Neuer Vulkanausbruch auf Island - Lava erreicht Ort
14.01.2024 - 17:58:50 | dpa.deZum zweiten Mal innerhalb von vier Wochen ist auf Island ein Vulkan ausgebrochen. Bei der fĂŒnften Eruption im SĂŒdwesten der Nordatlantik-Insel seit 2021 erreichte die aus der Erde sprudelnde Lava erstmals auch den evakuierten KĂŒstenort GrindavĂk, in dem sie mehrere HĂ€user in Brand setzte. Das zeigten Luftaufnahmen des islĂ€ndischen Rundfunksender RĂV.
Ort konnte rechtzeitig evakuiert werden
Der 4000-Einwohner-Ort war bereits in der Nacht zum Sonntag evakuiert worden, als sich die erneute Eruption auf der Reykjanes-Halbinsel sĂŒdwestlich von Reykjavik mit einer abermaligen Erdbebenserie angekĂŒndigt hatte. Um 7.57 Uhr (Ortszeit) am Morgen begann der Ausbruch schlieĂlich, als erste Lava aus einem lĂ€nglichen Erdspalt einige Hundert Meter nördlich von GrindavĂk sprudelte.
Bereits wenige Stunden danach hatte sich ein regelrechtes Lavameer in dem Gebiet gebildet, das glutrot in der MorgendĂ€mmerung leuchtete. Der Vulkanexperte MagnĂșs Tumi Guðmundsson schĂ€tzte nach einem HubschrauberĂŒberflug am Morgen bei RĂV ein, dass der Erdriss auf eine LĂ€nge von gut einem Kilometer angewachsen sei.
Bereits diese Lava kam GrindavĂk bedrohlich nahe. «Lava flieĂt nun in Richtung Stadt», warnte die islĂ€ndische Wetterbehörde Vedurstofa. Die Behörden riefen dazu auf, nicht auf den Gedanken zu kommen, zur Lava zu wandern. Am Rand der glĂŒhenden Lava wurden parallel Arbeitsmaschinen weggebracht, die zum Bau von Anlagen verwendet worden waren, um den KĂŒstenort vor der Lava zu schĂŒtzen.
Dann öffnete sich die Erde in den Mittagsstunden noch an einem anderen Ort - und zwar unmittelbar am nördlichen Stadtrand von GrindavĂk. Von dort zog sich die glutrote Lava talabwĂ€rts, ehe sie mindestens zwei HĂ€user erfasste, die daraufhin in Flammen standen. Da der Ort evakuiert war, bestand keine Gefahr fĂŒr Menschenleben - wohl aber fĂŒr das Hab und Gut der betroffenen Bewohner.
Arbeiter buchstÀblich vom Erdboden verschluckt
GrindavĂk liegt rund 40 Kilometer sĂŒdwestlich von Reykjavik. Der Ort war schon beim letzten Ausbruch Mitte Dezember in Mitleidenschaft gezogen worden - allerdings nicht durch die Lava, sondern durch etliche Erdbeben, die die Eruption angekĂŒndigt hatten. Die Beben hatten tiefe Risse in StraĂen und andere SchĂ€den verursacht. Vor wenigen Tagen fiel islĂ€ndischen Medienberichten zufolge ein Arbeiter mutmaĂlich in eine dieser Spalten - die Suche nach ihm wurde mittlerweile eingestellt, ohne dass er gefunden wurde.
Auch diesmal verzeichnete die Wetterbehörde vor der Eruption eine intensive Erdbebenserie mit mehr als 200 ErschĂŒtterungen. Die Behörde warnte davor, dass Magma unterhalb der ErdoberflĂ€che in Bewegung und die Wahrscheinlichkeit einer Eruption hoch sei.
Zuletzt war es in dem Gebiet am spĂ€ten Abend des 18. Dezembers zu einem Ausbruch gekommen, als Lava zunĂ€chst aus einer mehrere Kilometer langen Erdspalte sprudelte. Die Eruption nahm jedoch innerhalb weniger Tage deutlich an IntensitĂ€t ab. Bereits vor Weihnachten war keine flĂŒssige Lava mehr an der ErdoberflĂ€che sichtbar. Die Bewohner von GrindavĂk konnten die Feiertage letztlich in ihren eigenen vier WĂ€nden verbringen - jedoch mit der steten Unsicherheit, dass die Erde unter ihnen nicht zur Ruhe gekommen war.
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