Stark, Sekte

Stark bewaffnete Sekte in Spanien ausgehoben

15.10.2024 - 12:22:26 | dpa.de

Als selbsterklÀrter «Messias» soll ein Mann im Westen Spaniens Dutzende um Hab und Gut betrogen haben. Schlimmer noch: Er soll auch eine Art Krieg gegen «UnglÀubige» erwogen haben.

Die Vereinigung hatten ihren Hauptsitz in CĂĄceres nahe der Grenze zu Portugal. (Archivbild) - Foto: Manuel Meyer/dpa-tmn
Die Vereinigung hatten ihren Hauptsitz in CĂĄceres nahe der Grenze zu Portugal. (Archivbild) - Foto: Manuel Meyer/dpa-tmn

Die Polizei hat in Spanien eine sektenartige und stark bewaffnete Vereinigung ausgehoben. Drei Menschen seien festgenommen worden, gegen acht weitere Personen werde ebenfalls unter anderem wegen organisierter KriminalitÀt, Betrug, Nötigung und Körperverletzung ermittelt, teilte die Polizeieinheit Guardia Civil mit. Die Bande mit Sitz in der Provinz Cåceres im Westen des Landes unweit der Grenze zu Portugal habe zahlreiche Kriegs- und andere Waffen sowie Munition im Wert von mindestens 73.000 Euro gehortet.

Die Guardia Civil (Zivilgarde) identifizierte bereits nach eigenen Angaben mehr als hundert Opfer, die um insgesamt mindestens eine Million Euro betrogen worden seien. Die Opfer seien vom HauptanfĂŒhrer dazu gebracht worden, ihr Vermögen zu verkaufen und den Erlös an die Vereinigung zu spenden. «Ein großer Teil der Einnahmen wurde in Waffen investiert», hieß es. Man vermute viel mehr Opfer, die sich bisher wohl aus Angst nicht gemeldet hĂ€tten.

Mehr als 80 Waffen, SchalldĂ€mpfer fĂŒr Langwaffen und 7.600 Metallpatronen unterschiedlichen Kalibers seien konfisziert worden. In verschiedenen Wohnungen seien außerdem hohe BargeldbetrĂ€ge, Mobiltelefone, Tablets und Computer gefunden und sichergestellt worden. Man habe auch zahlreiche Bankkonten gesperrt, hieß es.

Der «Messias» will tÀglich mit Jesus gesprochen haben

Spanische Medien berichteten unter Berufung auf die Ermittler, der SektenfĂŒhrer habe sich als «Messias» bezeichnet, der «tĂ€glich mit Jesus gesprochen» habe. Der Mann, der auch BĂŒcher geschrieben und VortrĂ€ge gehalten habe, sei im Januar, als die Ermittlungen bereits eingeleitet worden seien, einem Herzinfarkt erlegen. Die Witwe habe die AktivitĂ€ten der Vereinigung weitergefĂŒhrt, berichtete unter anderem die Zeitung «ABC». Sie sei eine der drei festgenommenen Personen.

Die Vereinigung «Ahora estĂĄs en casa» (Jetzt bist du zu Hause) kontaktierte ihre Opfer den Berichten zufolge unter anderem ĂŒber soziale Netzwerke. «Die religiöse Botschaft wurde von einem Aufruf zur Selbstverteidigung begleitet», schrieb «ABC». «Wir mĂŒssen vorbereitet und bewaffnet sein, denn wir senden eine Botschaft, die die Kirche nicht will und die Welt nicht will. Die MĂ€chtigen könnten ĂŒber uns herfallen», habe der Chef seinen AnhĂ€ngern eingeblĂ€ut. Er habe erwogen, sich mit AnhĂ€ngern zu «verbarrikadieren».

Die Vereinigung gab derweil im Netz die «vorlĂ€ufige Einstellung» ihrer AktivitĂ€ten bekannt. Zu den VorwĂŒrfen der Behörden gab sie im KommuniquĂ© keine Stellungnahme ab. «Wir bleiben geeint und tragen zur AufklĂ€rung aller Ereignisse bei», hieß es.

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