Hochwasser, PegelstÀnde

Hochwasser: PegelstÀnde bleiben vielerorts kritisch

30.12.2023 - 12:08:04

Auch heute hÀlt die Flut vor allem Niedersachsen in Atem. In Sachsen-Anhalt steigen die PegelstÀnde derweil wieder an. Das THW stellt sich auf EinsÀtze bis in die erste Januar-Woche hinein ein.

  • SandsĂ€cke liegen auf einem durchweichten Deich vor evakuierten WohnhĂ€usern in Lilienthal bei Bremen. - Foto: Focke Strangmann/dpa

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  • Ehrenamtliche EinsatzkrĂ€fte vom THW und der DLRG befestigen einen Deich in Niedersachsen. - Foto: Philipp Schulze/dpa

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  • Blick auf die teilweise unter Wasser stehende Altstadt von Verden an der Aller. In weiten Teilen Niedersachsens bleibt die Hochwasserlage angespannt. - Foto: -/dpa

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  • SandsĂ€cke ligen am Fluss Burlage-Langholter Tief, einem Nebenfluss der Leda. Dort hat sich die Lage momentan etwas entspannt. - Foto: Lars Penning/dpa

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SandsÀcke liegen auf einem durchweichten Deich vor evakuierten WohnhÀusern in Lilienthal bei Bremen. - Foto: Focke Strangmann/dpaEhrenamtliche EinsatzkrÀfte vom THW und der DLRG befestigen einen Deich in Niedersachsen. - Foto: Philipp Schulze/dpaBlick auf die teilweise unter Wasser stehende Altstadt von Verden an der Aller. In weiten Teilen Niedersachsens bleibt die Hochwasserlage angespannt. - Foto: -/dpaSandsÀcke ligen am Fluss Burlage-Langholter Tief, einem Nebenfluss der Leda. Dort hat sich die Lage momentan etwas entspannt. - Foto: Lars Penning/dpa

Die Hochwasserlage bleibt in vielen Teilen Deutschlands kritisch. In der NĂ€he von Bremen können Hunderte Menschen weiterhin nicht in ihre HĂ€user. Andernorts gibt es leichte Entspannung. DLRG, THW und andere EinsatzkrĂ€fte sind im Dauereinsatz. Allerdings werde heute kein neuer Regen in den Hochwassergebieten in Niedersachsen erwartet, heißt es vom Deutschen Wetterdienst.

Niedersachsen sieht sich gut aufgestellt mit RettungskrĂ€ften. Man gehe davon aus, dass man die Lage auch ĂŒber Silvester mit eigenen KrĂ€ften bewĂ€ltigen könne, sagte ein Sprecher des Innenministeriums der Deutschen Presse-Agentur. Zehntausende Helfer sind seit Tagen im Dauereinsatz. Ein Hubschrauber der Bundespolizei sei als UnterstĂŒtzung im Einsatz. Der Sprecher sagte, dass das Land auch um Hilfe bei der Bundeswehr gebeten habe.

Antilopen und Giraffen im Trockenen

Im Serengeti-Park im niedersĂ€chsischen Hodenhagen entspannt sich die kritische Hochwasserlage leicht. Pumpen auf dem GelĂ€nde hĂ€tten es geschafft, große Wassermengen hinter den Deich Richtung Meiße zu drĂŒcken, sagte eine Sprecherin des Freizeitparks nördlich von Hannover. Auch im Tierhaus der Antilopen und Giraffen sei das Wasser merklich gesunken und wieder aus dem GebĂ€ude hinausgeflossen. Weite Teile des GelĂ€ndes sind nach Parkangaben aber nach wie vor ĂŒberflutet und teilweise gar nicht zu erreichen.

Die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft DLRG ist mit zahlreichen freiwilligen Helfern im Einsatz - mit Schwerpunkt Serengeti-Park. Dort konnte unter anderem ein Durchfluss geschlossen werden, heißt es. Auch anderswo sind die EinsatzkrĂ€fte mit der Verteidigung von Deichen beschĂ€ftigt.

Hohe PegelstÀnde an der Weser

In der besonders vom Hochwasser betroffenen Stadt Meppen sind die PegelstĂ€nde minimal gesunken, wie es in einer Mitteilung der Stadt hieß. In der niedersĂ€chsischen Stadt, die an Ems und Hase liegt, mussten schon mehrfach Menschen aus Autos und HĂ€usern gerettet werden. Zudem wurden unter anderem ein Campingplatz und ein Seniorenheim evakuiert.

