Krise, Stromnetz

Krise verschÀrft sich: Stromnetz auf Kuba bricht zusammen

18.10.2024 - 21:16:39

Auf der Karibikinsel gab es zuletzt immer hÀufiger StromausfÀlle. Die Regierung schrÀnkte deswegen AktivitÀten ein. Nun gibt es einen landesweiten Blackout.

  • Wegen des schlechten Zustands der veralteten Infrastruktur gehen die thermoelektrischen Kraftwerke in Kuba immer wieder vom Netz. (Archivbild) - Foto: Nick Kaiser/dpa

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  • Kuba steckt in einer der schwersten Wirtschaftskrisen seit der Revolution um Fidel Castro von 1959. (Archivbild) - Foto: Ramon Espinosa/AP/dpa

    Ramon Espinosa/AP/dpa

Wegen des schlechten Zustands der veralteten Infrastruktur gehen die thermoelektrischen Kraftwerke in Kuba immer wieder vom Netz. (Archivbild) - Foto: Nick Kaiser/dpaKuba steckt in einer der schwersten Wirtschaftskrisen seit der Revolution um Fidel Castro von 1959. (Archivbild) - Foto: Ramon Espinosa/AP/dpa

In Kuba ist das Stromnetz landesweit komplett zusammengebrochen. Kurz nach der AnkĂŒndigung von Notmaßnahmen zur BewĂ€ltigung einer schweren Stromkrise meldete das Energieministerium, dass auch das wichtige thermoelektrische Kraftwerk Antonio Guiteras vom Netz gegangen sei. Mehrere andere Kraftwerke des sozialistischen Karibikstaats waren wegen ihres schlechten Zustands bereits außer Betrieb. 

Man werde ohne Pause an der Wiederherstellung der Stromversorgung arbeiten, versicherte PrĂ€sident Miguel DĂ­az-Canel im Kurznachrichtendienst X. FĂŒr die FĂŒhrung des Landes habe die Lösung dieses fĂŒr die Bevölkerung hochsensiblen Problems absolute PrioritĂ€t.

 

Schulen bleiben geschlossen, BĂŒroarbeit fĂ€llt aus

MinisterprĂ€sident Manuel Marrero hatte zuvor in der Nacht zum Freitag (Ortszeit) in einer Fernsehansprache die Situation des Stromnetzes im Land als «komplex» beschrieben. Grund fĂŒr die hĂ€ufigen AusfĂ€lle seien vor allem fehlende Brennstoffe und Betriebsstörungen in den alten Kraftwerken des Landes, sagte Marrero. Vor dem landesweiten Stromausfall dauerten in Teilen des Landes die StromausfĂ€lle ohnehin mehr als zwölf Stunden am Tag an.

Der staatliche Stromversorger UNE kĂŒndigte daraufhin die Einstellung nicht essenzieller AktivitĂ€ten an. Nur KrankenhĂ€user und LebensmittelproduktionsstĂ€tten dĂŒrften ohne KĂŒrzungen weiterarbeiten. An den restlichen ArbeitsplĂ€tzen könne nur noch das erforderliche Personal eingesetzt werden. Kulturelle AktivitĂ€ten und Freizeitzentren mit Stromgebrauch wĂŒrden zudem ausgesetzt. Auch der Schulunterricht wurde vorĂŒbergehend eingeschrĂ€nkt. 

Veraltete Infrastruktur

Kuba steckt in einer der schwersten Wirtschaftskrisen seit der Revolution um Fidel Castro von 1959. Wegen des schlechten Zustands der veralteten Infrastruktur - auch als Folge des seit mehr als 60 Jahren bestehenden Handelsembargos der USA - gehen in Kuba regelmĂ€ĂŸig die thermoelektrischen Kraftwerke vom Netz und mĂŒssen notdĂŒrftig repariert werden. StromausfĂ€lle gehören im ganzen Land zum Alltag.

In der Hauptstadt Havanna wurde das Problem bisher grĂ¶ĂŸtenteils in Grenzen gehalten. Seit zwei Jahren gibt es dort hin und wieder Phasen planmĂ€ĂŸiger Stromabschaltungen, bei denen die Viertel abwechselnd alle drei Tage vier Stunden lang ohne ElektrizitĂ€t auskommen mĂŒssen. Seit Montag fiel auch in Havanna jeden Tag der Strom aus, bisweilen fĂŒr mehr als vier Stunden.

@ dpa.de