. - Bild: James Manning/PA Wire/dpa

Russell Brand nach Jury-Urteil in Untersuchungshaft

Der britische Schauspieler und frühere Comedian Russell Brand ist in einem Strafprozess wegen sexueller Gewalt in mehreren Punkten schuldig gesprochen worden. Die Geschworenen am Londoner Southwark Crown Court befanden den 51-Jährigen wegen einer Vergewaltigung und drei Fällen sexueller Nötigung für schuldig.

Freisprüche in weiteren Anklagepunkten

Nach dem Urteil muss sich Brand auf eine Haftstrafe einstellen. Der Richter ordnete deshalb Untersuchungshaft an; das Strafmaß soll am kommenden Montag bekanntgegeben werden.

Die Jury sprach Brand von zwei weiteren Vergewaltigungsvorwürfen sowie zwei angeblichen Fällen sexueller Übergriffe frei. Der Schuldspruch wegen Vergewaltigung betrifft einen damals 21 Jahre alten weiblichen Fan nach einem Auftritt in einem Londoner Theater.

Brand bestritt die Vorwürfe

In dem mehrwöchigen Prozess schilderten die betroffenen Frauen die Vorwürfe ausführlich. Auch Brands Frau Laura sagte vor Gericht aus und stärkte ihrem Ehemann den Rücken.

Brand hatte die Vorwürfe stets bestritten. Er sagte zuletzt, die Anschuldigungen wegen Vergewaltigung seien verheerend. Als der Richter den Schuldspruch im Fall der Vergewaltigung verkündete, schloss Brand die Augen und reagierte ansonsten kaum.

Staatsanwaltschaft verwies auf Brands Popularität

Die Staatsanwaltschaft warf dem Schauspieler schwere charakterliche Mängel vor. Sie argumentierte, die Taten hätten sich zu einer Zeit ereignet, in der Brands Popularität stark zugenommen habe, und er habe seine Bekanntheit für sexuelle Kontakte ausgenutzt.

Brand wurde durch provokante Auftritte als Stand-up-Comedian sowie durch seine Arbeit als Radio- und Fernsehmoderator bei BBC und MTV bekannt. Mit Filmen wie «Nie wieder Sex mit der Ex» aus dem Jahr 2008 erreichte er ein internationales Publikum.

Früheres Verhalten im Prozess thematisiert

Der Schauspieler lebte zeitweise in den USA und war mit der Popsängerin Katy Perry verheiratet. Die Ehe wurde nach 14 Monaten getrennt.

Vor Gericht räumte Brand ein, früher von Sex besessen gewesen zu sein. Seine Popularität habe es ihm leicht gemacht, sexuelle Kontakte zu knüpfen; rückblickend halte er dieses Verhalten für falsch.

Der Schuldspruch gegen Russell Brand markiert den vorläufigen Abschluss eines mehrwöchigen Strafverfahrens in London. Im Zentrum standen Aussagen von Frauen, die den früheren Fernseh- und Radiostar beschuldigten. Die Jury unterschied dabei zwischen den einzelnen Anklagepunkten: Neben dem Schuldspruch wegen einer Vergewaltigung und drei Fällen sexueller Nötigung erfolgten Freisprüche in zwei weiteren Vergewaltigungsvorwürfen und zwei Vorwürfen sexueller Übergriffe.

Der Fall steht zugleich im Zusammenhang mit der breiteren Debatte über Machtverhältnisse in der Unterhaltungsbranche. Die Staatsanwaltschaft argumentierte, Brand habe seine Bekanntheit und seinen Zugang zu Fans für sexuelle Kontakte ausgenutzt. Solche Verfahren hängen wesentlich von der detaillierten Bewertung einzelner Zeugenaussagen und der übrigen Beweismittel durch die Geschworenen ab.

Strafmaß als nächster Schritt

Mit dem Schuldspruch ist das Verfahren noch nicht abgeschlossen. Brand befindet sich nach der Gerichtsentscheidung in Untersuchungshaft; das Strafmaß soll am kommenden Montag verkündet werden. Erst dann steht fest, welche konkrete Freiheitsstrafe das Gericht verhängt.

Für die Betroffenen bedeutet das Urteil eine juristische Entscheidung über die angeklagten Taten, während Brand die Vorwürfe stets bestritten hat. Die unterschiedlichen Juryentscheidungen zeigen zugleich, dass die einzelnen Anklagepunkte getrennt bewertet wurden. Die weiteren rechtlichen Schritte hängen vom Strafmaß und möglichen Rechtsmitteln ab.

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