Ăltere Autofahrer bei UnfĂ€llen hĂ€ufiger Hauptverursachende
04.12.2023 - 13:01:01Sind Ă€ltere Autofahrer an UnfĂ€llen mit Personenschaden beteiligt, haben sie hĂ€ufiger die Hauptschuld als jĂŒngere. Das teilte das Statistische Bundesamt in Wiesbaden mit. Der Statistik zufolge waren Menschen ab 65 vergangenes Jahr in mehr als zwei Drittel dieser FĂ€lle (69 Prozent) die Hauptverursachenden. Bei den mindestens 75-JĂ€hrigen waren es sogar 77 Prozent. Aber auch bei den Jungen ist der Anteil recht hoch: SaĂen 18- bis 20-JĂ€hrige am Steuer eines Autos, waren sie in 71 Prozent der UnfĂ€lle hauptverantwortlich.
AuffĂ€llig ist, dass sich die Unfallursachen je nach Alter unterscheiden: Laut den Angaben wurde Autofahrern im Seniorenalter anteilig hĂ€ufiger vorgeworfen, die Vorfahrt missachtet zu haben. Auch Fehlverhalten beim Abbiegen, Wenden, RĂŒckwĂ€rtsfahren oder Ein- und Anfahren traten hĂ€ufiger auf als bei JĂŒngeren. Dagegen wurde den Ălteren deutlich seltener zur Last gelegt, Abstand nicht eingehalten zu haben, mit nicht angepasster Geschwindigkeit unterwegs zu sein oder das Auto unter Alkoholeinfluss gefahren zu haben.
Gleichzeitig sind Ă€ltere Menschen gemessen an ihrem Anteil an der Gesamtbevölkerung seltener in VerkehrsunfĂ€lle verstrickt als jĂŒngere. «Die geringere Unfallbeteiligung dĂŒrfte insbesondere daran liegen, dass Ă€ltere Menschen seltener als jĂŒngere am StraĂenverkehr teilnehmen, unter anderem, weil sie nicht mehr zur Arbeit fahren», hieĂ es.
Die Statistiker teilten zudem mit, dass rund ein Drittel aller Verkehrstoten im vergangenen Jahr mindestens 65 Jahre alt war. Insgesamt wurden 52 748 Seniorinnen und Senioren Opfer bei VerkehrsunfĂ€llen, 1023 von ihnen wurden getötet und 12 350 schwer verletzt. Insgesamt habe der Anteil der Ălteren an allen Unfallopfern 15 Prozent betragen, bei den Todesopfern sei er mit 37 Prozent wesentlich höher gewesen. «Ăltere Menschen erleiden im Durchschnitt schwerere Unfallfolgen als jĂŒngere», hieĂ es. So wurden 23 Prozent der verunglĂŒckten Ă€lteren Menschen schwer verletzt, bei den unter 65-JĂ€hrigen waren es nur 15 Prozent.
Die Statistiker nannten am Montag dafĂŒr auch GrĂŒnde: «Hier spiegelt sich zum einen die mit zunehmendem Alter nachlassende physische Widerstandskraft wider», hieĂ es. Zum anderen seien Ă€ltere Menschen hĂ€ufiger als ungeschĂŒtzte FuĂgĂ€ngerinnen und FuĂgĂ€nger unterwegs und einem gröĂeren Risiko fĂŒr schwerwiegendere Verletzungen ausgesetzt.
Dass Àltere Menschen seltener Auto fahren, zeigt sich laut der Daten auch an der Ausstattung der Seniorenhaushalte: Hatten im letzten Jahr 77 Prozent der Haushalte mit Haupteinkommenspersonen von 65 bis 69 Jahren mindestens ein Auto, waren es in der in der Altersgruppe der Hochbetagten (80+) nur noch 65 Prozent.


