Neuer Vulkanausbruch auf Island - Gefahr fĂŒr evakuierten Ort
14.01.2024 - 12:54:23Zum zweiten Mal innerhalb von vier Wochen ist auf Island ein Vulkan ausgebrochen. Die Eruption auf der Reykjanes-Halbinsel sĂŒdwestlich von Reykjavik begann heute Morgen um 7.57 Uhr (Ortszeit), wie die islĂ€ndische Wetterbehörde Vedurstofa mitteilte. Live-Aufnahmen des islĂ€ndischen Rundfunksenders RĂV zeigten, wie Lava aus einem lĂ€nglichen Erdspalt sprudelte. Bereits wenige Stunden danach hatte sich ein regelrechtes Lavameer in dem Gebiet gebildet, das glutrot in der MorgendĂ€mmerung leuchtete.
Der 4000-Einwohner-Ort GrindavĂk in unmittelbarer NĂ€he des Areals wurde noch in der Nacht evakuiert. Menschenleben seien nicht in Gefahr, dafĂŒr möglicherweise aber die dortige Infrastruktur, erklĂ€rte der islĂ€ndische PrĂ€sident Gudni Th. JĂłhannesson auf der Online-Plattform X. Aufnahmen des Rundfunks zeigten, wie am Rand der glĂŒhenden Lava Arbeitsmaschinen in Sicherheit gebracht wurden, die zum Bau von Anlagen verwendet wurden, die den KĂŒstenort vor der Lava schĂŒtzen sollten.
Der Wetterbehörde zufolge lag der sĂŒdlichste Teil des Erdspalts rund 900 Meter von GrindavĂk entfernt. Die Behörde warnte: «Lava flieĂt nun in Richtung Stadt.» Wie bedrohlich dicht der Lavastrom war, illustrierten Luftaufnahmen der Zivilschutzbehörde. Die Behörden riefen dazu auf, nicht auf den Gedanken zu kommen, zur Lava zu wandern.
Der Vulkanexperte MagnĂșs Tumi Guðmundsson schĂ€tzte nach einem HubschrauberĂŒberflug am Morgen bei dem Sender, dass der Erdriss auf eine LĂ€nge von gut einem Kilometer angewachsen sei. Es sei jedoch noch unklar, ob er bereits seine volle GröĂe erreicht habe.
Lava auf Island setzt HĂ€user in KĂŒstenort GrindavĂk in Brand
Die Lava hat auf Island erstmals einen nahegelegenen Ort erreicht. Luftaufnahmen des islĂ€ndischen Rundfunksenders RĂV zeigten, wie ein glutroter Lavastrom mindestens zwei HĂ€user am nordöstlichen Rand des KĂŒstenortes GrindavĂk in Brand setzte. Das flĂŒssige Gestein stammte offenbar aus einem weiteren Erdspalt, der noch einmal nĂ€her an dem Ort lag als die ursprĂŒngliche Eruptionsstelle.
Arbeiter buchstÀblich vom Erdboden verschluckt
GrindavĂk liegt rund 40 Kilometer sĂŒdwestlich von Reykjavik. Der Ort war schon bei dem letzten Ausbruch Mitte Dezember in Mitleidenschaft gezogen worden - allerdings nicht durch die Lava, sondern durch etliche Erdbeben, die die Eruption angekĂŒndigt hatten. Die Beben hatten tiefe Risse in StraĂen und andere SchĂ€den verursacht. Vor wenigen Tagen fiel islĂ€ndischen Medienberichten zufolge ein Arbeiter mutmaĂlich in eine dieser Spalten - die Suche nach ihm wurde mittlerweile eingestellt, ohne dass er gefunden wurde.
Auch diesmal verzeichnete die Wetterbehörde vor der Eruption eine intensive Erdbebenserie mit mehr als 200 ErschĂŒtterungen. Die Behörde warnte davor, dass Magma unterhalb der ErdoberflĂ€che in Bewegung und die Wahrscheinlichkeit einer Eruption hoch sei.
Zuletzt war es in dem Gebiet am spĂ€ten Abend des 18. Dezembers zu einem Ausbruch gekommen, als Lava zunĂ€chst aus einer mehrere Kilometer langen Erdspalte sprudelte. Die Eruption, die vierte auf der Halbinsel innerhalb von drei Jahren, nahm jedoch innerhalb weniger Tage deutlich an IntensitĂ€t ab. Bereits vor Weihnachten war keine flĂŒssige Lava mehr an der ErdoberflĂ€che sichtbar. Die Bewohner von GrindavĂk konnten die Feiertage letztlich in ihren eigenen vier WĂ€nden verbringen - jedoch mit der steten Unsicherheit, dass die Erde unter ihnen nicht zur Ruhe gekommen war.





