Weltkriegsbombe in der NÀhe der RTL-Zentrale ist entschÀrft
03.04.2024 - 16:45:50Eine in der NĂ€he des RTL-Sendezentrums gefundene Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg hat zu sichtbaren VerĂ€nderungen im Programm des Senders gefĂŒhrt. Da das am Rhein in Köln gelegene RTL-GebĂ€ude evakuiert werden musste, zog unter anderem das Mittagsjournals «Punkt 12» kurzerhand um - aus dem Studio in einen nahe gelegenen Park. «Das wird eine etwas turbulente "Punkt 12"-Sendung heute», begrĂŒĂte Moderatorin Roberta Bieling ihre Zuschauer auf ungewohnte Weise.
Der amerikanische BombenblindgĂ€nger war am Morgen bei Baggerarbeiten im Rhein gefunden worden. In dem 500 Meter groĂen Evakuierungsradius befanden sich zwar nur wenige Anwohner, aber unter anderem GebĂ€ude von RTL, des Versicherungskonzerns HDI und auch der Sitz der EuropĂ€ischen Agentur fĂŒr Flugsicherheit (EASA). Auch der Schiffs- und der Bahnverkehr waren von der EntschĂ€rfung betroffen.
Sendebetrieb lÀuft weiter
RTL teilte jedoch frĂŒh mit, dass der Sendebetrieb weiterlaufen solle. «Auch in so einer erschwerten Situation wollen wir fĂŒr unser Publikum da sein. Daher verlegen wir kurzerhand unser Studio nach drauĂen», wurde RTL-News-GeschĂ€ftsfĂŒhrer Martin Gradl auf der Seite des Senders zitiert. VorĂŒbergehend werde das Berliner RTL-Studio die Regie fĂŒr alle Sendungen ĂŒbernehmen, hieĂ es.
«Punkt 12»-Moderatorin Roberta Bieling war zunĂ€chst noch im Studio zu sehen und sagte, dass noch nicht klar sei, wie lange sie und das Team dort bleiben könnten. «Sie können ja mit uns hoffen, dass es möglichst lange geht», sagte sie den Zuschauern. Wie der Sender auf seiner Seite RTL.de schrieb, hĂ€tten dann allerdings die Moderatorin sowie alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter «mittendrin» das GebĂ€ude verlassen mĂŒssen.
Auf Instagram gab Bieling Einblicke in den spontanen Umzug ins Freie. Sie habe schon die Tasche gepackt, sagte sie - «mit schönen warmen Schuhen, Pullöverchen, Hose». DrauĂen sei es ja «usselig», also eher ungemĂŒtlich. «Hier passiert auch immer etwas Neues», stellte Bieling fest.
Wenig spĂ€ter sah man die Moderatorin dann in einer blauen Jacke an der frischen Luft stehen - vor Blumen, BĂ€umen und der Sendezentrale im Hintergrund. «Da ist jetzt niemand mehr drin», berichtete sie. «Damit sie auf ihr "Punkt 12" nicht verzichten mĂŒssen, sind wir einfach umgezogen». Man mache weiter - «auch wenn es ein bisschen regnet, das ist uns ganz egal.»
Bombe entschÀrft
Um 16.28 Uhr verkĂŒndete die Stadt dann die EntschĂ€rfung der Bombe. «RTL atmet auf», schrieb der Sender auf seiner Seite. «Exclusiv» mit Frauke Ludowig (60) und «RTL Aktuell» am spĂ€teren Nachmittag konnten nach Angaben einer RTL-Sprecherin wieder aus dem Sendezentrum ĂŒbertragen werden.
BlindgĂ€nger-Funde sind in Köln nicht ungewöhnlich und werden von den Bewohnern meist relativ emotionslos zur Kenntnis genommen - unter der Erde schlummert viel Material aus Zeiten des Zweiten Weltkriegs. Etwa die HĂ€lfte der Luftattacken gegen Nazi-Deutschland konzentrierte sich auf das heutige Nordrhein-Westfalen - wegen der damals ĂŒberragenden industriellen Bedeutung des Ruhrgebiets, aber auch wegen der geografischen NĂ€he westdeutscher StĂ€dte zu England.
Die EntschÀrfung sei allerdings «ein anspruchsvoller und ungewöhnlicher Einsatz» gewesen, erklÀrte die Stadt. Die im Rhein gefundene Zehn-Zentner-Bombe sei von einer Baggerschaufel auf einen Ponton - eine schwimmende Insel - gelegt worden. Dort habe sie der Kampfmittelbeseitigungsdienst dann entschÀrft.
Zu einer vergleichbaren EntschĂ€rfung und Evakuierung war es 2020 gekommen. Damals zog Katja Burkard (58) fĂŒr die Moderation des Mittagsjournals «Punkt 12» kurzerhand nach Berlin um.