In Lilienthal unmittelbar an der Landesgrenze zu Bremen können Hunderte Menschen weiterhin nicht in ihre HĂ€user. Die Evakuierungen dauerten an, sagte eine Gemeindesprecherin. Rund 500 Menschen seien in den betroffenen Gebieten gemeldet. Sie dĂŒrfen bereits seit mehreren Tagen nicht in ihre HĂ€user. Auch im Landkreis Celle sind zahlreiche Straßen weiterhin gesperrt. Evakuierte Bewohner in Winsen seien mehrfach zu ihren HĂ€usern zurĂŒckgekehrt, teilte der Landkreis zudem mit. Die Feuerwehr habe die Menschen zurĂŒckgeholt. FĂŒr die evakuierten Bereiche sei daher ein Betretungsverbot erlassen worden.

An einigen Pegeln der Weser befinden sich die WasserstĂ€nde noch ĂŒber der höchsten Meldestufe, wie aus einem Lagebericht des Landesbetriebs fĂŒr Wasserwirtschaft, KĂŒsten- und Naturschutz (NLWKN) am Morgen hervorgeht. FĂŒr die Leine, Aller sowie Ober- und Mittelweser gebe es eine Warnung vor großem Hochwasser, heißt es weiter.

Steigende WasserstĂ€nde in Sachsen-Anhalt, RĂŒckgang in Sachsen

In Sachsen-Anhalt stiegen die WasserstĂ€nde in einigen FlĂŒssen durch RegenfĂ€lle wieder an. Die schauerartigen NiederschlĂ€ge seien stĂ€rker ausgefallen als zunĂ€chst prognostiziert, teilte der Landesbetrieb fĂŒr Hochwasserschutz (LHW) mit.

Im SĂŒden Sachsen-Anhalts bleibt die Hochwasserlage an der Grenze zu ThĂŒringen nach Behördenangaben weiter kritisch. «Leider ist keine Entlastung in Sicht», teilte der BĂŒrgermeister der Gemeinde SĂŒdharz, Peter Kohl, am Samstag mit. RegenfĂ€lle fĂŒhrten zu einem weiteren Anstieg der Talsperre Kelbra. Dort mĂŒsse daher weiterhin kontrolliert Wasser abgelassen werden. Das passiert bereits seit Tagen, das Wasser im Fluss Helme steigt dadurch an. Am Samstag lag der Pegelstand in Bennungen knapp einen halben Meter ĂŒber dem Richtwert von zwei Metern fĂŒr die höchste Alarmstufe.

Derweil geht das Hochwasser der Elbe in Sachsen weiter zurĂŒck. Am Pegel Dresden wurde am Samstagmorgen ein Wasserstand von 5,30 Meter gemessen. Einen Tag zuvor waren es noch 5,92 Meter gewesen. Normal sind rund 2 Meter. In der Landeshauptstadt galt ebenso wie in Schöna an der tschechischen Grenze sowie flussabwĂ€rts in Riesa noch die Alarmstufe 2. Die Hydrologen rechnen mit weiter sinkenden WasserstĂ€nden. FĂŒr die ĂŒbrigen Flussgebiete in Sachsen gab es keine Hochwasserwarnungen mehr.

THW rechnet mit Einsatz bis in die erste Januar-Woche hinein

Das Technische Hilfswerk (THW) stellte sich auf einen Einsatz in den Hochwasser-Gebieten bis in die erste Januar-Woche hinein ein. «Es ist ganz klar, dass das ĂŒber den Jahreswechsel andauern wird», sagte THW-PrĂ€sidentin Sabine Lackner der Deutschen Presse-Agentur am Freitag. «Was uns hoch besorgt, ist der Zustand der Deiche.» Sie seien massiv aufgeweicht. TĂ€glich seien etwa 1000 EinsatzkrĂ€fte in den betroffenen Gebieten unterwegs.

Katastrophentouristen bereiten Probleme

Zahlreiche Landkreise appellierten erneut, Deiche nicht zu betreten, da diese aufgeweicht seien und beschĂ€digt werden könnten. In der Stadt Oldenburg gilt ein Betretungsverbot fĂŒr Deiche, das mit bis zu 5000 Euro geahndet wird. Auch die Feuerwehr Verden berichtete von störenden Katastrophentouristen. Der Landkreis Osterholz befĂŒrchtet, dass zu Silvester viele Schaulustige im Hochwassergebiet unterwegs sein werden.

Weiter EinschrÀnkungen bei der Bahn

Aufgrund der Witterung und des Hochwassers mĂŒssen sich Bahnreisende lĂ€nger als geplant auf VerspĂ€tungen und Streckensperrungen einstellen. Die Verbindung zwischen Oldenburg und OsnabrĂŒck sei wegen des Hochwassers nach wie vor eingeschrĂ€nkt, sagte eine Sprecherin der Nordwestbahn am Freitag.

@ dpa.de