Niedersachsen, Deutschland

Mordversuch mit AmeisensÀure? - Angeklagte bestreitet Tat

09.04.2026 - 11:23:13 | dpa.de

Als ihr Mann die Scheidung will, soll eine Frau aus Niedersachsen dessen Tötung geplant haben. Ihr Partner ĂŒberlebt den SĂ€ureangriff, erblindet aber vollstĂ€ndig. Vor Gericht wehrt sich die Frau nun.

Am Landgericht Braunschweig hat ein Prozess um einen versuchten Mord mit AmeisensÀure begonnen.  - Bild: Julian Stratenschulte/dpa
Am Landgericht Braunschweig hat ein Prozess um einen versuchten Mord mit AmeisensÀure begonnen. - Bild: Julian Stratenschulte/dpa

Im Prozess um einen mutmaßlichen Mordversuch mit AmeisensĂ€ure hat sich die Angeklagte gegen die VorwĂŒrfe gewehrt. Es habe einen Kampf um die Flasche mit der SĂ€ure gegeben, sagte die 27-JĂ€hrige vor Gericht. Nach einer Abwehrbewegung sei es dann passiert, berichtete die Frau aus dem niedersĂ€chsischen Landkreis WolfenbĂŒttel, wie es zu den schweren Verletzungen ihres 32-jĂ€hrigen Ex-Partners gekommen sei. 

Wollte die Angeklagte 400.000 Euro Versicherungssumme?

Die Staatsanwaltschaft Braunschweig wirft der Frau vor, in einer Trennungsphase versucht zu haben, ihren Mann mit der hochkonzentrierten SĂ€ure zu töten. Wegen der gewĂŒnschten Scheidung soll sich die 27-jĂ€hrige Deutsche laut Anklage entschlossen haben, ihren Mann zu töten, um an 400.000 Euro aus einer Risikolebensversicherung zu kommen. 

Nach Schilderung der Ermittler lockte die Frau ihren Mann im November 2025 unter einem Vorwand in den Keller des gemeinsamen Hauses in Schladen-Werla, wo auch die beiden gemeinsamen Kinder lebten. Von hinten soll die Angeklagte ihrem wehrlosen Opfer die AmeisensĂ€ure ĂŒber den Kopf und das Gesicht geschĂŒttet haben. Der Mann rettete sich vor das Haus, wo ein Nachbar Erste Hilfe leistete und den Notruf wĂ€hlte. 

Opfer mehrere Tage im Koma

Durch den SĂ€ureangriff erlitt der Mann nach Angaben der Strafverfolger VerĂ€tzungen unter anderem an den Augen, am Hals und an den Armen. Durch die SĂ€ureeinwirkung seien die HornhĂ€ute beider Augen zerstört worden, was zur vollstĂ€ndigen Erblindung gefĂŒhrt habe. Wegen der Schwere der Verletzungen und der erheblichen Schmerzen musste der GeschĂ€digte fĂŒr mehrere Tage ins kĂŒnstliche Koma versetzt werden.

Den Vorwurf eines Mordversuchs aus HeimtĂŒcke und Habgier wies die Angeklagte, die seit dem Vorfall in Untersuchungshaft sitzt, zum Prozessauftakt zurĂŒck. «Ich bin immer gut hingekommen mit dem Geld», sagte sie. Es gilt die Unschuldsvermutung.

de | unterhaltung | 69110906 |

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