Soldaten, Stellung

Soldaten errichten versehentlich Stellung auf GrabhĂŒgel

15.08.2025 - 12:29:11 | dpa.de

An einem mehrere Tausend Jahre alten GrabhĂŒgel in Schleswig-Holstein finden sich Spuren einer illegalen Grabung. ArchĂ€ologen machen sich auf die Spur. Und findet etwas völlig Unerwartetes.

ArchÀologen haben in Schleswig-Holstein statt der vermuteten Raubgrabung eine Gefechtsstellung der Bundeswehr ausgegraben. - Foto: Markus Scholz/dpa
ArchÀologen haben in Schleswig-Holstein statt der vermuteten Raubgrabung eine Gefechtsstellung der Bundeswehr ausgegraben. - Foto: Markus Scholz/dpa

Bundeswehr-Soldaten haben bei einer Übung in Schleswig-Holstein durch den Bau einer Stellung im Wald einen GrabhĂŒgel aus der Jungsteinzeit zum Teil zerstört. ArchĂ€ologen hielten die vor kurzem entdeckten Spuren der Bundeswehr-Übung bei Ahrensbök zunĂ€chst fĂŒr das Werk von RaubgrĂ€bern. 

Doch bei der Dokumentation dieser vermeintlichen Raubgrabung stieß das Team um den Gebietsdezernenten Christoph Unglaub vom ArchĂ€ologischen Landesamt auf zahlreiche, mitten auf dem Denkmal vergrabene SandsĂ€cke. Der ArchĂ€ologe war erleichtert: «Bei RaubgrĂ€bern hĂ€tte ich das dumpfe GefĂŒhl gehabt, dass die weitermachen», sagte er.

Die Bundeswehr rĂ€umte den Vorfall auf Anfrage bereits ein. «Die Bundeswehr nutz derartige SandsĂ€cke zum Bau von Gefechtsstellungen im GelĂ€nde zum Schutz der Truppe», sagte FregattenkapitĂ€n Frank Martin, Sprecher der Bundeswehr in Schleswig-Holstein, der Deutschen Presse-Agentur. «Im konkreten Fall befand sich eine ĂŒbende Truppe im Juni diesen Jahres im Raum Ahrensbök in der einsatzvorbereitenden Ausbildung, die auch den Bau von Gefechtsstellungen beinhaltetet.»

Denkmal teilzerstört

Das Landeskommando geht davon aus, dass die Soldaten auf dem GrabhĂŒgel aufgrund der Anhöhe im GelĂ€nde eine Stellung gebaut hatten. Davon zeugen senkrecht in den Boden getriebene Pflöcke und dicke Äste als Befestigung an den Seiten. «Das Denkmal ist teilzerstört», sagte Unglaub. Er geht nach dem Fund eines krakelierten Feuersteins von einem GrabhĂŒgel aus der Jungsteinzeit aus, 4.000 bis 5.000 Jahre alt. Diese Steine seien damals ins Feuer gelegt worden.

«FĂŒr die Soldatinnen und Soldaten war dieser GrabhĂŒgel aus unterschiedlichen GrĂŒnden leider nicht als historischer GrabhĂŒgel erkennbar», sagte Martin. Die Bundeswehr bedauere diesen Umstand sehr und lege viel Wert auf den Erhalt, die Pflege und den Schutz von derartigen historischen Orten. «Vor diesem Hintergrund werden wir unsere inneren AblĂ€ufe und Vorbereitungen fĂŒr einsatzvorbereitende Übungen noch einmal nachhaltig betrachten, um kĂŒnftig konkret den Schutz von historischen GrabhĂŒgeln zu gewĂ€hrleisten.»

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