Stiefsohn, Kilogramm

Frau soll ihren Stiefsohn 20 Jahre lang eingesperrt haben

13.03.2025 - 18:05:49

Am Ende wiegt der 32-JĂ€hrige nur knapp 31 Kilogramm. Seine Stiefmutter soll ihn jahrelang eingesperrt haben. Schon der Grundschuldirektor versuchte nach eigenen Angaben vergeblich, ihm zu helfen.

Über 20 Jahre soll ihn seine Stiefmutter im Haus eingesperrt und schwer misshandelt haben, bevor sich der inzwischen 32-jĂ€hrige Mann befreite, indem er ein Feuer legte. Die Stiefmutter wurde nun festgenommen, wie die Polizei in Waterbury im US-Bundesstaat Connecticut mitteilte. Als die Feuerwehr ihn rettete, erklĂ€rte er, dass er das Feuer selbst gelegt habe. «Ich möchte meine Freiheit», habe er gesagt, teilte die Polizei mit. 

Opfer wog nur 31 Kilogramm

Der Mann sei vollkommen ausgemergelt gewesen und habe nur knapp 31 Kilogramm gewogen haben, berichteten der Sender NBC und andere Medien. Er habe der Polizei erzÀhlt, seine Stiefmutter habe ihn gefangen gehalten, seit er elf Jahre alt war. Ein Staatsanwalt wurde von NBC mit den Worten zitiert, das sei etwas «wie aus einem Horrorfilm».

In einem Interview des Senders schilderte der ehemalige Grundschuldirektor des Jungen, dass er ĂŒber 20 Mal vergeblich das Jugendamt angerufen habe und auch mehrfach Kimberly S., die Stiefmutter. Er und andere Lehrer hĂ€tten gemerkt, dass etwas nicht stimme, seitdem der Junge fĂŒnf Jahre alt war. Er habe immer Hunger gehabt und aus der MĂŒlltonne Essen gestohlen. Einige hĂ€tten dann angefangen, fĂŒr den Jungen Essen mitzubringen. 

Als der Junge zehn Jahre alt war, sei er aus der Schule verschwunden. Ihm sei erzÀhlt worden, dass der Junge in einer anderen Schule sei und spÀter, dass er zu Hause unterrichtet wurde, berichtete der Direktor. Er habe noch vergeblich versucht, den Jungen ausfindig zu machen. Er entschuldigte sich in dem Interview, dass er nicht mehr unternommen habe. Nachbarn berichteten, sie hÀtten den Jungen nie gesehen. 

Der Mann hatte das Feuer bereits Mitte Februar gelegt, am Mittwoch sei die Stiefmutter nun festgenommen worden, teilte die Polizei mit. Die Ermittler hĂ€tten festgestellt, dass der Stiefsohn ĂŒber 20 Jahre lang in Gefangenschaft gehalten worden sei, lange Zeit misshandelt wurde, ausgehungert war und unmenschlich behandelt wurde. Er sei in einem stark abgemagerten Zustand aufgefunden worden und habe in dieser Zeit keine medizinische Versorgung erhalten. Die Verteidigung der Frau wies die VorwĂŒrfe zurĂŒck.

@ dpa.de