Mexiko, KriminalitÀt

Verschleppte Studenten in Mexiko: Acht Soldaten in U-Haft

27.06.2023 - 04:37:30

2014 verschwinden in Mexiko 43 Studenten, ihr Schicksal ist bis heute nicht vollstÀndig geklÀrt. Der Fall schlÀgt hohe politische Wellen: Es geht um korrupte Polizisten. Und nun um das mexikanische MilitÀr.

Fast neun Jahre nach der Verschleppung von 43 Studenten in SĂŒdmexiko und ihrer mutmaßlichen Ermordung sind acht Soldaten in Untersuchungshaft genommen worden. Das teilte der StaatssekretĂ€r im Innenministerium, Alejandro Encinas, gestern (Ortszeit) auf Twitter mit.

Die Soldaten sollen an der Verschleppung mitgewirkt haben. Vier weitere Angehörige der StreitkrÀfte sitzen bereits in U-Haft, darunter ein Kommandeur, der die Ermordung von sechs der jungen MÀnner angeordnet haben soll. Gegen acht weitere Soldaten liegen Haftbefehle vor.

Korrupte Polizisten hatten in der Nacht zum 27. September 2014 die Studenten des Lehrerseminars Ayotzinapa in der Stadt Iguala verschleppt und dem Verbrechersyndikat Guerreros Unidos ĂŒbergeben. Die HintergrĂŒnde der Tat sind bis heute nicht vollstĂ€ndig aufgeklĂ€rt. Nur Knochenteile von drei der jungen MĂ€nner wurden bislang gefunden und identifiziert.

Eine Wahrheitskommission hatte im August vergangenen Jahres die Tat als Staatsverbrechen bezeichnet und die Studenten fĂŒr tot erklĂ€rt. Zahlreiche Mitglieder von Guerreros Unidos sowie Polizisten und Beamte wurden verhaftet. Der damalige Generalstaatsanwalt soll die Ermittlungen manipuliert haben, um den Fall schnell abzuschließen. Ihm wird auch vorgeworfen, Foltermethoden geduldet zu haben und Mitschuld am Verschwinden der Studenten zu tragen.

@ dpa.de