Teams, RentenabgÀnge

Überlastete Teams und RentenabgĂ€nge: Die stille Krise im Handwerk

21.07.2025 - 10:50:00

Schemmerhofen - Überforderte Mitarbeiter, zu wenig Nachwuchs und stetig steigende Anforderungen – viele Handwerksbetriebe stoßen lĂ€ngst an ihre Grenzen. WĂ€hrend die einen ihre AuftrĂ€ge kaum noch stemmen können, stehen andere aufgrund der in Rente gehenden Babyboomer vor dem Wissensverlust einer ganzen Generation. Doch wie können Betriebe auf diese stille Krise reagieren, ohne an Substanz zu verlieren?

Viele Betriebe laufen auf Verschleiß – Tag fĂŒr Tag wird improvisiert, statt strategisch geplant. Doch wer jetzt keine Strukturen schafft, verliert nicht nur Wissen, sondern auch seine ZukunftsfĂ€higkeit. In diesem Beitrag erfahren Sie, worauf es jetzt wirklich ankommt, wie sich die grĂ¶ĂŸten Risiken rechtzeitig erkennen lassen – und welche ersten Schritte Betriebe sofort einleiten sollten, um nicht in der Überforderung stecken zu bleiben.

Teufelskreis aus Zeitdruck und Personalmangel

Viele Handwerksbetriebe erleben derzeit einen paradoxen Zustand: Die Nachfrage ist hoch, doch gleichzeitig gerĂ€t das Personal aufgrund des akuten FachkrĂ€ftemangels zunehmend an seine Grenzen. Im Arbeitsalltag herrscht ein Klima des stĂ€ndigen Krisenmanagements, das kaum Raum fĂŒr systematische Planung und strategischen Fortschritt lĂ€sst. Hinzu kommen mehrere strukturelle Probleme – so etwa der demografische Wandel: In den nĂ€chsten Jahren werden zahlreiche erfahrene FachkrĂ€fte in Rente gehen, die ihr Wissen nie dokumentiert haben. Diese damit einhergehenden Wissensverluste gefĂ€hrden nicht bloß die LeistungsfĂ€higkeit einzelner Betriebe, sondern die ZukunftsfĂ€higkeit der gesamten Branche.

Gleichzeitig bleiben AusbildungsplĂ€tze unbesetzt, weil die meisten jungen Menschen heutzutage andere Branchen bevorzugen. FĂŒr die verbleibenden Mitarbeiter bedeutet das eine stetig wachsende Belastung: Überstunden, sinkende Motivation und KrankheitsausfĂ€lle sind an der Tagesordnung. Schlimmer noch: WĂ€hrend andere Betriebe in Modernisierung investieren, leidet das Handwerk weiter unter fehlenden Strukturen, mangelnder Digitalisierung und unklaren ZustĂ€ndigkeiten. Ein Teufelskreis, denn dadurch werden Handwerksbetriebe nach außen hin nicht als attraktiver Arbeitgeber wahrgenommen – mit der Folge, dass NachwuchskrĂ€fte weiterhin ausbleiben.

Strategien gegen die stille Krise

Um gegenzusteuern, sollten Handwerksbetriebe frĂŒhzeitig gezielte Schritte ergreifen und die Wissenssicherung aktiv gestalten. Durch die EinfĂŒhrung eines strukturierten Mentorenprogramms und den Aufbau von digitalen Wissensarchiven können sie sicherstellen, dass das Wissen erfahrener FachkrĂ€fte beim Austritt nicht verloren geht. Auch die Personalentwicklung sollte gezielt und planbar sein: So können Handwerksbetriebe zum Beispiel Teilzeit- oder Entlastungsmodelle fĂŒr Ă€ltere FachkrĂ€fte einfĂŒhren, um deren Wissen lĂ€nger zu erhalten. Noch wichtiger ist eine systematische Ausbildungsförderung mit klarem Karrierepfad und modularen Fortbildungen, die Perspektiven schafft und Mitarbeiter bindet. Aber auch digitale Prozesse und klare Strukturen spielen eine Rolle: Schon einfache Tools fĂŒr Projekt- und Aufgabenmanagement, digitale Zeiterfassung sowie Lager- und Materialverwaltung können den Arbeitsalltag erheblich erleichtern.

Ein weiterer Hebel ist der Aufbau einer krisenfesten Personalstrategie. Handwerksbetriebe, die SchĂŒler und Quereinsteiger frĂŒhzeitig ansprechen, können gezielt eine eigene Talent-Pipeline aufbauen, die die Nachfolgeplanung deutlich erleichtert. Gleiches gilt fĂŒr die Zusammenarbeit mit Schulen, Kammern und Jobplattformen. Zu guter Letzt lohnt es sich, Kooperationen mit anderen Betrieben oder externen Anbietern in Betracht zu ziehen. Manche Aufgaben lassen sich auslagern – so etwa in den Bereichen Buchhaltung, IT oder Marketing. Das schafft Raum, um sich auf die eigentlichen StĂ€rken zu konzentrieren.

Erste Schritte fĂŒr betroffene Handwerksbetriebe

Um den Krisenmodus hinter sich zu lassen, sollten betroffene Handwerksbetriebe zunÀchst einen ehrlichen Blick auf die eigene Lage werfen. Welche Prozesse sind dokumentiert? Wo besteht die Gefahr personeller oder technischer EngpÀsse? Welche Aufgaben kosten aktuell besonders viel Zeit? Die gewonnenen Erkenntnisse helfen im zweiten Schritt dabei, hÀufige AblÀufe zu standardisieren.

Es ist entscheidend, die Mitarbeitenden aktiv in den Prozess der Priorisierung von Verbesserungsmaßnahmen einzubeziehen. RegelmĂ€ĂŸige TeamgesprĂ€che, in denen die Belastungssituation offen thematisiert wird, helfen dabei, Unzufriedenheit frĂŒhzeitig zu erkennen. Auch VerĂ€nderungen und Planungen sollten möglichst transparent kommuniziert werden, um das Vertrauen der Belegschaft zu stĂ€rken. Gleichzeitig können klare Rollenverteilungen und zuverlĂ€ssige Vertretungsregelungen dabei helfen, fĂŒr Sicherheit und Orientierung zu sorgen. Handwerksbetriebe, die diese Faktoren berĂŒcksichtigen, können ihren Betrieb nicht nur stabilisieren, sondern fĂŒr die Zukunft neu aufstellen.

Über Michael Bendl:

Michael Bendl ist GeschĂ€ftsfĂŒhrer der BM Digital GmbH und unterstĂŒtzt Handwerksbetriebe im Social-Recruiting. Er entwickelt digitale Strategien, um die Sichtbarkeit seiner Kunden zu erhöhen und passende FachkrĂ€fte zu gewinnen. Dabei setzt er auf Werbekampagnen, Social-Media-Marketing und den gezielten Einsatz von VideobeitrĂ€gen. Mehr Informationen unter: https://www.bewerber-magnet.de/

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