Die Erde bebt: Tausende fliehen von Santorini
04.02.2025 - 05:00:38 | dpa.deDen zwölften Tag in Folge bebt die Erde nordöstlich der ĂgĂ€is-Insel Santorini unablĂ€ssig. Tausende Menschen haben das griechische Eiland mit seinen rund 16.000 Einwohnern bereits verlassen. Seismologen rĂ€tseln ĂŒber das PhĂ€nomen und fĂŒrchten, ein schweres Hauptbeben könne folgen. Auch vor VulkanausbrĂŒchen und Tsunamis warnen die Experten. Die Vorkehrungen beim Katastrophenschutz laufen auf Hochtouren.
FlĂŒchtlinge im eigenen Land
Der Ansturm auf die FĂ€hr- und Flugtickets auf Santorini war und bleibt groĂ. Fluglinien haben SonderflĂŒge eingerichtet, auch zusĂ€tzliche FĂ€hren sollen fahren. «Ich habe seit Tagen nicht geschlafen, die Kinder und die Frauen weinen, es bebt alle fĂŒnf Minuten», sagte ein Mann, der einen Platz auf der FĂ€hre Blue Star 1 nach Athen ergattert hatte, zu Journalisten. Fernsehbilder zeigten vollgepackte Autos fliehender Menschen. «Ich fĂŒhle mich wie ein FlĂŒchtling im eigenen Land», klagte eine Frau. Die FĂ€hre mit 1.600 PlĂ€tzen war voll belegt.
Die Bewohner Santorinis, die Erdbeben durchaus gewöhnt sind, haben so etwas noch nie erlebt - und die Seismologen und Geologen auch nicht. Die Erdbebenserie bereitet ihnen Kopfzerbrechen. «Noch nie haben wir ein PhĂ€nomen so vieler Erdbeben binnen so kurzer Zeit registriert», sagte Geologie-Professorin Evi Nomikou dem Nachrichtensender Skai.Â
Gefahr durch Unterwasservulkan
Sorgen bereitet den Wissenschaftlern auch, dass durch die andauernden Beben der groĂe Vulkan Kolumbos aktiviert werden könnte, der nordöstlich der Insel unter Wasser liegt. Er hatte im Jahr 1650 bei einer gewaltigen Eruption schwere SchĂ€den im gesamten östlichen Mittelmeer angerichtet.
Dazu kommt die Angst vor einem schweren Hauptbeben der StĂ€rke 6 oder mehr. 1956 hatten zwei Beben der StĂ€rke 7,7 und 7,2 in der Region Dutzende Menschen das Leben gekostet, Tsunamis verursacht und groĂen Schaden angerichtet. Manche alten Inselbewohner erinnern sich noch daran.
Hoffen auf schnelle Entspannung
Der Chef der griechischen Behörde fĂŒr Erdbebenschutz, Efthymios Lekkas, glaubt nicht, dass es zur Katastrophe kommt. Der Geologe hofft, dass sich die aufgestaute seismische Energie mit einem Erdbeben der StĂ€rke 5 bis 5,5 entladen und danach langsam Ruhe in der Region eintreten könnte, wie er dem Sender ERTnews sagte. Allerdings verweisen Lekkas und all seine Kollegen auch stets darauf, dass man letztlich keine sicheren Prognosen abgeben könne.
So schÀtzen die Börsenprofis Aktien ein!
So schÀtzen die Börsenprofis Aktien ein!

