Suchinteresse am Gitarrelernen in Deutschland seit 2016 mehr als halbiert
Veröffentlicht am: 21.10.2026 um 15:58 Uhr | presseportal, AD HOC NEWSGrundlage sind rund 1,1 Millionen Google-Suchanfragen pro Monat wie "Klavier lernen" oder "Gitarrenunterricht", erfasst in 32 LĂ€ndern und 19 Sprachen. FĂŒr das LĂ€nderranking werden die Suchvolumina ins VerhĂ€ltnis zur BevölkerungsgröĂe, zur Internetnutzung und zum Google-Marktanteil gesetzt. Eine ergĂ€nzende Google-Trends-Auswertung zeigt die Entwicklung von 2016 bis 2025, jeweils im Vergleich zum Ausgangswert des einzelnen Landes.
Das Suchinteresse am Gitarrelernen sinkt schon vor der Pandemie
Der RĂŒckgang des Suchinteresses am Gitarrelernen begann in den untersuchten LĂ€ndern Kontinentaleuropas bereits vor der Pandemie. WĂ€hrend der Lockdowns 2020 stieg es in den meisten untersuchten LĂ€ndern vorĂŒbergehend an. In Deutschland betrug das Plus gegenĂŒber 2019 lediglich 4 %, im Vereinigten Königreich waren es 52 %.
Auch die Statistik der öffentlichen Musikschulen im Verband deutscher Musikschulen zeigt unterschiedliche Entwicklungen: Die Fachbelegungen fĂŒr Gitarre gingen von 128.600 im Jahr 2019 auf 117.500 im Jahr 2021 zurĂŒck, beim Klavier von 164.900 auf 160.100. Dieser Vergleich umfasst allerdings die Pandemiejahre und belegt fĂŒr sich genommen keinen langfristigen Trend.
Das Google-Suchinteresse am Klavierlernen sank in Deutschland ebenfalls, aber deutlich weniger stark: 2025 lag es 30% unter dem Niveau von 2016. In der breiteren Google-Trends-Kategorie "Music Education & Instruction" betrug der RĂŒckgang dagegen nur 10%. Das spricht dagegen, den RĂŒckgang beim Gitarrelernen allein mit einer allgemeinen Abwanderung von Google zu erklĂ€ren. Ob Gitarrenlernende stĂ€rker zu anderen Plattformen gewechselt sind, lĂ€sst sich aus den Daten nicht bestimmen.
Gitarre beim Musizieren vorn, Klavier bei der Unterrichtssuche
Unter den Amateurmusizierenden ab 16 Jahren in Deutschland spielen 28% Gitarre und 24% Klavier (Allensbach, Winter 2024/25). Die Suchdaten zeigen eine andere Perspektive: Im untersuchten Zeitraum gab es in Deutschland mehr Suchanfragen nach Klavierunterricht als nach Gitarrenunterricht.
Die internationale Auswertung zeigt ein passendes Muster: Beim Vergleich von Gitarre und Klavier entfallen bei Suchanfragen zum Selbstlernen 62% auf die Gitarre und 38% auf das Klavier. Bei Unterrichtssuchen liegt dagegen das Klavier mit 66% gegenĂŒber 34% vorn. Da Unterrichtssuchen rund drei Viertel der ausgewerteten Klavier- und Gitarrensuchen ausmachen, geben sie den Ausschlag fĂŒr den Vorsprung des Klaviers im Gesamtvergleich der beiden Instrumente.
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Ăhnlich kĂŒnstlerisch aktiv, unterschiedliches Suchinteresse
In Norwegen und Irland ist ein Ă€hnlich groĂer Anteil der Bevölkerung kĂŒnstlerisch aktiv: 48 % beziehungsweise 45 %. Irlands Indexwert fĂŒr das Suchinteresse am Instrumentenlernen ist jedoch etwa doppelt so hoch wie Norwegens. Unterschiede im Zugang zu musikalischer Bildung könnten dazu beitragen: In Norwegen sind die Kommunen gesetzlich verpflichtet, Kulturschulangebote fĂŒr Kinder und Jugendliche bereitzustellen. Das irische Musikbildungsprogramm Music Generation erreichte 2025 nach eigenen Angaben 10 % der Kinder und Jugendlichen. Ob die unterschiedlichen Bildungsangebote den Abstand beim Suchinteresse erklĂ€ren, lĂ€sst sich aus den Daten allerdings nicht ableiten.
Zur vollstÀndigen Studie: https://www.skoove.com/blog/de/index-musikalischer-ehrgeiz/
Sie enthĂ€lt Werte fĂŒr alle 32 LĂ€nder, das meistgesuchte Instrument jedes Landes, den Vergleich mit dem Nationalinstrument fĂŒr 25 LĂ€nder vom Alphorn bis zum BandoneĂłn und einen interaktiven LĂ€ndervergleich.
Methodik
Der Index zĂ€hlt Google-Suchen wie "Klavier lernen", "Gitarrenunterricht" oder "wie spielt man Schlagzeug" fĂŒr Klavier, Gitarre, Geige, Schlagzeug und Gesang in 32 LĂ€ndern und 19 Sprachen, als Google-Ads-Suchvolumen im Monatsschnitt von August 2025 bis Februar 2026. Gerechnet wird je 1.000 Erwachsene, die Google nutzen (Bevölkerung ab 15 Jahren Ă Internetnutzung Ă Google-Marktanteil), ausgewiesen als Vielfaches des Durchschnitts der 26 bewerteten LĂ€nder. Sechs LĂ€nder mit dĂŒnner Datenlage oder rein englischer Messung stehen ohne Rang. In Japan und SĂŒdkorea hat Google einen geringeren Marktanteil (im Mittel 73,8 % bzw. 48,2 %). Der Index korrigiert dafĂŒr, Japan bleibt bei jedem getesteten Anteil auf Platz 1. Die Trends seit 2016 stammen aus Google Trends, die Musikschulzahlen aus der VdM-Statistik (via miz.org). Suchdaten messen Interesse auf einer Plattform. Sie zeigen auch nicht, fĂŒr wen gesucht wird, ein Teil der Unterrichtssuchen stammt etwa von Eltern, die Unterricht fĂŒr ihre Kinder suchen.
Ăber Skoove
Skoove ist eine fĂŒhrende digitale Plattform fĂŒr Musikausbildung, die das Klavierlernen durch intuitive, technologiegestĂŒtzte Apps fĂŒr jeden zugĂ€nglich macht. Das in Berlin gegrĂŒndete Unternehmen hat bereits ĂŒber 3 Millionen Lernende weltweit mit seinem umfassenden Lehrplan. Durch die Kombination von KI-basiertem Feedback und menschlicher Expertise hilft Skoove Lernenden in sieben Sprachen dabei, aus anfĂ€nglicher Begeisterung eine lebenslange musikalische Entwicklung zu machen.
Ăber DataPulse Research
DataPulse Research ist ein unabhĂ€ngiges Datenstudio mit Fokus auf Datenjournalismus und datengetriebene Visualisierungen. Wir machen komplexe ZusammenhĂ€nge verstĂ€ndlich und setzen Zahlen in einen klaren Kontext. Unsere Studien erscheinen regelmĂ€Ăig in Medien wie Zeit, FAZ, Tagesschau, Welt, Focus, Bild, Statista und Wikipedia.
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