Vietnam, BrÀnde

Opferzahl bei Brandkatastrophe in Wohnhaus steigt auf 56

13.09.2023 - 15:18:08

Am spĂ€ten Abend brennt ein Wohnhaus in Hanoi plötzlich lichterloh. Die meisten Bewohner schlafen da bereits. Einige springen vom Dach oder von Balkonen. Aber die Bilanz ist schrecklich - und nicht endgĂŒltig.

  • RettungskrĂ€fte tragen eine Person aus dem brennenden GebĂ€ude in Hanoi. - Foto: Pham Trung Kien/VNA/AP/dpa

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  • Rauch steigt aus dem brennenden GebĂ€ude in Hanoi. - Foto: Nhan Huu Sang/VNA/AP/dpa

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RettungskrÀfte tragen eine Person aus dem brennenden GebÀude in Hanoi. - Foto: Pham Trung Kien/VNA/AP/dpaRauch steigt aus dem brennenden GebÀude in Hanoi. - Foto: Nhan Huu Sang/VNA/AP/dpa

Eine Brandkatastrophe in einem Wohnhochhaus in Vietnams Hauptstadt Hanoi hat mindestens 56 Menschen das Leben gekostet. Dies teilte die örtliche Polizei mit. Fast 40 weitere Menschen werden in KrankenhĂ€usern mit teils schweren Verletzungen behandelt. Es wird befĂŒrchtet, dass die Zahl der Toten weiter steigen könnte. Die Brandursache ist noch unklar.

Der Besitzer des GebĂ€udes sei festgenommen worden, erklĂ€rte die Polizei. Ihm werde vorgeworfen, gegen die Brandschutzvorschriften verstoßen zu haben. FĂŒr Dutzende Menschen gab es kein Entkommen, weil das Haus nur einen einzigen Notausgang hatte.

Medienberichten zufolge lebten etwa 150 Menschen in 45 Mini-Appartements in dem GebĂ€ude im Stadtteil Thanh Xuan. Als das Feuer am spĂ€ten Dienstagabend ausbrach, schliefen die meisten schon. Ersten Untersuchungen zufolge soll der Brand vom ersten Stock ausgegangen sein, wo sich ein Parkplatz fĂŒr Motorroller befand.

Bewohner springen vom Dach

Die Flammen griffen nach Behördenangaben schnell auf die oberen Stockwerke ĂŒber. Einige Bewohner seien in Panik vom Dach aus auf angrenzende GebĂ€ude gesprungen, um sich vor den Flammen zu retten. Andere hĂ€tten sich aus niedrigeren Stockwerken abgeseilt, hieß es. Ärzte erklĂ€rten, viele hĂ€tten Rauchvergiftungen erlitten, andere multiple Frakturen.

Ein Bewohner des dritten Stocks sagte, er habe nasse Decken auf ein etwas tiefer liegendes Wellblechdach geworfen und sei dann zusammen mit seiner 27 Monate alten Tochter im Arm und seiner Frau vom Balkon gesprungen. Er habe sich dabei den Arm gebrochen, seine Frau die Schulter - aber alle drei seien in relativ guter Verfassung, zitierte ihn die Zeitung «Tuoi Tre».

Seine anderen beiden Kinder im Alter von acht und neun Jahren hĂ€tten sich zuvor auf das Dach des Hauses gerettet. Der Sohn habe ĂŒberlebt, aber ĂŒber das Schicksal seiner Tochter sei bislang nichts bekannt, sagte der Mann.

MinisterprÀsident verspricht Hilfe

Etwa 15 Löschfahrzeuge und mehr als 100 Feuerwehrleute waren im Einsatz, um den Brand unter Kontrolle zu bringen. Auf Fotos, die im Internet verbreitet wurden, sind völlig verkohlte WÀnde und Reste von zahlreichen verbrannten Motorrollern zu sehen. Bis zum Mittwochabend (Ortszeit) sei es zunÀchst nur gelungen, 39 der Leichen zu identifizieren, teilte die örtliche Polizei zudem mit.

MinisterprĂ€sident Pham Minh Chinh, der sich vor Ort ein Bild von der Katastrophe machte, sagte den betroffenen Familien Hilfe zu. Er erklĂ€rte, die Behörden mĂŒssten aus dieser Tragödie lernen. «Ein solches GebĂ€ude muss AusgĂ€nge haben», sagte er. Es sei unmöglich, so viele Stockwerke und mehr als 40 Wohnungen ohne genĂŒgend NotausgĂ€nge zu bauen.

In Vietnam kommt es hĂ€ufig zu BrĂ€nden mit vielen Opfern. Grund sind mangelnde Brandschutzvorschriften. Im vergangenen Jahr kamen bei einem Feuer in einer Karaokebar im SĂŒden des Landes mehr als 20 Menschen ums Leben. 2018 starben bei einem Brand in einem Hochhaus in Ho-Chi-Minh-Stadt mehr als ein Dutzend Menschen.

@ dpa.de