Astronomie, All

Japan schickt Sonde Richtung Mond - Teleskop an Bord

07.09.2023 - 04:36:43

Auch Japan hat den Mond im Visier. Nach dem Fehlstart einer neuen TrÀgerrakete gelingt der Hightech-Nation nun der Start mit dem bewÀhrten VorgÀngermodell. An Bord ist eine kleine Mondsonde.

Japan hat eine kleine Sonde auf den Weg zum Mond geschickt. Eine japanische TrĂ€gerrakete vom Typ H2A hob am Morgen (Ortszeit) bei klarem Wetter erfolgreich von Japans Weltraumbahnhof Tanegashima im SĂŒdwesten des Inselreiches ab. An Bord befand sich neben dem MondlandegerĂ€t SLIM auch ein Röntgenteleskop namens XRISM, das die UrsprĂŒnge des Universums erforschen soll. XRISM habe sich etwa 14 Minuten und neun Sekunden und SLIM etwa 47 Minuten und 33 Sekunden nach dem Start erfolgreich von der TrĂ€gerrakete abgetrennt, gab die japanische Raumfahrtagentur Jaxa bekannt.

Der Raketenstart war zuvor mehrmals wegen schlechter Wetterbedingungen verschoben worden. Sollte Japan mit SLIM Erfolg haben, wĂ€re die Hightech-Nation nach der ehemaligen Sowjetunion, den USA, China und Indien das fĂŒnfte Land, dem eine sanfte Landung auf dem Mond gelingt.

Erst vor wenigen Tagen war Indien dies gelungen, nachdem kurz zuvor eine russische Raumsonde auf dem Mond zerschellt war. Mit dem von der japanischen Raumfahrtagentur Jaxa entwickelten MondlandegerĂ€t sollen Technologien fĂŒr kĂŒnftige punktgenaue Landungen auf der MondoberflĂ€che getestet werden. SLIM soll etwa drei bis vier Monate nach dem Start in die Mondumlaufbahn eintreten und in vier bis sechs Monaten versuchen, die OberflĂ€che des Erdtrabanten zu erreichen.

Schon bald wieder Menschen auf dem Mond?

Die von Japan auf dem Mond gesammelten Daten sollen im Rahmen des von den USA geleiteten Artemis-Projekts verwendet werden. Ziel dieses Projekts ist es, bis zum Jahr 2025 Menschen auf den Mond zurĂŒckzubringen und die Erforschung des Erdtrabanten voranzutreiben. Das weiterreichende Ziel ist die Erforschung des Mars durch Menschen.

Auch bei der Mission XRISM (X-Ray Imaging and Spectroscopy Mission) arbeitet Japan mit der US-Raumfahrtbehörde Nasa sowie der EuropĂ€ischen Weltraumorganisation ESA zusammen. XRISM soll Beobachtungen des heißen Gasplasma-Windes durchfĂŒhren, der durch die Galaxien im Universum weht. Davon erhoffe man sich Aufschluss ĂŒber die Zusammensetzung und die Entwicklung von Himmelsobjekten, hieß es.

Es war der erste Start einer grĂ¶ĂŸeren von Japan selbstentwickelten TrĂ€gerrakete seit dem Fehlstart einer H3-Rakete der nĂ€chsten Generation im MĂ€rz diesen Jahres. Der Nachfolger der zuverlĂ€ssigen TrĂ€gerrakete H2 war Japans erste Neuentwicklung einer großen TrĂ€gerrakete seit rund 30 Jahren. Japan will sich damit fest im lukrativen und zunehmend umkĂ€mpften weltweiten GeschĂ€ft mit Satellitenstarts etablieren. Das H3-Raketenprogramm wird zudem als wichtig fĂŒr Japans Teilnahme an der Weltraumentwicklung gesehen, einschließlich des von den USA gefĂŒhrten Artemis-Programms.

@ dpa.de