Vermisstensuche, Flutdrama

Vermisstensuche nach Flutdrama in Spanien geht weiter

04.11.2024 - 11:35:06 | dpa.de

Am sechsten Tag nach der Katastrophe in Spanien kommen die AufrÀumarbeiten immer besser auf Touren. Aber die fieberhafte Suche nach Vermissten steht weiter im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit.

  • Am Dienstag hatte es teils so viel Regen gegeben wie sonst in einem Jahr.  - Foto: Alberto Saiz/AP/dpa
    Am Dienstag hatte es teils so viel Regen gegeben wie sonst in einem Jahr. - Foto: Alberto Saiz/AP/dpa
  • Die Behörden warnen vor Spekulationen. - Foto: Matias Chiofalo/EUROPA PRESS/dpa
    Die Behörden warnen vor Spekulationen. - Foto: Matias Chiofalo/EUROPA PRESS/dpa
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Eine knappe Woche nach dem sogenannten Jahrhundert-Unwetter im Osten Spaniens mit mehr als 200 Todesopfern geht die Suche nach Vermissten im Katastrophengebiet weiter. Alle Blicke richteten sich zuletzt vor allem auf ein Einkaufszentrum in Aldaia, einem Vorort der Provinzhauptstadt Valencia. Aus dem unterirdischen Parkplatz mit 2.700 StellplĂ€tzen wird das Wasser abgepumpt. Es wird befĂŒrchtet, dass dort und auch in anderen Tiefgaragen Leichen entdeckt werden könnten.

«Die EinsatzkrĂ€fte haben bereits rund 20 Fahrzeuge durchsucht, aber keine Körper gefunden», sagte Aldaia-BĂŒrgermeister Guillermo LujĂĄn im staatlichen TV-Sender RTVE. LujĂĄn relativierte die dramatisierenden Berichte in einigen Medien. «Der Parkplatz war fast leer, wir schĂ€tzen, dass dort zum Zeitpunkt der Überschwemmung weniger als 100 Fahrzeuge parkten.» Man mĂŒsse vorsichtig sein, es seien ĂŒbertriebene Darstellungen im Umlauf.

Warnungen vor Spekulationen

Die offizielle Zahl der Todesopfer liegt bei 217 - 213 allein in der bei Urlaubern beliebten Provinz Valencia. Zudem gelten viele Menschen weiter als vermisst - eine offizielle Zahl gibt es nach wie vor nicht. Einige wenige Medien schreiben seit Tagen von 1.500, 2.000 oder sogar 2.500 Vermissten. FĂŒr diese Zahlen gibt es allerdings keine Quellen. Vermutlich basieren sie auf den Notrufen, die zum Teil schon zu Beginn des Unwetters bei den Behörden eingegangen waren. «Wir dĂŒrfen nicht spekulieren», sagte zu diesem Thema der Minister fĂŒr Territoriale Politik, Ángel VĂ­ctor Torres. Man mĂŒsse seriös vorgehen.

Inzwischen werden aber nicht nur die sterblichen Überreste verschwundener Menschen geborgen. Immer wieder tauchen auch vielerorts als vermisst geltende Personen auf. Zuletzt die Rentnerin Josefa, wie der Polizeibeamte IvĂĄn GarcĂ­a am Montag in RTVE berichtete. «Die Freude der Angehörigen und Freunde war beim Wiedersehen riesengroß, unbeschreiblich», erzĂ€hlte der Beamte. «Sie war die ganze Zeit zu Hause, hatte aber nicht kontaktiert werden können.» Es gebe außerdem weiterhin auch «viele Menschen, die völlig desorientiert sind».

Keine Unwetterwarnung mehr im Katastrophengebiet

Die AufrĂ€um- und Bergungsarbeiten kamen derweil immer besser auf Touren. Am Montag waren neben rund 10.000 Polizisten der PolicĂ­a Nacional und der Guardia Civil bereits mehr als 7.500 MilitĂ€rangehörige im Einsatz. Sie wurden von Feuerwehr und Zivilschutz sowie von unzĂ€hligen Freiwilligen unterstĂŒtzt. Es wird vermutet, dass die AufrĂ€umarbeiten viele Tage und sogar Wochen in Anspruch nehmen werden. Der Wiederaufbau dĂŒrfte Monate dauern.

In Valencia hatte es am Dienstag in einigen Ortschaften innerhalb weniger Stunden so viel Regen gegeben wie sonst in einem Jahr. Am Montag sollte es im Katastrophengebiet keine nennenswerten NiederschlĂ€ge mehr geben. Unwetterwarnungen des Wetterdienstes Aemet galten fĂŒr Teile von Katalonien im Nordosten sowie von Extremadura im Westen des Landes.

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