Welttag gegen das Ertrinken am 25. Juli: DLRG mahnt zur Vorsicht und fordert mehr Engagement in der PrÀventionsarbeit
24.07.2024 - 13:00:21Angesichts dessen appelliert die DLRG erneut an alle BadegĂ€ste und Wassersportler, am, im und auf dem Wasser vorsichtig zu sein. Allein im vergangenen Jahr kamen hierzulande mindestens 378 Personen in den GewĂ€ssern ums Leben, die meisten von ihnen in FlĂŒssen und Seen. Vor allem in den FreigewĂ€ssern im Binnenland bestehen Gefahren, die oft nicht bekannt sind oder falsch eingeschĂ€tzt werden - etwa Strömungen, kĂŒhle Wassertemperaturen oder Boots- und Schiffsverkehr. Die Wasserretter der DLRG raten dazu, bewachte Badestellen aufzusuchen. Dort können Rettungsschwimmer im Notfall direkt eingreifen.
Baderegeln beachten
"KĂŒhlt euch vor dem Baden ab und springt nicht direkt ins Wasser. Das mag fĂŒr viele unbedeutend klingen, rettet aber Leben", sagt Ute Vogt. In diesem Jahr habe es wieder BadeunfĂ€lle gegeben, bei denen Personen nach dem Sprung ins kĂŒhle Nass lebensbedrohliche Herz-Kreislaufprobleme bekamen oder direkt ohnmĂ€chtig wurden und untergingen. Auch fĂŒr das Einhalten der weiteren Baderegeln wirbt die DLRG PrĂ€sidentin: "Bitte macht euch mit diesen einfachen Verhaltensregeln vertraut und beachtet sie jedes Mal am Badestrand." AuĂerdem sind Alkohol, Cannabis und andere Drogen tabu. Diese fĂŒhren beispielsweise dazu, Situationen falsch einzuschĂ€tzen, beeinflussen die ReaktionsfĂ€higkeit negativ und befördern leichtsinniges Verhalten.
Wassersporttreibenden wie Paddlern und Kitesurfern rĂ€t die DLRG zum Tragen einer Schwimmweste. Diese unterstĂŒtzt mit ihrem Auftrieb beim Schwimmen und sorgt dafĂŒr, dass der Sportler an der WasseroberflĂ€che bleibt. Auch gute Schwimmer sind nicht davor gefeit, nach einem Sturz Kreislaufprobleme zu bekommen und sollten sich deshalb schĂŒtzen. "Im vergangenen Jahr verloren etwa 20 Personen bei diesen WassersportaktivitĂ€ten ihr Leben. Das Tragen einer Weste hĂ€tte die meisten der TodesfĂ€lle sicher verhindert", so Vogt.
Schwimmen lernen ist die beste PrÀvention
Besonders gefĂ€hrdet sind unsichere Schwimmer und Nichtschwimmer. Deshalb setzt sich die DLRG dafĂŒr ein, dass möglichst viele Menschen zu sicheren Schwimmern ausgebildet werden und zumindest das Schwimmabzeichen Bronze ablegen. So nahmen die ehrenamtlichen Ausbilderinnen und Ausbilder in den örtlichen Vereinen des Verbandes allein im vergangenen Jahr rund 95.000 Schwimmabzeichen ab - getreu einem Leitspruch des Verbandes: "Sicher schwimmen zu können ist der beste Schutz gegen das Ertrinken."
Aus Sicht der DLRG ist eine fundierte Schwimmausbildung ein wichtiger Baustein in dem Vorhaben, die Zahl der ErtrinkungsunfĂ€lle zu verringern. DafĂŒr brauche es neben weiteren freiwillig Engagierten aber auch eine bessere BĂ€derinfrastruktur, mehr Personal in den SchwimmbĂ€dern und mehr qualifizierte LehrkrĂ€fte fĂŒr den Schwimmunterricht in den Schulen. Insbesondere die Sanierung der bestehenden Schwimmbadlandschaft sowie der Neubau von BĂ€dern in Gegenden, wo Bedarf besteht, mĂŒssen auf allen politischen Ebenen eine höhere PrioritĂ€t erhalten. Die DLRG fordert seit langem, dass Bund, LĂ€nder und Kommunen gemeinsam einen bundesweiten BĂ€derbedarfsplan aufstellen und diesen dann abarbeiten.
Weiteres Potenzial zum Verhindern von tödlichen BadeunfĂ€llen sieht die DLRG in einer noch intensiveren AufklĂ€rungsarbeit, zum Beispiel durch mehr Informationen ĂŒber Gefahren an genutzten GewĂ€sserbereichen oder ihm Rahmen von Schulprojekten vor den Sommerferien. Die Kommunen können zudem in Zusammenarbeit mit den Organisationen fĂŒr Wasserrettung fĂŒr noch mehr Möglichkeiten des bewachten Badens sorgen. Der Bund könnte neben der BĂ€derförderung mit nationalen AufklĂ€rungskampagnen einen Beitrag leisten.
Wichtige Verhaltensregeln, Sicherheitstipps, Informationen ĂŒber mögliche Gefahren sowie zur Selbst- und Fremdrettung im Wasser und eine interaktive Karte mit den DLRG Wachstationen in ganz Deutschland gibt es im Internet unter dlrg.de/badesaison.
Mehr ĂŒber den World Drowning Prevention Day gibt es auf den Internetseiten der WHO.
Ăber die DLRG
Die DLRG als private Wasserrettungsorganisation hat es sich zur Aufgabe gemacht, Menschen vor dem Ertrinken zu bewahren. HierfĂŒr klĂ€ren ihre ehrenamtlich Aktiven ĂŒber Wassergefahren auf, bringen Menschen das Schwimmen bei und bilden sie im Rettungsschwimmen aus. Zudem wachen fast 49.000 Rettungsschwimmerinnen und Rettungsschwimmer jĂ€hrlich 2,7 Millionen Stunden ĂŒber die Sicherheit von BadegĂ€sten und Wassersportlern. Sie engagieren sich darĂŒber hinaus in der örtlichen Gefahrenabwehr und bilden Einheiten der rund 100 DLRG WasserrettungszĂŒge fĂŒr den Bevölkerungs- und Katastrophenschutz. Die DLRG zĂ€hlt derzeit ĂŒber 600.000 Mitglieder. Mehr als 1,3 Millionen Förderinnen und Förderer unterstĂŒtzen die lebensrettende Arbeit mit Spenden. Schirmherr ist BundesprĂ€sident Frank-Walter Steinmeier.
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