Amur-Tigerbabys in Niedersachsen: Drei Jungtiere im Tierpark Ströhen sind fit
Veröffentlicht am: 07.10.2026 um 16:13 Uhr | dpa, AD HOC NEWSDrei am 20. August geborene Amur-Tigerbabys sind bei ihrer ersten Untersuchung im Tierpark Ströhen gesund und munter gewesen.
Chip, Impfung und Untersuchung
Die beiden Kater und die Katze wurden tiermedizinisch untersucht. Dabei kontrollierte das Team unter anderem die Krallen und schaute den Jungtieren ins Maul.
Außerdem erhielten die sieben Wochen alten Raubkatzen einen Mikrochip sowie Impfungen gegen Katzenschnupfen, Katzenseuche und Tollwut. Nach Einschätzung des Tierarztes gedeihen die Tiere gut.
Mutter blieb in Sichtweite
Mutter Amara blieb während der Untersuchung in Sichtweite ihrer Jungen und verhielt sich nach Angaben einer Sprecherin außergewöhnlich ruhig. Als die Babys zurück in ihr Gehege kamen, rannte sie zunächst aufgeregt hin und her, kümmerte sich anschließend aber wieder um den Nachwuchs.
Dritter gemeinsamer Wurf
Die Tierpfleger trennen Mutter und Jungtiere nur selten. An Augen, Fell, Säugen und Spielverhalten beobachten sie, wie sich die kleinen Tiger entwickeln.
Für das Zuchtpaar Amara und Antaris ist es der dritte gemeinsame Wurf. Die Tiger-Mama hat bereits zweimal Zwillinge großgezogen. Ausgewachsene Männchen können bis zu 325 Kilogramm wiegen, Weibchen erreichen zwischen 100 und 168 Kilogramm.
Lebensraum im Fernen Osten
Der Amur-Tiger gilt als stark gefährdet. Sein Lebensraum liegt im Fernen Osten Russlands und im angrenzenden Nordosten Chinas; er gilt als größte Tiger-Unterart der Erde.
Bestand in freier Wildbahn
Der Amur-Tiger lebt im Fernen Osten Russlands und im angrenzenden Nordosten Chinas. Sein Verbreitungsgebiet ist damit auf eine vergleichsweise kleine Region begrenzt, in der große, zusammenhängende Waldlandschaften und ausreichend Beutetiere entscheidend für das Überleben der Art sind.
Zu den zentralen Gefahren zählen der Verlust und die Zerschneidung von Lebensräumen, die illegale Jagd sowie Konflikte zwischen Tigern und Menschen. Schutzmaßnahmen setzen deshalb nicht nur bei der Kontrolle der Wilderei an, sondern auch beim Erhalt von Wäldern, bei der Sicherung von Beutetieren und bei der Zusammenarbeit mit lokalen Gemeinden.
Bedeutung von Zoos und Zuchtprogrammen
Geburten in zoologischen Einrichtungen können dazu beitragen, genetisch abgestimmte Reservepopulationen zu erhalten und Wissen über Haltung, Fortpflanzung und tiermedizinische Versorgung zu gewinnen. Sie ersetzen jedoch keinen Schutz der Tiere in ihrem natürlichen Lebensraum. Für die drei Jungtiere in Ströhen steht zunächst die störungsarme Entwicklung an der Seite ihrer Mutter im Mittelpunkt. Impfungen, Kennzeichnung und regelmäßige Beobachtung schaffen dafür die medizinische und organisatorische Grundlage.
