Deutschland, Hamburg

Mann reißt junge Frau in U-Bahnstation mit in den Tod

30.01.2026 - 16:43:36 | dpa.de

Auf den Gleisen der Hamburger U-Bahnstation Wandsbek Markt sterben zwei Menschen. Ein Mann hat eine ihm vermutlich unbekannte junge Frau mit in den Tod gerissen.

  • Im U-Bahnhof Wandsbek Markt hat ein 25-Jähriger eine junge Frau mit in den Tod gerissen. - Foto: Daniel Bockwoldt/dpa
    Im U-Bahnhof Wandsbek Markt hat ein 25-Jähriger eine junge Frau mit in den Tod gerissen. - Foto: Daniel Bockwoldt/dpa
  • Ersten Erkenntnissen zufolge sollen sich die beiden nicht gekannt haben. - Foto: Daniel Bockwoldt/dpa
    Ersten Erkenntnissen zufolge sollen sich die beiden nicht gekannt haben. - Foto: Daniel Bockwoldt/dpa
  • Die Mordkommission ermittelt in dem Fall. - Foto: Daniel Bockwoldt/dpa
    Die Mordkommission ermittelt in dem Fall. - Foto: Daniel Bockwoldt/dpa
  • Die Polizei hat Videoaufnahmen und Zeugenaussagen ausgewertet. - Foto: Fabian Höfig/NEWS5/dpa
    Die Polizei hat Videoaufnahmen und Zeugenaussagen ausgewertet. - Foto: Fabian Höfig/NEWS5/dpa
Im U-Bahnhof Wandsbek Markt hat ein 25-Jähriger eine junge Frau mit in den Tod gerissen. - Foto: Daniel Bockwoldt/dpa Ersten Erkenntnissen zufolge sollen sich die beiden nicht gekannt haben. - Foto: Daniel Bockwoldt/dpa Die Mordkommission ermittelt in dem Fall. - Foto: Daniel Bockwoldt/dpa Die Polizei hat Videoaufnahmen und Zeugenaussagen ausgewertet. - Foto: Fabian Höfig/NEWS5/dpa

Ein tragischer Vorfall in einer Hamburger U-Bahnstation hat abrupt das Leben von zwei Menschen beendet: Ein 25 Jahre alter Mann ist in Wandsbek vor eine einfahrende U-Bahn gesprungen und hat eine junge Frau mit sich in den Tod gerissen. Die 18 Jahre alte Frau, die die iranische Staatsbürgerschaft hat, und der Mann aus dem Südsudan kannten sich ersten Erkenntnissen zufolge nicht, wie die Polizei mitteilte. 

Der Mann habe gegen 22.00 Uhr abseits von der Heranwachsenden auf dem Bahnsteig gestanden. Kurz darauf sei er unvermittelt auf die Frau zugegangen, habe sie ergriffen und sie mit ins Gleisbett gezerrt. Warum er das tat, sei unklar. Die Mordkommission ermittelt wegen des Verdachtes eines Tötungsdeliktes. Videoaufnahmen und Zeugenaussagen sollen weiter ausgewertet werden.

Keine Spuren mehr am Morgen danach

Nach dem tödlichen Vorfall waren in der Nacht viele Rettungskräfte und Polizeibeamte in und vor der Station unterwegs. Polizisten sicherten die Eingänge ab, damit keine Unbefugten die Station betreten. Zeugen wurden laut Polizei vom Kriseninterventionsteam (KIT) des Deutschen Roten Kreuzes seelsorgerisch betreut. 

Am Morgen danach wiesen keine Spuren darauf hin, dass in dem U-Bahnhof in der Nacht zwei Menschen starben. Auf den Bahnsteigen sowie den Zugängen war keine Polizei zu sehen. Stattdessen fuhren zahlreiche Menschen mit der U-Bahn an ihr Ziel. Auch Blumen oder Kerzen lagen zunächst nicht am Bahnsteig oder im Bahnhof. 

Die Deutsche Bahn zeigte sich bestürzt von dem schrecklichen Ereignis. «Unsere Gedanken sind bei den Angehörigen der Verstorbenen und bei den Kolleginnen und Kollegen der Hochbahn», sagte eine S-Bahn-Sprecherin dazu. Ein Sprecher der Hamburger Hochbahn sprach von einem «fürchterlichen Vorfall».

Bahnsteigtüren in Hamburg nicht flächendeckend möglich

An manchen Bahnhöfen verhindern Bahnsteigtüren Unfälle und Vorfälle wie diesen. In den U-Bahnhöfen seien die allerdings nicht ohne Weiteres möglich, sagte der Hochbahn-Sprecher weiter. «Eine Ausrüstung mit Bahnsteigtüren ist weiterhin nur für die fahrerlos fahrende U5 vorgesehen.» 

Die S-Bahn Hamburg hat den Einbau von Bahnsteigtüren aus Sicherheitsglas zwischen Bahnsteig und Gleisbereich bereits geprüft und einen grundlegenden Umbau des S-Bahn-Systems als nicht realistisch eingeschätzt. «Neben dem hohen baulichen Aufwand – insbesondere bei Bahnhöfen in Kurven oder mit Denkmalschutz – müssten alle Fahrzeuge exakt passende Türabstände und spezielle Steuerungstechnik haben.» Das würde den Fahrzeugeinsatz grundsätzlich stark einschränken. 

Ähnliche Fälle bundesweit

Immer wieder kommt es in Deutschland zu tragischen Vorfällen, bei denen Menschen ohne Vorwarnung vor einen einfahrenden Zug gestoßen werden – dabei gibt es auch Todesfälle: 

FRIEDLAND - Im August 2025 soll ein 31-Jähriger eine 16-Jährige im niedersächsischen Friedland vorsätzlich gegen einen mit Tempo 100 durchfahrenden Güterzug gestoßen haben. Nach Angaben des Justizministeriums starb sie sofort. Beim Verdächtigen wurde paranoide Schizophrenie diagnostiziert. 

BERLIN - Ende Mai 2024 stritten zwei Männer in Berlin um Alkohol – mit tödlichem Ausgang: Der 32-Jährige stieß den 48-Jährigen am Bahnhof Oranienburger Straße vor eine einfahrende S-Bahn.

NÜRNBERG - Bundesweite Aufmerksamkeit erregten Taten im Jahr 2019: Ende Januar endete eine Rangelei am Nürnberger S-Bahnhof Frankenstadion für zwei Jugendliche tödlich. Zwei damals 17-Jährige sollen drei 16-jährige ins Gleisbett gestoßen haben – nur einer konnte sich vor dem einfahrenden Zug retten. 

FRANKFURT - Ende Juli stieß ein Mann im Frankfurter Hauptbahnhof einen achtjährigen Jungen und dessen Mutter vor einen einfahrenden ICE. Das Kind wurde tödlich verletzt, die Mutter kam noch rechtzeitig aus dem Gleisbett. 

VOERDE - Nur etwa eine Woche zuvor wurde im nordrhein-westfälischen Voerde eine 34-Jährige vor einen Regionalzug gestoßen und kam ebenfalls ums Leben.

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