Gesellschaft, TV-Ausblick

Streiten wir noch oder hassen wir schon? Haben wir das demokratische Streiten verlernt?

13.05.2026 - 09:00:09 | presseportal.de

Mainz - SWR Demokratieforum auf der re:publica in Berlin am 18. Mai mit Michel Friedman und GĂ€sten / Mitschnitt ab 24. Mai 2026 um 9:45 Uhr im SWR, in der ARD Mediathek und ARD Sounds

Streiten wir noch oder hassen wir schon? Haben wir das demokratische Streiten verlernt? - Foto: presseportal.de
Streiten wir noch oder hassen wir schon? Haben wir das demokratische Streiten verlernt? - Foto: presseportal.de

Wie steht es um die demokratische Streitkultur? Geht es darum, Lösungen zu finden oder stehen sich unversöhnliche Lager gegenĂŒber? SWR Moderator Michel Friedman diskutiert zum Thema "Streiten wir noch oder hassen wir schon? Haben wir das demokratische Streiten verlernt?" mit Heidi Reichinnek, Vorsitzende der Fraktion Die Linke im Bundestag, Prof. Dr. Alena Buyx, Medizinethikerin und Markus Blume (CSU), Bayerischer Staatsminister fĂŒr Wissenschaft und Kunst, am 18. Mai auf der re:publica in Berlin. Das GesprĂ€ch wird am Sonntag, 24. Mai 2026, um 9:45 Uhr im SWR ausgestrahlt und ist in der ARD Mediathek abrufbar. Auf dem SWR Youtube Kanal werden die Höhepunkte veröffentlicht. Zum Hören ist die Diskussion in SWR Aktuell Radio und hr INFO sowie als Podcast in ARD Sounds.

LautstĂ€rke ĂŒbertrumpft Inhalt

"Inhaltslosigkeit wird verdeckt durch LautstĂ€rke", sagt Michel Friedman. Wir erleben tĂ€glich - im Bundestag wie am Stammtisch -, dass Debatten aggressiver werden: Es wird mehr behauptet als begrĂŒndet, mehr provoziert als argumentiert. Strategien wie "Flood the zone with shit" von Donald Trumps Ex-Berater Steve Bannon zeigen Wirkung. LautstĂ€rke ersetzt Struktur, Empörung verdrĂ€ngt Argumente.

Digitale Debattenkultur als Brandbeschleuniger

Dabei ist Streit kein Betriebsunfall der Demokratie, sondern ihr Motor. Er ist Ausdruck politischer Freiheit - und zugleich eine Zumutung. Demokratie verlangt, GegensĂ€tze auszuhalten, ohne sie zu vernichten. Doch genau diese FĂ€higkeit gerĂ€t unter Druck. Eine zentrale Rolle spielt dabei die digitale Debattenkultur: Soziale Medien belohnen Zuspitzung, Emotionalisierung und Eskalation. Algorithmen verstĂ€rken Konflikte, verkĂŒrzen Argumente und begĂŒnstigen Freund-Feind-Logiken. Digitale Öffentlichkeit wird so zum Resonanzraum fĂŒr Empörung statt zum Ort der Auseinandersetzung.

Gilt bald wieder nur die Macht des StÀrkeren?

Die Ethikprofessorin Alena Buyx beschreibt das Problem jenseits der Wissenschaft sehr grundsĂ€tzlich: "Fakten allein reichen oft nicht mehr aus, um zu ĂŒberzeugen." Wer Menschen erreichen wolle, mĂŒsse auch die emotionale und relationale Ebene ernst nehmen. Doch das sei kein Freibrief fĂŒr Manipulation, sondern eine ethische Herausforderung: Wie streitet man so, dass der andere nicht entmenschlicht wird - und Wahrheit dennoch nicht relativiert wird? Diese Frage verschĂ€rft sich in der aktuellen Zeitenwende durch den Blick nach außen: Wir erleben eine Weltordnung im Umbruch, in der nicht mehr zivilisiert gestritten, sondern Macht demonstriert wird. Völkerrecht verliert an Verbindlichkeit, Dialog an Bedeutung. Das Recht des StĂ€rkeren kehrt zurĂŒck.

Demokratische Streitkultur unter Druck

Was macht es mit der Streitkultur einer Demokratie, wenn globale Machtpolitik, digitale Empörungslogiken und postfaktische Erregung zusammenwirken? Welche Diskussionshaltungen importieren wir - oft unbewusst - in die eigene politische Auseinandersetzung? Dazu kommt ein postfaktisches Klima, in dem GefĂŒhle mehr zĂ€hlen als Fakten. Streit kippt in persönliche Abwertung, es bilden sich feindliche Lager. Die zentrale Frage lautet nicht mehr: Was ist richtig? - sondern: Wer gehört zu welchem Lager? Alena Buyx warnt: Wenn Streit nur noch Mittel ist, die eigenen Position durchzusetzen, verliert er seinen demokratischen Kern. Dann wird nicht mehr um Lösungen und Kompromisse gerungen, sondern um Dominanz - online wie offline.

Über die re:publica

Die re:publica Berlin ist das Festival fĂŒr die digitale Gesellschaft und die grĂ¶ĂŸte Konferenz ihrer Art in Europa.

Über das SWR Demokratieforum

Das Demokratieforum ist ein GesprĂ€chsformat des SWR, das sich mit Themen beschĂ€ftigt, die unsere Gesellschaft und unsere Demokratie herausfordern. Ein Streit- und Denkraum fĂŒr Demokratie, bei dem Wissenschaftler:innen, Politiker:innen, Journalist:innen, Autor:innen und Vertreter:innen der Wirtschaft ĂŒber aktuelle Probleme sprechen und ĂŒber Konzepte und Ideen diskutieren. Das GesprĂ€ch mit drei GĂ€sten bietet Zeit, gemeinsam Ideen zu entwickeln und nachzudenken - fernab von kurzen, plakativen Talkshow-Statements.

SWR Demokratieforum auf der re.publica: "Streiten wir noch oder hassen wir schon? - Haben wir das demokratische Streiten verlernt?"

Sonntag, 24. Mai 2026, 9:45 Uhr im SWR und in der ARD Mediathek. Auf dem SWR Youtube Kanal werden die Höhepunkte veröffentlicht. Zum Hören ist die Diskussion in SWR Aktuell Radio und hr INFO sowie als Podcast in ARD Sounds.

Infos auch hier: http://swr.li/demokratieforum-republica2026-streitkultur

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