ZDF Magazin vor Ort: Caro Worbs parodiert alte Samstagabendshows
Veröffentlicht am: 25.09.2026 um 08:08 Uhr | dpa, AD HOC NEWS
Das Team des „ZDF Magazin Royale“ blickt in der neuen Satire „ZDF Magazin vor Ort“ auf die Tradition deutscher Samstagabendshows zurück.
Eine erfundene Show mit Kultstatus
Die halbstündige Ausgabe startet am 25. September im ZDF-Streaming-Portal und läuft am selben Abend um 23.00 Uhr linear im ZDF. Im Mittelpunkt steht die fiktive Sendung „Was ist da im Busch?“, die von 1977 bis 2013 ausgestrahlt worden sein soll und in Deutschland, Österreich, der Schweiz und Liechtenstein Kultstatus gehabt habe.
Reporterin Joana Giesswein, gespielt von Caro Worbs, begleitet aus der Stadthalle Fellbach die angebliche Abschiedsshow des Moderators Achim „Trenki“ Trenkberger. Die Figur wird von Miguel Robitzky dargestellt und soll 13 Jahre nach der letzten regulären Ausgabe noch einmal an frühere Zeiten erinnern.
Zwischen Nostalgie und Fernsehsatire
Die erfundene Show verbindet klassische Ratespiele, prominente Gäste, einen Butler und eine frühere Assistentin mit dem Namen Pamela „Pammel“ Hoffmann. Eine alte sexistische Behandlung der Figur wird in der Revival-Ausgabe als Skandal und Anlass für eine Versöhnung aufgegriffen.
Die Inszenierung spielt mit vertrauten Motiven aus der Geschichte der Samstagabendunterhaltung. Der Moderator „Trenki“ erinnert dabei an mehrere bekannte Showmaster, ohne dass die Sendung ihre Vorbilder ausdrücklich auf eine einzelne Person festlegt.
Prominente Gastauftritte
In der Satire treten unter anderem Sonya Kraus, Marijke Amado, Bettina Böttinger, Pierre M. Krause und Jan Böhmermann auf. Auch der frühere Höhner-Frontmann Henning Krautmacher ist als Showgast dabei.
Das Format verlässt damit die gewohnte Studioform des „ZDF Magazin Royale“ und berichtet nach eigener Beschreibung „fast live von fast echten Ereignissen“. Das „ZDF Magazin Royale“ endet nach Angaben der dpa am Jahresende; die 187. Ausgabe im Dezember soll die letzte sein.
Samstagabendshow als Erinnerungskultur
Die Satire knüpft an ein Fernsehgenre an, das über Jahrzehnte einen festen Platz im Familienalltag hatte. Formate wie „Wetten, dass..?“ verbanden große Bühnen, prominente Gäste, Musik und Spiele mit einem gemeinsamen Sendetermin. Gerade diese Verlässlichkeit steht im Mittelpunkt der nostalgischen Rückschau.
„ZDF Magazin vor Ort“ nutzt das vertraute Muster nicht als ernst gemeintes Revival, sondern als künstlich überhöhte Fernsehwelt. Die erfundene Show „Was ist da im Busch?“ bündelt typische Elemente früherer Unterhaltung: einen legendären Moderator, absurde Spiele, Stars, einen Backstage-Bereich und eine vermeintlich große Abschiedsgala. Dadurch wird sichtbar, wie stark solche Sendungen von Ritualen und ihrer Inszenierung lebten.
Das ZDF zwischen Abschied und Neustart
Die Ausstrahlung fällt in eine Übergangsphase der ZDF-Satire. Das „ZDF Magazin Royale“ endet nach Angaben der dpa im Dezember 2026; zugleich kündigte der Sender für November mit „Journal Deluxe“ ein neues Satireformat mit Florian Schroeder an. Das Angebot zeigt, dass politische und gesellschaftliche Satire im ZDF erhalten bleiben soll, auch wenn Gesichter, Sendeplätze und Formen wechseln.
Für Zuschauerinnen und Zuschauer liegt der Reiz des neuen Formats deshalb doppelt: Es parodiert die Mechanik des klassischen Fernsehens und kommentiert zugleich den Wandel des Mediums. Streaming, TikTok und Twitch stehen neben der linearen Showbühne – nicht als gleichwertige Nachfolger, sondern als Zeichen dafür, dass gemeinsames Fernsehen heute auf mehrere Plattformen verteilt ist.
