Angela Merkel signiert PortrĂ€t-Postkarten im Bode-Museum â lange Schlange auf der Museumsinsel
Veröffentlicht am: 04.10.2026 um 16:11 Uhr | dpa, AD HOC NEWSDrei Monate nach der EnthĂŒllung ihres PortrĂ€ts hat die frĂŒhere Bundeskanzlerin Angela Merkel im Berliner Bode-Museum Kunstpostkarten mit dem GemĂ€lde signiert.
Lange Schlange vor dem Museum
Vor dem Signiertisch bildete sich eine Schlange, die bis zum Eingang des Museums reichte. Einige Besucherinnen und Besucher warteten nach eigenen Angaben ausschlieĂlich auf den Besuch der Ausstellung.
Nach Angaben eines Museumssprechers standen insgesamt rund 450 Tickets fĂŒr die Signierstunde zur VerfĂŒgung. Etwa 300 Karten konnten vorab gebucht werden und waren innerhalb weniger Stunden vergeben.
PortrĂ€t mit KĂŒnstler im Hintergrund
Merkel signierte an einem Tisch, hinter dem das PortrÀt zu sehen war. Neben ihr saà der Maler Jérémie Queyras.
Ausstellung bis Januar verlÀngert
Seit der EnthĂŒllung des GemĂ€ldes Ende Juni haben sich die Besucherzahlen des Museums nach Angaben der Einrichtung nahezu verdoppelt. UrsprĂŒnglich sollte das PortrĂ€t nur bis Anfang Oktober gezeigt und anschlieĂend als Leihgabe an das Bundeskanzleramt gegeben werden.
Die Ausstellung wurde inzwischen bis zum 3. Januar 2027 verlÀngert. Queyras stammt aus einer Freiburger Musikerfamilie und hatte sich 2022 handschriftlich bei Merkel beworben.
Merkel wollte Abstand gewinnen
Das Bild zeigt die frĂŒhere Kanzlerin in einem leuchtend blauen Blazer vor einem goldbraunen Hintergrund. Sie ist stehend bis zu den Knien dargestellt und legt eine Hand auf die Lehne eines Stuhls.
Bei der EnthĂŒllung hatte Merkel erklĂ€rt, sie habe sich mit dem PortrĂ€t Zeit lassen wollen. Sie habe Abstand gebraucht; das Bild habe kein Punkt auf einer abzuarbeitenden To-do-Liste sein sollen, sondern ein Vorgang, an dem sie Freude habe. Merkel war von 2005 bis 2021 Bundeskanzlerin.
Ein PortrÀt mit politischer Nachgeschichte
Das GemĂ€lde steht nicht nur fĂŒr eine persönliche WĂŒrdigung Angela Merkels, sondern auch fĂŒr den Umgang mit politischer Geschichte. Als Bundeskanzlerin prĂ€gte sie Deutschland von 2005 bis 2021 und wurde damit zu einer der am lĂ€ngsten amtierenden Regierungschefinnen des Landes. Ein offizielles PortrĂ€t macht diese Amtszeit dauerhaft sichtbar und ordnet sie zugleich in die Erinnerungskultur staatlicher Institutionen ein.
Die ungewöhnlich lange Suche nach einem KĂŒnstler verweist auf den besonderen Charakter des Vorhabens. Merkel hatte erklĂ€rt, sie habe Abstand gebraucht und das Bild nicht als bloĂen Verwaltungsvorgang behandeln wollen. Das Ergebnis unterscheidet sich von einer klassischen Darstellung im Amt: Die frĂŒhere Kanzlerin trĂ€gt einen leuchtend blauen Blazer, steht vor einem goldbraunen Hintergrund und ist bis zu den Knien dargestellt.
Mehr Aufmerksamkeit fĂŒr das Museum
Die verlĂ€ngerte Ausstellung bis zum 3. Januar 2027 erhöht die öffentliche ZugĂ€nglichkeit des PortrĂ€ts. Dass sich die Besucherzahlen nach der EnthĂŒllung nahezu verdoppelt haben, zeigt die Verbindung von politischer Prominenz und kultureller Vermittlung. FĂŒr Besucherinnen und Besucher bietet die PrĂ€sentation damit weiterhin die Möglichkeit, das Bild im Original zu sehen und zugleich das Bode-Museum auf der Museumsinsel zu besuchen.
Die Signierstunde macht auĂerdem sichtbar, dass das Interesse ĂŒber die reine Ausstellung hinausreicht. Rund 450 Tickets und eine innerhalb weniger Stunden ausverkaufte Vorab-Buchung belegen die starke Nachfrage nach einer persönlichen Begegnung. Die Aktion verbindet damit ein öffentliches Kunstereignis mit einem Moment politischer Erinnerung.
