TV-Ausblick zum 12. Juni, Streaming ab 8. Juni

«Becoming Taylor Swift»: Doku zeigt Aufstieg und RĂŒckschlĂ€ge

08.06.2026 - 06:37:33 | dpa.de

Wie wurde Taylor Swift zum Popstar? Eine zweiteilige Doku zeigt ihre prÀgenden Jahre, Erfolge und Konflikte. «Becoming Taylor Swift» ist kurzweilig, hat aber auch eine auffÀllige Leerstelle.

  • Anhand von Archivbildern, Tonaufnahmen und Lied-Zitaten beleuchtet die Doku Swifts außergewöhnliche Karriere.  - Bild: -/ZDF/Netflix/dpa
    Anhand von Archivbildern, Tonaufnahmen und Lied-Zitaten beleuchtet die Doku Swifts außergewöhnliche Karriere. - Bild: -/ZDF/Netflix/dpa
  • Die zweiteilige Dokumentation zeichnet die rund 20-jĂ€hrige Karriere der SĂ€ngerin nach. (Archivbild) - Bild: Jordan Strauss/Invision/AP/dpa
    Die zweiteilige Dokumentation zeichnet die rund 20-jÀhrige Karriere der SÀngerin nach. (Archivbild) - Bild: Jordan Strauss/Invision/AP/dpa
Anhand von Archivbildern, Tonaufnahmen und Lied-Zitaten beleuchtet die Doku Swifts außergewöhnliche Karriere.  - Bild: -/ZDF/Netflix/dpa Die zweiteilige Dokumentation zeichnet die rund 20-jĂ€hrige Karriere der SĂ€ngerin nach. (Archivbild) - Bild: Jordan Strauss/Invision/AP/dpa

Vom Country-MĂ€dchen zum erfolgreichsten Popstar der Gegenwart: Taylor Swift ist vor den Augen der Welt erwachsen geworden. Seit dem Ende ihrer großen «Eras Tour» sind mittlerweile eineinhalb Jahre vergangen. Die zweiteilige Dokumentation «Becoming Taylor Swift» zeichnet den Weg der US-SĂ€ngerin hin zu diesem Welterfolg nun noch einmal nach. 

Regisseur Guy King beginnt dazu bei Swifts AnfĂ€ngen in der Country-Szene von Nashville und lĂ€sst frĂŒhe WeggefĂ€hrten, Journalisten sowie Fans zu Wort kommen. Die beiden Filme wurden fĂŒr den britischen Sender Channel 4 produziert, ab heute sind sie im ZDF-Streamingportal zu finden. Im linearen Fernsehen wird die erste Folge am 12. Juni (0.45 Uhr, ZDF) ausgestrahlt.

Mit Beharrlichkeit zum Plattenvertrag

Anhand von Archivbildern, Tonaufnahmen und Lied-Zitaten beleuchtet die Doku Swifts außergewöhnliche Karriere. King geht dabei weitgehend chronologisch vor: Er zeigt, wie Swift schon als Kind erste Songs schreibt, wie sie sich mit viel Beharrlichkeit, Schreibtalent und der UnterstĂŒtzung wohlwollender Eltern einen Plattenvertrag erarbeitet. Wie sie ihren Sound von Album zu Album immer weiterentwickelt, schließlich das Country-Genre ganz hinter sich lĂ€sst und sich als Popstar neu erfindet. 

Dass sie bewusst ein junges, weibliches Publikum anspricht und statt auf viel Haut auf große GefĂŒhle setzt, unterscheidet sie den Experten zufolge in den 2000er und 2010er Jahren von anderen. «Sie bedient eine bis dahin unterreprĂ€sentierte Zielgruppe», sagt die Journalistin Zing Tsjeng: «Junge Frauen und MĂ€dchen, die jemanden suchen, der ihre GefĂŒhle widerspiegelt - mit Songs, die sich anfĂŒhlen, als wĂ€ren sie ĂŒber ihr Leben geschrieben worden.»

RĂŒckzug und Comeback

Spannende Einblicke in diese frĂŒhen Jahre von Swifts Karriere liefern unter anderem ihr frĂŒherer Manager Rick Barker und die Journalistin Vanessa Grigoriadis, die Swift 2009 lange interviewte. AuszĂŒge aus den Tonaufnahmen zeigen, wie viele Gedanken sich die damals 19-JĂ€hrige bereits um ihre Musik machte. Begleitend dazu erzĂ€hlen langjĂ€hrige «Swifties», wie sie mit den Liedern aufgewachsen sind und welche Parallelen sie zwischen ihrem und Swifts Leben ziehen. 

Der erste Teil endet mit einer Folge von Ereignissen, die Swift selbst in Liedern und Interviews oft als prĂ€gend bezeichnet hat: Ihre öffentliche Fehde mit dem Rapper Kanye West und dessen damaliger Frau Kim Kardashian im Jahr 2016 und ihren darauffolgenden RĂŒckzug aus der Öffentlichkeit. Nach einem Jahr abseits des Scheinwerferlichts meldet sich die SĂ€ngerin 2017 mit dem Album «Reputation» zurĂŒck.

Kein neues Interview mit Swift

«Becoming Taylor Swift» ist kein Musikfilm, und so werden weitere Alben in der zweiten Folge nur noch angerissen. Stattdessen geht es um ihre Versuche, eine politische Stimme zu finden, und den Kampf um die Rechte an ihren ersten sechs Alben. Als die Doku beim Start der «Eras Tour» und damit im Jahr 2023 ankommt, greift sie auf den Skandal mit Kanye West zurĂŒck: Es gebe fĂŒr eine Frau keinen besseren Konter als kommerziellen Erfolg, sagt die Journalistin Tsjeng.

An diesem Punkt wird eine große SchwĂ€che der Doku deutlich: Sie legt die Deutungshoheit ĂŒber Swifts BeweggrĂŒnde und GefĂŒhle ĂŒberwiegend in die HĂ€nde von Dritten. Die Musikerin kommt nur in Archivmaterial zu Wort - und dieses ist in weiten Teilen bekannt, etwa aus der Netflix-Doku «Miss Americana» (2020).

Kurzweiliger Überblick

Dass Swift diesmal nicht selbst spricht, fĂ€llt umso stĂ€rker auf, weil die 36-JĂ€hrige Interviews im vergangenen Jahr nicht gerade gescheut hat. Sie sprach zwei Stunden lang im Podcast ihres Partners Travis Kelce, gab zahlreiche Interviews rund um ihr neues Album «The Life of a Showgirl» und trat in Late-Night-Shows auf. Ende 2025 erschien bei Disney+ eine sechsteilige Dokureihe ĂŒber die «Eras Tour». Und zuletzt veröffentlichte die «New York Times» ein langes Video-Interview ĂŒber ihr Songwriting.

Wer diese Stoffe kennt, dĂŒrfte in «Becoming Taylor Swift» wenig Neues entdecken. Wer aber ohne viel Hintergrundwissen einsteigt, dem bietet Kings Doku einen kurzweiligen Überblick ĂŒber Swifts Leben.

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