Warum FlĂŒsse fĂŒr Badende besonders gefĂ€hrlich sind
08.08.2024 - 05:00:35Die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft hat eindringlich davor gewarnt, in FlĂŒssen zu schwimmen. Im laufenden Jahr starben nach Erkenntnissen der Lebensretter die meisten Menschen bei BadeunfĂ€llen in flieĂenden GewĂ€ssern - wie viele genau, dazu will die DLRG am Donnerstag (11.00 Uhr) in einer Zwischenbilanz zu tödlichen BadeunfĂ€llen informieren. «Die meisten Menschen sind nicht in der Lage, sicher in FlĂŒssen zu schwimmen», sagte DLRG-PrĂ€sidentin Ute Vogt der Deutschen Presse-Agentur im Vorfeld der Bilanz. Sie seien keine ausreichend geĂŒbten Schwimmer: «Ich rate dringend davon ab, die FlĂŒsse als BadegewĂ€sser zu nutzen.»
Im gesamten Vorjahr ertranken bundesweit mindestens 378 Menschen und damit deutlich mehr als ein Jahr zuvor - 2022 wurden noch 355 tödliche BadeunfÀlle gezÀhlt. Bis zum Stichtag 25. Juli 2023 zÀhlten die Lebensretter noch 192 Badetote in deutschen GewÀssern - das waren 21 weniger als zum gleichen Zeitpunkt des Vorjahres.
Viele Badetote in FlĂŒssen
Schon im vergangenen Jahr hatten sich frĂŒheren Angaben zufolge die in der Regel unbewachten BinnengewĂ€sser als besonders gefĂ€hrlich erwiesen: Demnach gab es zwar in Seen 138 und damit 9 TodesfĂ€lle weniger als 2022. In FlĂŒssen und KanĂ€len aber starben deutlich mehr Menschen: Die DLRG zĂ€hlte im vergangenen Jahr 135 Badetote in FlĂŒssen - nach 105 ein Jahr zuvor. In KanĂ€len ertranken 27 Menschen, ein Jahr zuvor waren es 19.Â
Und auch in den vergangenen Tagen hielten BadeunfĂ€lle in FlĂŒssen die RettungskrĂ€fte in Atem: In Ulm gingen die Helfer nicht mehr davon aus, einen seit Freitag in der Donau vermissten 17-JĂ€hrigen lebend zu finden. «Er wird vermutlich in der Donau ertrunken sein», sagte ein Polizeisprecher. Es gebe keine Hinweise darauf, dass der Vermisste das rettende Ufer erreicht habe, die Strömung sei stark. Der 17-JĂ€hrige hatte versucht, mit drei weiteren MĂ€nnern durch die Donau zu schwimmen. Nur er erreichte das benachbarte Ufer nicht. Zeugen sollen beobachtet haben, wie der Teenager unterging.Â
GefÀhrliche Strömung
Zwei Menschen wurden am Sonntag im Rhein bei Hohentengen in Baden-WĂŒrttemberg von der Strömung mitgerissen. Die Jugendliche und die Frau, laut Polizei beide Nichtschwimmer, gelten seither als vermisst. Ebenfalls am Sonntag wurden mehrere Menschen im Rhein in DĂŒsseldorf von der Strömung erfasst - eine Frau wurde dabei lebensgefĂ€hrlich verletzt, ihr Mann wird vermisst. Der Mann war in den Fluss gesprungen, um seiner Frau zu helfen, dabei aber selbst in Schwierigkeiten geraten.Â
Auch in der Ruhr bei Essen lief eine Suche nach einem vermissten 42-JĂ€hrigen. Der Mann sei am Montag vermutlich zum Schwimmen oder zur AbkĂŒhlung auf Höhe eines Freibades ins Wasser gegangen, sagte ein Polizeisprecher. Nach erster EinschĂ€tzung sei von einem UnglĂŒcksfall auszugehen.Â
2023 gab es die meisten Badetoten in Bayern
Nach einem Badeunfall im Eisbach im Englischen Garten in MĂŒnchen starb ein 24-JĂ€hriger im Krankenhaus. Der Mann war Ende Juli ein Wehr hinuntergestĂŒrzt, nachdem er es in der starken Strömung nicht mehr geschafft hatte, sich an einer Kette festzuhalten, wie die Feuerwehr damals mitteilte. Passanten hatten den Mann laut Polizei knapp zehn Minuten spĂ€ter leblos aus dem Wasser gezogen. Er wurde in kritischem Zustand in eine Klinik gebracht. Im Eisbach kommt es immer wieder zu tödlichen BadeunfĂ€llen, vor rund einem Monat ertrank dort ein 26 Jahre alter Student.Â
Insgesamt ertranken im vergangenen Jahr die meisten Menschen in Bayern, dort wurden 2023 immerhin 62 Badetote gezĂ€hlt, ein Jahr zuvor waren es 70. In Bremen sank die Zahl der TodesfĂ€lle von 5 auf 2, in Niedersachsen von 42 auf 33, in Hamburg dagegen verdoppelte sie sich etwa von 10 auf 21. In Baden-WĂŒrttemberg ertranken 43 Menschen, 14 mehr als 2022.Â
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