Zero HIV Stigma Day: Medizinische Erfolge allein beenden kein Stigma
Veröffentlicht am: 21.07.2026 um 09:00 Uhr | presseportal.deDie Realität in Zahlen: Diskriminierung bleibt Alltag für viele Menschen mit HIV
"Wer unter erfolgreicher HIV-Therapie lebt und keine nachweisbare Viruslast hat, überträgt HIV nicht", klärt Dr. Tobias Oliveira Weismantel, Geschäftsführender Vorstand der Münchner Aids-Hilfe e.V. auf. "Dieses Wissen gehört in die Mitte der Gesellschaft - denn nur so überwinden wir HIV-Stigma nachhaltig."* Denn Diskriminierungserfahrungen sind keine Seltenheit, wie ein Forschungsbericht [2] zeigt. Für jeden Zweiten beeinträchtigen Vorurteile das Leben stark. Besonders im Gesundheitswesen, einem Bereich, in dem Vertrauen essenziell ist, sind die Erfahrungen alarmierend. Sechs von zehn Menschen mit HIV berichten von Diskriminierung durch medizinisches Personal. Auch im Arbeitsleben herrscht Unsicherheit: 44 Prozent sprechen aus Angst vor Nachteilen nicht offen über ihre Infektion.
Die Folgen der Stigmatisierung sind gravierend: Das Gefühl von Scham und die Angst vor Zurückweisung führen zu einer enormen psychischen Belastung und lassen Menschen davor zurückschrecken, zum Arzt zu gehen. Jeder Vierte schämt sich für die eigene HIV-Infektion, so die schlichten Zahlen. Dahinter verbirgt sich gesellschaftlicher Druck. "Ein Mensch ist ein Mensch. Mit HIV, ohne HIV", bekräftigt Anne von Fallois, Geschäftsführende Vorstandsvorsitzende der Deutschen AIDS-Stiftung. "Stellen wir uns konsequent an die Seite derer, die mit HIV leben."
Serdar Yüksel, Mitglied des Deutschen Bundestages, sieht auch die Politik in einer besonderen Verantwortung und er unterstützt die Aktion. Yüksel betont: "HIV ist keine Frage von Schuld oder Lebensweise, sondern eine chronische Erkrankung, der wir mit Respekt, Wissen und Solidarität begegnen müssen. Stigmatisierung hält Menschen davon ab, sich testen zu lassen, Behandlung in Anspruch zu nehmen oder offen über ihre Erkrankung zu sprechen. Als Gesundheitspolitiker setze ich mich dafür ein, Barrieren abzubauen, Aufklärung zu stärken und eine Gesellschaft zu fördern, in der Menschen mit HIV selbstverständlich dazugehören - ohne Angst vor Benachteiligung. Null Stigmatisierung ist ein Ziel, das wir nur gemeinsam erreichen können."
Zentrale Erkenntnisse gegen Stigmatisierung der Aktion zum Zero HIV Stigma Day
Die zentralen Erkenntnisse und Vorschläge der Aktion zum Zero HIV Stigma Day lassen sich in drei Kernpunkten zusammenfassen:
Die Vielfalt der Perspektiven spiegelte sich auch in den zahlreichen persönlichen Botschaften am Aktionsbaum wider. Hier eine Auswahl:
Auszüge aus den Ergebnissen des Forschungsberichts "positive Stimmen 2.0" der Deutschen Aidshilfe e. V.
*Hintergrundinformation Nachweisgrenze: Wenn Menschen mit HIV eine HIV-Therapie erhalten und dadurch erfolgreich "unter der Nachweisgrenze (HIV-1-RNA<50c/ml)" sind, können Sie das Virus nicht mehr übertragen. In diesem Zusammenhang begegnet man häufig der Abkürzung n=n ("nicht nachweisbar = nicht übertragbar") - oder Englisch U=U ("Undetectable = Untransmittable). Mehr dazu: https://ots.de/fKEHv1
Über ViiV Healthcare
ViiV Healthcare ist ein globales, auf HIV spezialisiertes Unternehmen, das im November 2009 von GSK (LSE: GSK) und Pfizer (NYSE: PFE) gegründet wurde, um Fortschritte bei der Behandlung und Versorgung von Menschen, die mit HIV leben oder bei denen das Risiko einer HIV-Infektion besteht, zu erzielen. Seit Oktober 2012 ist Shionogi Anteilseigner von ViiV. Ziel des Unternehmens ist es, sich intensiver und umfassender mit HIV und AIDS zu befassen als jedes andere Unternehmen zuvor. ViiV Healthcare verfolgt dabei einen neuen Ansatz, um wirksame und innovative Medikamente für die HIV-Therapie und -Prävention bereitzustellen und die von HIV betroffenen Communities zu unterstützen. Weitere Informationen unter: http://www.viivhealthcare.com/de-de
Über GSK
GSK ist ein globales Biopharma-Unternehmen, das Wissenschaft, Technologie und Talent vereint, um Krankheiten gemeinsam voraus zu sein. Weitere Informationen unter: http://www.gsk.com/
[1] Deutsche Aidshilfe e. V. (Hrsg.): positive Stimmen 2.0. Mit HIV leben, Diskriminierung abbauen. Ergebnisse eines partizipativen Forschungsprojekts zum Leben mit HIV in Deutschland, Berlin 2021.
[2] Deutsche Aidshilfe e. V. (Hrsg.): positive Stimmen 2.0. Mit HIV leben, Diskriminierung abbauen. Ergebnisse eines partizipativen Forschungsprojekts zum Leben mit HIV in Deutschland, Berlin 2021.
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