GefÀngnis-Chaos: Ecuadors PrÀsident erklÀrt Ausnahmezustand
09.01.2024 - 09:10:54Angesichts der chaotischen ZustĂ€nde im den GefĂ€ngnissen in Ecuador hat die Regierung des sĂŒdamerikanischen Landes den Ausnahmezustand verhĂ€ngt. Unter anderem wird das Versammlungsrecht vorĂŒbergehend eingeschrĂ€nkt, hieĂ es in dem veröffentlichten Dekret. Zudem gilt fĂŒr die kommenden 60 Tage eine nĂ€chtliche Ausgangssperre.
Hintergrund
Zuletzt hatten sich kriminelle Banden in den Haftanstalten des Landes heftige Auseinandersetzungen geliefert und Aufseher als Geiseln genommen. Dem Chef der mĂ€chtigen Bande «Los Choneros», Adolfo MacĂas alias «Fito», war nach Angaben der GefĂ€ngnisverwaltung dabei offenbar die Flucht gelungen.
«Die Zeiten, in denen die wegen Drogenhandel, Auftragsmord und organisierter KriminalitĂ€t Verurteilten der Regierung gesagt haben, was sie zu tun hat, sind vorbei», sagte PrĂ€sident Daniel Noboa in einer Ansprache. «Wir ĂŒbernehmen in den GefĂ€ngnissen wieder die Kontrolle.» Auf Videos war zu sehen, wie schwer bewaffnete Soldaten und Polizisten in eine Haftanstalt einrĂŒckten und die HĂ€ftlinge in UnterwĂ€sche auf dem Boden des Innenhofes aufreihten.
Die Gewalt nahm in Ecuador in den vergangenen Jahren dramatisch zu. Mit rund 25 Tötungsdelikten pro 100.000 Einwohner wurde im Jahr 2022 einer der höchsten Werte Lateinamerikas gemessen. Viele der ĂŒberfĂŒllten GefĂ€ngnisse werden von kriminellen Organisationen kontrolliert, es kommt dort immer wieder zu KĂ€mpfen zwischen Banden.


