Tupac Shakur: Duane Davis erhält 40 Jahre Haft in Las Vegas
Veröffentlicht am: 13.10.2026 um 21:26 Uhr | dpa, AD HOC NEWSStrafmaß in Las Vegas
- Richterin Carlin Kierny verkündete das Strafmaß am Dienstag in Las Vegas im US-Bundesstaat Nevada.
- Duane Davis erschien in Handschellen vor Gericht und kündigte gemeinsam mit seinem Anwalt Berufung an.
- Der damals 25-jährige Tupac Shakur starb sechs Tage nach den Schüssen vom 7. September 1996 im Krankenhaus.
Der frühere Gang-Anführer Duane Davis ist wegen seiner Rolle beim Mord an US-Rapper Tupac Shakur zu mindestens 40 Jahren Haft verurteilt worden.
Jury sah Davis als Drahtzieher
Richterin Carlin Kierny verkündete das Strafmaß am Dienstag in Las Vegas, rund sechs Wochen nach dem Schuldspruch durch die Geschworenen.
Die Jury kam in dem mehrwöchigen Prozess zu dem Ergebnis, dass Davis als Drahtzieher für den Tod des Rappers verantwortlich war.
Angriff im Umfeld rivalisierender Gruppen
Die Staatsanwaltschaft beschuldigte Davis nicht, selbst auf Shakur geschossen zu haben. Nach ihrer Darstellung organisierte der frühere Anführer der Straßengang South Side Compton Crips eine Vergeltungsaktion gegen rivalisierende Gruppen und beschaffte die Tatwaffe.
Nach dem Recht des Bundesstaates Nevada kann auch wegen Mordes verurteilt werden, wer anderen bei der Tat hilft. Davis war 2023 in Las Vegas festgenommen und unter anderem wegen Mordes unter Einsatz einer tödlichen Waffe angeklagt worden. Er plädierte auf nicht schuldig.
Shakur starb nach Schüssen in Las Vegas
Tupac Shakur wurde am 7. September 1996 in einem Auto in Las Vegas angeschossen. Der damals 25 Jahre alte Musiker starb sechs Tage später in einem Krankenhaus.
Shakur gehörte zu den erfolgreichsten und einflussreichsten Rappern der 1990er Jahre. Bekannt wurde er unter anderem durch die Lieder „California Love“ und „Changes“; weltweit verkaufte er Millionen Platten.
Ermittlungen dauerten Jahrzehnte
Über lange Zeit fehlten nach Angaben der Ermittler ausreichende Beweise für einen Prozess. Davis' eigene Aussagen brachten die Untersuchungen schließlich weiter.
Er hatte mehrfach öffentlich erklärt, in dem weißen Cadillac gesessen zu haben, aus dem die Schüsse abgefeuert worden seien. In Interviews und seiner Autobiografie bezeichnete er sich als einzigen noch lebenden Insassen. Bei einem Verhör sagte er 2008, sein Neffe habe geschossen.
Verteidigung stellte Davis als unglaubwürdig dar
Verteidiger Michael Sanft versuchte, diese früheren Äußerungen zu entkräften. Er stellte seinen Mandanten im Prozess als Lügner und Angeber dar, der zahlreiche Geschichten erfunden habe, um daraus finanziellen Nutzen zu ziehen.
Physische Beweismittel dafür, dass Davis tatsächlich am Tatort gewesen war, lagen im Verfahren nicht vor.
Ein Mordfall mit langer Vorgeschichte
Das Urteil beendet einen der bekanntesten ungeklärten Mordfälle der US-Musikgeschichte. Shakurs Tod im September 1996 war Teil einer von Rivalitäten zwischen Lagern der Hip-Hop-Szene geprägten Zeit. Der Fall blieb jahrzehntelang ohne Anklage, obwohl Ermittler immer wieder Spuren und öffentliche Aussagen prüften.
Indizien statt Tatortbeweis
Im Mittelpunkt des Verfahrens standen Davis' frühere Äußerungen und die Darstellung der Staatsanwaltschaft, er habe den Angriff organisiert. Der Schuldspruch macht deutlich, dass die Jury seine Rolle als Beteiligter am tödlichen Geschehen als erwiesen ansah, obwohl er nicht als Schütze angeklagt war und keine physischen Beweise für seine Anwesenheit am Tatort vorlagen.
Berufung hält den Fall offen
Mit der angekündigten Berufung ist das Verfahren nicht vollständig abgeschlossen. Für die Angehörigen und Fans Shakurs markiert das Strafmaß dennoch einen zentralen juristischen Schritt: Erstmals ist eine Person für die Verantwortung innerhalb des Angriffs rechtskräftig verurteilt worden. Zugleich bleibt die genaue Rollenverteilung der damaligen Beteiligten ein wesentlicher Teil der weiteren Auseinandersetzung.
