Brienz, Schuttstrom

Brienz gerÀumt - Schuttstrom bedroht Schweizer Dorf

17.11.2024 - 13:13:29 | dpa.de

2023 mussten die Bewohner von Brienz schon einmal ihr Dorf verlassen, weil ein riesiger Abbruch am Berg drohte. Millionen Kubikmeter Geröll stĂŒrzten ab. Jetzt droht der nĂ€chste Schuttstrom.

Kein Zutritt mehr: Alle Bewohner mussten das Dorf Brienz verlassen.  - Foto: Til Buergy/KEYSTONE/dpa
Kein Zutritt mehr: Alle Bewohner mussten das Dorf Brienz verlassen. - Foto: Til Buergy/KEYSTONE/dpa

Ein riesiger Schutt- und Steinstrom droht ein ganzes Schweizer Dorf mitzureißen, deshalb haben die rund 80 Einwohner ihre Heimat nun verlassen mĂŒssen. Die Behörden hatten den Menschen in Brienz im Kanton GraubĂŒnden eine Frist bis Sonntagmittag gesetzt. Nach einem letzten Kontrollgang teilten die Behörden am Nachmittag mit, dass alle HĂ€user leer seien. «Die Evakuierten mĂŒssen sich darauf einstellen, dass es mehrere Monate dauern wird, bis sie ihr Dorf wieder bewohnen können.» 

Neben den Einwohnern wurde das Vieh der Bauern sowie ein gut 500 Jahre alter spĂ€tgotischer Altar der Kirche in Sicherheit gebracht. Die Bewohner kamen bei Verwandten oder in zur VerfĂŒgung gestellten Ferienwohnungen in der Region unter.

Seit Wochen bewegt sich am Berg hinter dem Dorf eine Geröllmasse mit zunehmender Geschwindigkeit abwĂ€rts. Das Geschiebe könnte sich aber auch gĂ€nzlich vom Untergrund losreißen und in das Tal donnern. Der Umfang wird auf rund 1,2 Millionen Kubikmeter geschĂ€tzt. 

Etwas Ähnliches passierte bereits im vergangenen Jahr. Die Behörden hatten das Dorf vor eineinhalb Jahren schon einmal rĂ€umen lassen, weil ein riesiger Felsabbruch am Hang oberhalb des Dorfes drohte. Die Menschen harrten Wochen in anderen UnterkĂŒnften aus, ehe in einer Juni-Nacht tatsĂ€chlich ein Schuttstrom mit rund 1,7 Millionen Kubikmetern Gestein in das Tal stĂŒrzte. Wiesen und eine Straße wurden meterhoch unter Schutt begraben. Der Strom stoppte aber wie durch ein Wunder wenige Meter vor einem Haus. Viel Gestein blieb damals allerdings auch lose im Hang liegen. Das bewegt sich nun. 

Wann das Gestein abgeht, können Geologen nicht voraussagen. Es könnte Monate dauern. «Das wahrscheinlichste Szenario ist im Moment, dass gar nichts passiert», sagte Geologe Andreas Huwiler, Bereichsleiter Naturgefahren und Schutzbauten beim Amt fĂŒr Wald und Naturgefahren in GraubĂŒnden, der «Neuen ZĂŒrcher Zeitung». Der Schutt am Hang könne sich auch wieder stabilisieren oder nur sehr langsam weiter abgleiten.

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