Niedersachsen, Deutschland

Korrupter Staatsanwalt zu acht Jahren GefÀngnis verurteilt

20.03.2026 - 11:43:26 | dpa.de

5.000 Euro pro Tat, Razzia verraten: Was der jetzt verurteilte Jurist zugegeben hat – und warum das Verfahren gegen ihn erst eingestellt und dann doch abgeschlossen wurde.

  • Nach langem Prozess: Staatsanwalt wird wegen GeschĂ€ften mit einer Drogenbande verurteilt. (Archivbild) - Foto: Julian Stratenschulte/dpa
    Nach langem Prozess: Staatsanwalt wird wegen GeschÀften mit einer Drogenbande verurteilt. (Archivbild) - Foto: Julian Stratenschulte/dpa
  • Nach langem Prozess: Staatsanwalt wird wegen GeschĂ€ften mit einer Drogenbande verurteilt. (Archivbild) - Foto: Julian Stratenschulte/dpa
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Ein korrupter Staatsanwalt aus Hannover muss nach GeschĂ€ften mit einer internationalen Drogenbande fĂŒr acht Jahre und sechs Monate ins GefĂ€ngnis. Das Landgericht Hannover verurteilte den 40-JĂ€hrigen nach einem langen Prozess wegen Bestechlichkeit und Verletzung des Dienstgeheimnisses. Der Jurist hatte Informationen aus Ermittlungsverfahren an die DrogenhĂ€ndler weitergegeben und eine Razzia verraten.

Erst im Januar hatte der verurteilte Staatsanwalt in dem stockenden Verfahren und nach einem VerstĂ€ndigungsvorschlag der Strafkammer den Großteil der ihm vorgeworfenen Taten gestanden. Die Wendung kam ĂŒberraschend - bis dahin hatte der Jurist die VorwĂŒrfe stets bestritten. Ein wegen Beihilfe zur Bestechung angeklagter 42 Jahre alter Boxtrainer wurde zu einer BewĂ€hrungsstrafe von einem Jahr und zehn Monaten verurteilt. 

Staatsanwalt gesteht 9 von 14 Taten

Der 40-JĂ€hrige rĂ€umte 9 der 14 Taten aus der Anklage der Staatsanwaltschaft OsnabrĂŒck umfassend ein. Im Gegenzug wurden weitere Anklagepunkte ? unter anderem Strafvereitelung im Amt ? auf Antrag der Staatsanwaltschaft fallen gelassen. Ihm drohte daraufhin eine Strafe zwischen 8 Jahren und 2 Monaten sowie 8 Jahren und 9 Monaten.

Die Anklagebehörde hatte acht Jahre und sechs Monate GefĂ€ngnis gefordert. Der Mann habe dem Vertrauen in den Rechtsstaat schweren Schaden zugefĂŒgt, sagte der Anklagevertreter in seinem PlĂ€doyer. FĂŒr den mutmaßlichen Mittelsmann, der 7 von 12 vorgeworfenen Taten gestanden hatte, forderte er ein Jahr und zehn Monate GefĂ€ngnis - ebenso wie dessen Verteidiger. Die Verteidiger des Juristen sprachen sich dafĂŒr aus, dass die Strafe acht Jahre und zwei Monate nicht ĂŒberschreiten solle. 

Jurist soll 5.000 Euro pro Tat kassiert haben

Dem Staatsanwalt wurde vorgeworfen, zwischen Juni 2020 und MĂ€rz 2021 gegen Geld Interna aus Ermittlungsverfahren preisgegeben und eine internationale Drogenbande vor einer Razzia gewarnt zu haben. Pro Tat, bei der er DrogenhĂ€ndlern nach eigenen Angaben Informationen verkaufte, will er 2.500 Euro erhalten haben - laut Anklagebehörde waren es 5.000 Euro fĂŒr jede Tat. Legal als Staatsanwalt verdiente er etwa 5.000 Euro im Monat. 

Hinweise auf ein Leck in den Behörden gab es schon frĂŒh. Bereits 2022 wurde ein Ermittlungsverfahren gegen den Staatsanwalt eingeleitet, seine Wohnung und seine DienstrĂ€ume wurden durchsucht. Dieses Verfahren wurde im Oktober 2023 eingestellt, weil sich der Verdacht zunĂ€chst nicht erhĂ€rtete. Im Juni 2024 wurde das Verfahren wiederaufgenommen, im April 2025 begann der Prozess.

Der Anklagevertreter betonte, keine der verhandelten Taten betreffe die Einfuhr von 16 Tonnen Kokain, keine der weitergegebenen Informationen habe sich um den Rekordfund gedreht. Im Februar 2021 waren 16 Tonnen Kokain im Hamburger Hafen entdeckt worden - ein Fund mit einem Marktwert von rund 448 Millionen Euro.

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