Terra X: Wege des Wissens mit Harald Lesch / Zweiteilige Doku an Ostern im ZDF
27.03.2026 - 11:30:00 | presseportal.de
Von Babylon nach Kairo (1/2)
Vor rund 5000 Jahren beginnt mit den Sumerern die systematische Himmelsbeobachtung. Die Babylonier entwickeln darauf einen Kalender, der präzise Sonnen- und Mondfinsternisse berechnen kann – die Geburtsstunde der Astronomie, der ersten Wissenschaft. Ab dem 6. Jahrhundert vor Christus erklären griechische Philosophen wie Thales, Heraklit, Platon oder Aristoteles die Phänomene der Natur allein durch Ursache-Wirkung. Das Ergebnis experimenteller Wissenschaft sind Erfindungen wie die Archimedische Schraube und der rätselhafte Mechanismus von Antikythera – der Harald Lesch sehr begeistert: "Ich hätte nie gedacht, dass mich so eine antike Maschine einmal dermaßen in Wallung bringt.". Im sogenannten Museion in Alexandria, einer Hochschule für Supergelehrte aus Griechenland, Ägypten, Persien und weiteren Ländern, steht in einer riesigen Bibliothek fast das gesamte Wissen der damaligen Welt über Astronomie, Medizin, Mathematik, Physik und Philosophie bereit. Mit dem Aufstieg des Christentums ändert sich der Umgang mit Wissenschaft: Unter Kaiser Justinian zählt Glaube mehr als jede Vernunft. Akademien werden geschlossen, Gelehrte vertrieben. Viele dieser Wissenschaftler finden im Orient neue Förderung. Ab dem 9. Jahrhundert entsteht in Bagdad das "Haus der Weisheit", das bedeutendste Forschungsinstitut seiner Zeit. Der Islam betrachtet Wissen – anders als das Christentum dieser Epoche – nicht als Bedrohung, sondern als Weg zu Gott. In Fès wird 859 die bis heute älteste Universität der Welt gegründet – von einer Frau.
Von CĂłrdoba nach Cambridge (2/2)
Wissenschaft entsteht nur dort, wo Offenheit und Denkfreiheit herrschen. Im 8. Jahrhundert wird Córdoba unter Abd ar-Rahman I. zum multikulturellen Wissenszentrum Europas. Er und seine Nachfolger sorgen für ein günstiges Forschungsklima, in dem Muslime, Christen und Juden über religiöse und kulturelle Grenzen hinweg gemeinsam arbeiten können und so ein "goldenes Zeitalter der Wissenschaft" begründen. Doch im 12. Jahrhundert setzt sich in Andalusien ein konservativer Islam durch – die Frage nach der Vereinbarkeit von Glauben und Wissenschaft wird zum Streitpunkt. Schon bald sind Klöster und Bibliotheken die neuen Zentren der Gelehrsamkeit, und in Italien, Frankreich und England entstehen die ersten Universitäten Europas. Während die westliche Wissenschaft in die Zukunft eilt, verliert die arabische Forschung zunehmend an Einfluss – auch, weil der Buchdruck für religiöse und wissenschaftliche Texte von muslimischen Herrschern jahrhundertelang abgelehnt wird. Im 17. Jahrhundert werden europäische Kaffeehäuser wie das "Grecian Coffee House" in London zu Treffpunkten der wissenschaftlichen Elite. Einer ihrer prominentesten Vertreter ist Isaac Newton, der 1703 Präsident der Royal Society wird und den Höhepunkt der wissenschaftlichen Neuzeit markiert. Aber kritischer Geist und auf Vernunft und Beobachtung basierende Erkenntnisse – das steht nicht nur in der Tradition europäischer Gelehrter der Antike und Neuzeit, sondern wird auch von Wissenschaftlern aus der Goldenen Ära des Islam im Mittelalter geprägt.
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