Verletzte, Stierlauf

Sechs Verletzte bei siebtem Stierlauf in Pamplona

13.07.2025 - 10:20:23

Auch am Sonntag warten viele Menschen in den engen Gassen der spanischen Stadt gespannt auf den Moment, um mit den Stieren auf dem Weg zur Arena mitzulaufen. Erneut gibt es gefÀhrliche Szenen.

Auch der siebte und vorletzte Stierlauf des diesjĂ€hrigen SanfermĂ­n-Festes im nordspanischen Pamplona hat am Morgen fĂŒr gefĂ€hrliche Momente gesorgt. Sechs Menschen wurden auf der mehr als 800 Meter langen Strecke zur Stierkampfarena verletzt, wie eine Sprecherin des Roten Kreuzes im spanischen Sender RTVE in einer vorlĂ€ufigen Bilanz sagte. FĂŒnf von ihnen mussten demnach in ein Krankenhaus gebracht werden, einer der meist mĂ€nnlichen LĂ€ufer erlitt demnach einen Hornstoß im Genitalbereich.

In den engen Gassen mit vielen Kurven kam es erneut zu zahlreichen StĂŒrzen, wie in der Live-Übertragung von RTVE zu sehen war. In zwei FĂ€llen schoben Stiere mit ihren Köpfen LĂ€ufer aus dem Weg, sowohl die MĂ€nner als auch die Tiere stĂŒrzten dabei. Ein weiterer LĂ€ufer brachte sich in einer Kurve in Sicherheit, sein rotes Hemd wurde aber vom Horn eines vorbeilaufenden Stieres aufgespießt, er konnte sich nach wenigen Sekunden aber befreien.

Kommentator: Viele unterschÀtzen, dass es wilde Stiere sind

Viele der meist mĂ€nnlichen LĂ€ufer versuchen, vor oder neben den sechs Bullen zu laufen und diese möglichst auch an den Hörnern oder am RĂŒcken anzufassen. Einer stĂŒrzte bei dem Versuch, sich zwischen die Stiere zu schieben und wurde von den nachfolgenden Tieren ĂŒberrannt, wie in der Live-Übertragung zu sehen war.

Die bis zu 600 Kilogramm schweren Bullen versuchen im Galopp meist – zum großen GlĂŒck – reflexhaft ĂŒber am Boden liegende Menschen zu springen - auch diesmal war dies der Fall. «Die Noblesse der Stiere», sagte einer der Kommentatoren des Laufs beim spanischen Sender dazu. Zugleich riefen sie allen Teilnehmern noch einmal ins GedĂ€chtnis, dass es sich um «wilde Stiere, Athleten» handele, die am Abend im Stierkampf gegen Toreros antrĂ€ten. «Das ist vielen Menschen einfach nicht klar», hieß es.

Kritik am Stierlauf

Die «Sanfermines» sind dem Stadtheiligen San FermĂ­n gewidmet und werden in der 200.000-Einwohner-Stadt der Region Navarra bereits seit Ende des 16. Jahrhunderts immer in der ersten Juli-HĂ€lfte gefeiert. TĂ€glich werden an acht Tagen in Folge am frĂŒhen Vormittag sechs Bullen und mehrere zahme Leitochsen durch die engen Gassen der Altstadt fĂŒr die StierkĂ€mpfe am Abend bis in die Arena gejagt.

Dort sterben die Stiere am Abend durch die Hand eines Toreros. Der letzte Lauf findet dieses Jahr – wie immer – am 14. Juli statt. Seit Jahren protestieren TierschĂŒtzer gegen das Spektakel. «Stierlauf verursacht Tierleid», betont etwa die Organisation Peta in Deutschland. Die langen spitzen Hörner der Stiere können auch tödliche Verletzungen verursachen. Seit 1924 gab es 16 Todesopfer, das letzte im Jahr 2009.

@ dpa.de