Hessen, Deutschland

Angehörige suchen nach tödlichem Unfall nach Antworten

17.04.2026 - 11:53:17 | dpa.de

An der Firmeneinfahrt hÀngen noch AbsperrbÀnder, Angehörige suchen Antworten. Der Stand am Morgen danach.

  • In Runkel trauern Angehörige um verstorbene Arbeiter. - Foto: Sascha Ditscher/dpa
  • Nach dem tödlichen Unfall in der Lederfabrik ermitteln Experten die Ursache. - Foto: Sascha Ditscher/dpa
  • Die Ermittlungen konzentrieren sich auf Chemikalien in einer Grube. - Foto: Sascha Ditscher/dpa
In Runkel trauern Angehörige um verstorbene Arbeiter.  - Foto: Sascha Ditscher/dpa Nach dem tödlichen Unfall in der Lederfabrik ermitteln Experten die Ursache. - Foto: Sascha Ditscher/dpa Die Ermittlungen konzentrieren sich auf Chemikalien in einer Grube. - Foto: Sascha Ditscher/dpa

Nach einem tödlichen Arbeitsunfall im mittelhessischen Runkel sind am Morgen Angehörige der Verstorbenen vor der Lederfabrik eingetroffen. Ein Mann trauert um seinen Bruder, eine Frau will Antworten zum Tod ihres Mannes, wie eine dpa-Reporterin vor Ort berichtet. Auch ein Mann, der nach eigenen Angaben die Mitarbeiter des Traditionsbetriebs gut kennt, kommt zu dem FirmengelĂ€nde. Zu dem tragischen Geschehen am Vorabend will er sich nicht nĂ€her Ă€ußern, spricht aber von einem «Trauma».

Bei dem UnglĂŒck in dem 9.500-Einwohner-StĂ€dtchen im Kreis Limburg-Weilburg sind am Donnerstagnachmittag drei Arbeiter im Alter von 38, 58 und 59 Jahren ums Leben gekommen. Zwei weitere MĂ€nner seien schwer verletzt worden, hatte das Landesinnenministerium mitgeteilt. Die Verletzten schwebten auch am Morgen noch in Lebensgefahr, wie die Polizei mitteilte. Eine Sprecherin bezeichnete den Zustand der beiden MĂ€nner am Vormittag als weiterhin kritisch.

Kriminalpolizei ermittelt zur Todesursache 

Die Kriminalpolizei hat die Ermittlungen ĂŒbernommen. Das teilte in der Nacht das PolizeiprĂ€sidium Westhessen mit. Nun gehe es darum, die Todesursache zu klĂ€ren. Im Zentrum der Ermittlungen stĂŒnden die Chemikalien in einer Grube, die nun untersucht werden mĂŒssten. Auch die IdentitĂ€t der Toten sei Gegenstand der Ermittlungen.

Am Morgen traf auch ein Spezialist des unter anderem fĂŒr den Arbeitsschutz zustĂ€ndigen RegierungsprĂ€sidiums Gießen vor Ort ein. Der Mitarbeiter des Dezernats fĂŒr industrielles Abwasser, wassergefĂ€hrdende Stoffe, GrundwasserschadensfĂ€lle, Altlasten und Bodenschutz werde sich ein Bild von der Lage vor Ort verschaffen, sagte ein Sprecher des RegierungsprĂ€sidiums Gießen der dpa.

Hinzu kamen Vertreter der Berufsgenossenschaft Rohstoffe und chemische Industrie, die das FirmengelÀnde in Augenschein nehmen wollten. Am Vormittag traf auch Polizei vor Ort ein.

Behörden gehen von Kohlenmonoxidvergiftung aus

Nach Angaben von Hessens Innenminister Roman Poseck (CDU) gehen die Behörden davon aus, dass es in der Grube der Gerberei zu einer Kohlenmonoxidvergiftung gekommen sei, die zum Tod der Arbeiter gefĂŒhrt habe.

Ein Paar, das seit etwa zwei Jahren in der Nachbarschaft wohnt, kommt an dem nebligen Morgen mit seinem Hund an dem FirmengelĂ€nde vorbei. Von dem Geschehen am Vorabend haben die Leute in den Medien erfahren. Man kenne die Partnerin des Firmenbetreibers von Gassi-Begegnungen, es seien «nette Leute», sagt die Frau. Von der bereits 200 Jahre alten Firma hat das Paar nach eigenen Angaben in der Vergangenheit außer «ein bisschen Geruch» nicht viel mitbekommen, sagt die SpaziergĂ€ngerin. «Das ist furchtbar, dass so was passiert ist.»

Trauergottesdienst am Abend

Am Freitagabend wird es einen Trauergottesdienst fĂŒr die Opfer geben. Wie Runkels BĂŒrgermeisterin Antje Hachmann auf Facebook schrieb, können die BĂŒrgerinnen und BĂŒrger von 18.00 bis 20.00 Uhr in einem ökumenischen Trauergottesdienst innehalten.

Zudem sollen ab 19.00 Uhr in Runkel und im Stadtteil Schadeck die Kirchenglocken lĂ€uten – «als Zeichen des Gedenkens und der Verbundenheit», wie Hachmann schreibt. Die Stadt werde ihre Fahnen auf halbmast flaggen. «Unsere Gedanken sind bei den Opfern, ihren Angehörigen sowie allen EinsatzkrĂ€ften und Betroffenen dieses Ereignisses», schrieb die BĂŒrgermeisterin.

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