Schweres Erdbeben auf den Philippinen: mindestens 60 Tote
Veröffentlicht am: 01.10.2025 um 05:38 Uhr | dpa.deBei einem schweren Erdbeben sind auf den Philippinen mindestens 60 Menschen ums Leben gekommen. Die Zahl der Toten könnte aber noch deutlich steigen, sagte Bernardo Rafaelito Alejandro IV vom Zivilschutz des Landes. Die meisten Opfer seien von herabfallenden TrĂŒmmern getroffen worden. Zur Zahl der Vermissten lagen noch keine Angaben vor. Die Behörden sprachen von einer «Katastrophe».
Das Beben der StĂ€rke 6,9 hatte den sĂŒdostasiatischen Inselstaat der US-Erdbebenwarte USGS zufolge am spĂ€ten Dienstagabend (Ortszeit) vor den KĂŒsten der Inseln Cebu und Leyte in geringer Tiefe von nur zehn Kilometern Tiefe erschĂŒttert. Nach Angaben des philippinischen Instituts fĂŒr Vulkanologie und Seismologie kam es zu mehr als 600 Nachbeben mit einer StĂ€rke von bis zu 4,8. Bereits am Abend war vor einem möglichen Tsunami mit bis zu einem Meter hohen Wellen gewarnt worden.
«Wir glauben, dass dieses Erdbeben eine groĂe Katastrophe ausgelöst hat», sagte Alejandro. «Es gibt immer noch Nachbeben, und viele wollen nicht in ihre HĂ€user zurĂŒckkehren, insbesondere in Bogo City.» Die KĂŒstenstadt liegt in der schwer betroffenen Provinz Cebu. In der Stadt San Remigio kamen laut Polizei mehrere Menschen wĂ€hrend einer Sportveranstaltung ums Leben. «Die Opfer spielten Basketball in der Sporthalle, als diese einstĂŒrzte», sagte Polizeichef Jan Ace Elcid Layug.
Behörden melden viele Verletzte
Such- und Rettungsaktionen hĂ€tten derzeit PrioritĂ€t, betonter Alejandro. «Wir befinden uns noch in der goldenen Stunde. Wir können noch mehr Leben retten.» Viele GebĂ€ude stĂŒrzten durch die ErdstöĂe ein, und die Stromversorgung wurde unterbrochen. Mehr als 140 Menschen wurden verletzt, wie die nationale Katastrophenschutzbehörde bekanntgab.Â
Videos in sozialen Medien sollen dramatische Szenen zeigen
Videos und Fotos in den sozialen Medien zeigten beschĂ€digte GebĂ€ude, darunter Kirchen, sowie panische Menschen. Auf einem Video sind Menschen zu sehen, die unter einem Tisch Schutz suchten und beteten, wĂ€hrend in einem Einkaufszentrum die Decken einstĂŒrzten. Ein anderes zeigte Roller und Autos, die auf einer schwankenden BrĂŒcke anhielten. Die Aufnahmen können nicht verifiziert werden.Â
In Bogo City lagen Leichen vor dem Provinzkrankenhaus, wo auch alle Patienten evakuiert und in Zelten untergebracht werden mussten. StraĂen waren mit TrĂŒmmern ĂŒbersĂ€t und hatten Risse. In der Stadt Tabuelan wurde eine Autobahn durch einen Erdrutsch blockiert, wĂ€hrend in der Stadt Consolacion ein Feuer in einem Einkaufszentrum ausbrach, wie die Katastrophenschutzbehörde mitteilte.
