âTobias Pils. Shhâ â ab 27. September im mumok
30.06.2025 - 10:17:01Tobias Pils zĂ€hlt zu den spannendsten malerischen Positionen der Gegenwart. Unter Verwendung einer stark reduzierten Farbpalette schafft er GemĂ€lde und Zeichnungen, die abstrakte und gegenstĂ€ndliche Momente zu assoziativen Bildwelten verweben. Was sich auf motivischer Ebene als eine Auseinandersetzung mit ebenso elementaren wie persönlichen Themen wie Geburt und Tod, Werden und Vergehen lesen lĂ€sst, verhandelt zugleich zentrale Fragen der Malerei: In Pilsâ Bilderkosmos fĂŒhrt eine malerische Markierung zur nĂ€chsten, ein Bild zu einem weiteren, so als wĂŒrde auch die Malerei unausgesetzt ihren Tod und ihre Wiedergeburt inszenieren.
Pilsâ kalkulierter Einsatz der malerischen Mittel schafft Distanz. Das von ihm prĂ€ferierte Grauspektrum, zuletzt um ausgewĂ€hlte Farben erweitert, sowie die rĂ€tselhaften Konstellationen von oft nur angedeuteten Architekturen, Figuren und GegenstĂ€nden entrĂŒcken seine Bilder der RealitĂ€t, lassen sie traumhaft erscheinen. Ihre Betrachtung lĂ€dt zu einer FĂ€hrtensuche ein, die sich auf die dem Bild inhĂ€rente Logik, die Grammatik der malerischen Sprache einlĂ€sst. Analog zum Vorgang des Malens, der von Intentionen und zufĂ€lligen Ereignissen bestimmt ist, erweist sich auch die Bildbetrachtung als ein prozessuales Geschehen mit offenem Ausgang.
Die Rekapitulation des malerischen Prozesses beschrĂ€nkt sich nicht auf das Einzelwerk. Pilsâ Bilder entstehen in Gruppen, die er auch âFamilienâ nennt. Deren innere Zusammengehörigkeit zeigt sich darin, dass bestimmte kompositorische Elemente immer wieder auftauchen â vergleichbar einem musikalischen Thema, dessen Variation unterschiedliche Stimmungen erzeugt. Der Begriff der âFamilieâ impliziert, dass die Bilder dem KĂŒnstler nahe sind, ohne sich jedoch im Persönlichen zu erschöpfen. Vielmehr veranschaulichen sie universale Erfahrungen von IntimitĂ€t und Distanz, Opposition und Verschwisterung: eine Kosmologie des KreatĂŒrlichen.
Die Ausstellung im mumok ist die bislang umfangreichste PrĂ€sentation von Pilsâ Werk. Neben einem Ăberblick ĂŒber sein malerisches Schaffen des letzten Jahrzehnts widmet sie sich auch dem umfassenden zeichnerischen Werk des KĂŒnstlers. Ebenfalls Teil der Ausstellung ist eine fĂŒr den konkreten Ort konzipierte Wandmalerei, die sowohl auf die transitorische als auch die raumbezogene Dimension von Pilsâ kĂŒnstlerischer Praxis verweist.
Kuratiert von Manuela Ammer
Tobias Pils, *1971 in Linz, lebt und arbeitet in Wien. AusgewĂ€hlte institutionelle Ausstellungen umfassen die Bibliotheca Reiner Speck, Oswald-Mathias Ungers Haus am KĂ€mpchensweg, Köln (2023), das Josef Albers Museum, Bottrop (2017), die Kunsthalle Krems, Krems an der Donau (2017), Le Consortium, Dijon (2017), die Chinati Foundation, Marfa, Texas (2016), und die Secession, Wien (2013). 2020 realisierte Pils eine permanente Installation im Kunstmuseum Bonn sowie ein Fresko im Campus der Ăcole normale supĂ©rieure Paris-Saclay in Gif-sur-Yvette.
Pressekonferenz
Donnerstag, 25. September 2025, 10 Uhr
Anmeldung erbeten unter: [email protected]
Eröffnung
Freitag, 26. September 2025, 19 Uhr
Eintritt frei!
Ausstellungsdauer
27. September 2025 bis 12. April 2026
Presseinformationen und -fotos: https://www.mumok.at/presse/tobias-pils
Pressekontakt:
mumok - Museum moderner Kunst Stiftung Ludwig Wien
Mag. Katharina Murschetz (Leitung)
Telefon: +43-1-52500-1400
Mag. Katharina Kober
Telefon: +43-1-52500-1309
[email protected]
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