Zukunft Ostdeutschland: Zwischen Angst und Widerstand â Zwei MDR-Dokumentationen ĂŒber politische Herausforderungen und gesellschaftlichen Wandel
06.09.2024 - 12:05:59âDie groĂe Angst â Zukunft in Ostdeutschland?â
Film von David Holland, Katja Herr, Jan Lorenzen, Emma Mack
9. September 2024, 20.15 Uhr im Ersten sowie in der ARD Mediathek
12. September 2024, 20.15 Uhr im MDR-Fernsehen
Vorschautrailer gibt es hier: Dokus im Ersten - Dokumentation & Reportage - ARD | Das Erste
Nach der Landtagswahl in ThĂŒringen befĂŒrchten Lokalreporter, dass nach dem Vertrauen in die Politik auch die DialogfĂ€higkeit verloren geht, in Sachsen haben Kulturveranstalter Angst vor weiteren Bedrohungen, und Unternehmen in der Region fĂŒrchten um die Gewinnung von FachkrĂ€ften fĂŒr die Wirtschaft.
Wo steht Ostdeutschland nach den Wahlen in Sachsen und ThĂŒringen und vor den Wahlen in Brandenburg? Kippt die gesellschaftliche Stimmung? Wird der Osten Deutschlands durch den Niedergang der etablierten Parteien und die Wahlerfolge von AfD und BSW zunehmend unregierbar? Wie stellen sich die Menschen hier der Zukunft â oder werden einige wie viele vor ihnen ihre Heimat verlassen?
Der Film hinterfragt die Wirkungen der gesellschaftlichen Segmentierung in Politik und Wirtschaft, Gesellschaft und Kultur. Die Fragen, vor denen Ostdeutschland heute steht, könnten der Anfang einer Entwicklung sein, die bald schon das ganze Land erlebt.
Der Dresdner Unternehmer Christian Piechnik wird die Regierungsbildung in Sachsen noch abwarten und dann handeln. Sein weltweit renommiertes Robotik-Start-up ist auf internationale FachkrÀfte angewiesen, doch bereits jetzt sagen Bewerber ab, weil sie aufgrund der politischen Situation am Standort zweifeln.
Simone Taubenek, seit 2018 parteilose BĂŒrgermeisterin in Forst (Lausitz) mitten im Braunkohlerevier, macht Politik im Osten, wo die etablierten Parteien kaum noch eine Rolle spielen und der Umgang mit den Vertretern der AfD nicht immer leicht und die Brandmauer kaum umzusetzen ist.
Das Kulturzentrum Steinhaus in Bautzen fĂŒrchtet um seine Existenz. Nach der Kommunalwahl im Mai forderte die AfD, die Finanzierung des Kulturzentrums auf den PrĂŒfstand zu stellen. SolidaritĂ€tskonzerte wie das der Beatsteaks könnten dann nicht mehr helfen. Die Band kĂ€mpft mit ihrer Tour durch den Osten fĂŒr die kleinen Veranstaltungsorte â und fĂŒr Vertrauen in die Demokratie: âDie Leute mĂŒssen unbedingt zusammenkommen und zusammenhalten fĂŒr die Demokratie in diesem Land fĂŒr das, was da so komisch gewittrig aufzieht.â
Dass sich die GroĂwetterlage in der deutschen Politik bereits verĂ€ndert hat, zeigt sich im öffentlichen Diskurs. Die Kabarettistin Lisa Eckhart bricht provokant mit Tabus. Ihr Spiel mit dem âUnsagbarenâ kommt beim Publikum gut an â vor allem im Osten, wo ihre Shows ausverkauft sind. Trotz derbem Ton möchte sie sich nicht von rechts vereinnahmen lassen, doch riskiert sie damit, ungewollt zum Sprachrohr der Unzufriedenen zu werden?
Die Geschichten werden von Experten wie dem Juristen Maximilian Steinbeis und dem Politikwissenschaftler Matthias Quent eingeordnet. Sie zeigen unter anderem auf, ob die Wahlergebnisse Symptome einer tiefgreifenden Krise oder Vorboten einer fundamentalen VerÀnderung des politischen Systems in ganz Deutschland sind.
âExakt â Die Story: âNie wieder ist jetzt â Die ThĂŒringer Zivilgesellschaft und die AfDââ
Ein Film von Johanna Hemkentokrax
ab Montag, 9. September 2024, in der ARD Mediathek
Mittwoch, 11. September 2024, 20.45 Uhr, im MDR Fernsehen
Ostdeutschland im Wahljahr. Die rechtsextreme AfD kĂ€mpft um die Macht. Die Positionen der extremen Rechten sind vielerorts mehrheitsfĂ€hig. Wissenschaftler und Beratungsstellen warnen â der Rechtsruck in den Parlamenten beflĂŒgelt auch die gewaltorientierte Neonazi-Szene. Sie sieht sich 2024 im Aufwind.
Das spĂŒren vor allen Dingen Menschen mit Migrationsgeschichte, Minderheiten und jene Engagierte, die seit Jahren gerade auf dem Land gegen Hass und Hetze kĂ€mpfen. Sie werden bedroht und angegriffen. Der Einsatz fĂŒr Demokratie war schon frĂŒher mĂŒhsam und sogar gefĂ€hrlich. Doch nun stoĂen die Ehrenamtlichen immer hĂ€ufiger an ihre Grenzen.
In Zeiten von neuen politischen Mehrheiten drohen auĂerdem Fördergelder fĂŒr Beratungsstellen und Demokratieprojekte wegzubrechen. Doch die sind essentiell, um die Zivilgesellschaft bei ihrem Einsatz gegen Rechtsextremismus und fĂŒr ein demokratisches Miteinander zu stĂ€rken. âNie wieder ist jetzt â Die ThĂŒringer Zivilgesellschaft und die AfDâ portrĂ€tiert diejenigen, die sich mit dem Rechtsruck, mit Hass und Ausgrenzung nicht abfinden wollen. FĂŒr sie geht es 2024 um ihre finanzielle Existenz, ihre körperliche Unversehrtheit und um nicht weniger als eine wehrhafte Demokratie.
Pressekontakt:
MDR, Presse und Information, Tel.: (0341) 3 00 64 55, E-Mail:
[email protected]
Original-Content von: MDR Mitteldeutscher Rundfunk ĂŒbermittelt durch news aktuell


