Zwischen Tauwetter und Glatteis: So ist die Wetterlage
13.01.2026 - 14:12:34Tief «Gunda» hat vielerorts StraĂen und FuĂwege in eisige Rutschbahnen verwandelt. Spiegelglatte StraĂen sorgten vor allem in Teilen Ostdeutschlands und in Bayern fĂŒr zahlreiche UnfĂ€lle. Anderswo kĂ€mpfen EinsatzkrĂ€fte mit den Auswirkungen des Tauwetters.
Der Deutsche Wetterdienst (DWD) hatte fĂŒr den frĂŒhen Morgen besonders im Ă€uĂersten Osten und Nordosten noch markante Glatteisgefahr vorhergesagt. In der Nacht war vielfach Regen in gefrierenden Regen ĂŒbergegangen. Im Laufe des Vormittags entspannte sich die Situation aber ĂŒberwiegend.Â
Winterwetter hÀlt Menschen in Atem
Stark betroffen vom eisigen Winterwetter war Sachsen. Alleine im Bereich der Polizeidirektion Dresden registrierten die Beamten von Mitternacht bis 10.00 Uhr fast so viele VerkehrsunfĂ€lle wie sonst innerhalb von 24 Stunden. Auf der A14 bei Leipzig hatte sich nach den seit Tagen eisigen Temperaturen an einigen Stellen der Beton gelöst. Der strenge Frost hat zudem beim ADAC in Sachsen fĂŒr eine Rekordzahl an Notrufen gesorgt.
Besonders angespannt war die Lage auch im bayerischen Oberfranken, wo sich etwa auf der A9 eine bis zu zwei Zentimeter dicke Eisschicht gebildet hatte. Die Polizei meldete bis zum Morgen 14 UnfÀlle bei GlÀtte. Mindestens neun Menschen seien leicht verletzt worden, sagte eine Sprecherin. Nach SchÀtzungen der Polizei waren 39 Fahrzeuge beteiligt, darunter mehrere Lastwagen. Auch in anderen Regionen Bayerns kam es zu UnfÀllen aufgrund der WitterungsverhÀltnisse.
Bereits am Montag war es zu etlichen UnfĂ€llen auf glatten StraĂen gekommen. Bei Lichtenfels in Oberfranken etwa wurden nach Angaben der Polizei am Abend bei Blitzeis mindestens 13 Menschen bei einer Massenkarambolage auf einer BundesstraĂe verletzt, zwei von ihnen schwer.Â
Eis drohte auf A7 zu fallen
In Hamburg beschert das dort einsetzende Tauwetter mit Regen der Feuerwehr seit der Nacht zahlreiche EinsĂ€tze. GröĂere EinschrĂ€nkungen gab es am Elbtunnel. Eisteile drohten auf die Fahrbahn und die Fahrzeuge zu stĂŒrzen. Die Feuerwehr war mit Spezialfahrzeugen im Einsatz und befreite die Lamellen am sĂŒdlichen Tunnelportal von den sogenannten Eisplanken, wie ein Sprecher der Autobahn GmbH des Bundes der Deutschen Presse-Agentur sagte. Die Autobahn 7 in Richtung Norden war fĂŒr gut zwei Stunden gesperrt.Â
Auch der Tiergartentunnel in Berlin musste von Eis befreit werden, wie die Verkehrsinformationszentrale VIZ mitteilte. AuffĂ€llig viele VerkehrsunfĂ€lle gab es aber nicht. In Mecklenburg-Vorpommern und ThĂŒringen blieb die Zahl der UnfĂ€lle und StĂŒrze trotz vielerorts spiegelglatter StraĂen ebenfalls ĂŒberschaubar.
Teils ZugausfĂ€lle bei der Deutschen BahnÂ
GröĂere EinschrĂ€nkungen bei der Deutschen Bahn gab es aufgrund der Wetterlage nicht. Auf ihrer Website wies das Unternehmen am Nachmittag etwa auf «witterungsbedingte Anpassungen auf allen Linien» der S-Bahn in Hamburg hin. Zudem komme es zu ZugausfĂ€llen im Fernverkehr der Deutschen Bahn in Tschechien. Betroffen seien Railjet-Verbindungen zwischen Dresden und Prag.
Notaufnahmen zuletzt extrem belastet
In den vergangenen Tagen hatte bereits der Wintersturm «Elli» vielerorts fĂŒr gefĂ€hrliche GlĂ€tte und zahlreiche UnfĂ€lle gesorgt. In den Notaufnahmen des Landes war die Belastung entsprechend hoch. «Eis und Schnee haben uns in den vergangenen Tagen auch in den Notaufnahmen extrem belastet», sagte Gerald GaĂ, Vorsitzender der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG), der «Rheinischen Post».Â
Wetterumschwung kommt
Am kĂ€ltesten war es in diesem Jahr laut vorlĂ€ufiger Daten des DWD in Oberstdorf im AllgĂ€u. Dort zeigte das Thermometer am 6. Januar eine Temperatur von minus 21,7 Grad an, wie es auf Nachfrage der dpa hieĂ.Â
Auf Eis und Schnee folgen nun Regen und stellenweise zweistellige Temperaturen. Tief «Gunda» habe landesweit mildere Witterung gebracht, teilte der Deutsche Wetterdienst (DWD) in Offenbach mit. An diesem Mittwoch liegen die Höchstwerte ĂŒberall im positiven Bereich - mit einem Nordost-SĂŒdwestgefĂ€lle, wie Meteorologe Marcel Schmid sagte.Â
An den folgenden Tagen der Woche sei ein meist unspektakulÀrer Mix aus Regen und stellenweise lÀngeren sonnigen Abschnitten zu erwarten.











